L821n-Befürworter und -Gegner stoßen im Baucontainer aufeinander – aber es bleibt gesittet

dzBaustellen-Sprechstunde

Wenn Gegner und Befürworter der L 821n aufeinander stoßen, geht es konrovers zu. Das war auch bei der ersten Baustellen-Sprechstunde so. Dabei ging es dort eigentlich um etwas ganz anderes.

Oberaden

, 12.09.2019, 16:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Baustellencontainer an der Lünener Straße ging es am Donnerstagmittag ziemlich kontrovers zu. Kein Wunder, bei der ersten Bürgersprechstunde zum Bau der L 821n trafen Gegner und Befürworter der umstrittenen Umgehungsstraße aufeinander. „Es ist aber ganz gesittet abgegangen“, bilanzierte Melanie Nölke, Abteilungsleiterin Straßenbau des Landesbetriebes. Sie und ihr Kollege, Projektleiter Frank Hausendorf, waren darauf eingestellt, dass es heftige Kontroversen pro und contra L 821n geben wird.

L821n-Befürworter und -Gegner stoßen im Baucontainer aufeinander – aber es bleibt gesittet

Melanie Nölke von Straßen NRW erlebte bei der Sprechstunde kontroverse Diskussionen. Aber damit hatte sie auch gerechnet. © Stefan Milk


Bürger fragen, Straßen NRW antwortet

„Wir wissen, dass die Maßnahme in Bergkamen polarisiert“, sagte Hausendorf. Und den Straßenbaugegner ist vermutlich klar, dass es nur noch wenig Sinn hat, gegen die Straße zu protestieren, weil die Bauarbeiten inzwischen im vollen Gange sind. Deshalb waren ja Nölke und Hausendorf in den Container gekommen, um mit interessierten Bürgern zu reden und sie über die geplanten Bauarbeiten zu informieren. Position im Bergkamener L 821n-Streit wollten die Landesstraßen-Bauer nicht beziehen.

L 821n

1,8 Kilometer in zwei Bauabschnitten

Die rund 1,8 Kilometer lange L 821n soll die Lünener Straße und die Erich-Ollenhauer-Straße miteinander verbinden. Der erste Bauabschnitt soll bis zum Wirtschaftsweg am Oberadener Friedhof reichen und im Frühjahr 2020 fertig werden. Außerdem lässt Straßen NRW einen Kreisverkehr an der Lünener Straße bauen und einen Radweg, der von der Goekenheide bis zur Jahnstraße reicht. Der zweite Bauabschnitt, der über den Kuhbach zur Erich-Ollenhauer-Straße führt, soll dann im nächsten Frühjahr beginnen. Zwei Jahre später soll die Straße fertig sein. Straßen NRW kalkuliert mit Kosten in Höhe von 14,5 Millionen Euro.

Archäologen machen auf der Baustelle keine Funde

Sie habe Verständnis, dass es Menschen gebe, die den Bau der Straße ablehnen, sagte Nölke. Aber letztlich sei Straßen NRW nur ein ausführendes Organ, das eine landespolitische Entscheidung umsetze. Und derzeit gibt es wohl wenig, dass den Fortschritt der Arbeiten noch verhindern könnte. So haben die Archäologen, die den Baugrund untersucht haben, bekanntlich nichts gefunden. Auch der Kampfmittelräumdienst war schon da. „Es gibt aber nur noch ein paar kleinere Verdachtspunkte“, sagte Hausendorf.

Die Ampel kommt bald weg

Derzeit bekommen vor allem die Autofahrer auf der Lünener Straße die Bauarbeiten zu spüren. Die ist aktuell auf einer Spur gesperrt, eine Baustellenampel regelt den Verkehr, was schon mal Staus auslöst. Das werde aber kein Dauerzustand, versprach Hausendorf: Im Moment verlegten die Bauarbeiter Leitungen unter der Lünener Straße. In einer Woche bis zehn Tagen seien sie damit fertig, dann werde die Ampel verschwinden. Nölke sicherte zu, dass Straßen NRW auch weiter über die Bauarbeiten informieren wolle: „Wir planen, alle vier bis sechs Wochen eine Bürgersprechstunde anzubieten.“ Und dabei nahm sie auch die Anregung einer Besucherin im Container auf, sie zu Zeiten anzubieten, die für Berufstätige günstiger sind.

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