L 821n: Landschaftswächterin fürchtet um bedrohte Tiere an der geplanten Trasse

dzStraßenbau

Eine Landschaftswächterin befürchtet, dass Straßen NRW vor den Rodungsarbeiten für die L 821n nicht sorgfältig genug nach bedrohten Tierarten auf der Trasse sucht. Das weist der Landesbetrieb zurück.

Bergkamen

, 28.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Landschaftswächterin Tanja Mastenbroek aus Oberaden fürchtet, dass der Landesbetrieb Straßen NRW vor den Rodungsarbeiten für die L 821n nicht die notwendige Sorgfalt an den Tag gelegt hat. Und sie fürchtet, dass die Straßenbauer zu wenig Rücksicht auf die Amphibien nimmt, die im „Schwanenweiher“ an der Erich-Ollenhauer-Straße laichen.

Keine Untersuchung beobachtet

Der Grund für das Misstrauen der Landschaftswächterin: Sie hat von keinen Beobachtungen gehört, dass Straßen NRW die gerodeten Bäume wie vorgeschrieben untersucht hat, bevor sie gefällt wurden. Dabei geht es vor allem um Nisthöhlen von geschützten Fledermausarten. Es reiche nicht, solche Höhlen zu finden und zu kartieren. „Sie müssen auch mit einem Endoskop oder Spiegel untersucht werden, ob sich dort Fledermäuse befinden“, sagt sie.

Da sich die Nisthöhlen in großer Höhe befinden, hätten sie mithilfe eines Hubsteigers oder zumindest einer langen Leiter untersucht werden müssen. Beides sei vor der Rodung aber niemandem aufgefallen.

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Straßen NRW versichert: Untersuchung wie vorgeschrieben

Nach Angaben von Projektleiter Frank Hausendorf hat Straßen NRW ein erfahrenes Planungsbüro mit der Untersuchung beauftragt und das habe sie auch korrekt ausgeführt. „Dass das niemand gesehen hat, kann Zufall sein“, sagt er.

Mastenbroek bemängelt aber auch, dass die Ergebnisse nicht in einem sogenannten „Rodungsprotokoll“ festgehalten wurden. Das sei nach Angaben des Naturschutzbundes BUND eigentlich so üblich.

L 821n: Landschaftswächterin fürchtet um bedrohte Tiere an der geplanten Trasse

Landschaftswächterin Tanja Mastenbroek macht der Bau der L 821n Sorgen. © Stefan Milk

Keine Aufzeichnungen im „Rodungsprotokoll“

Hausendorf bestätigt, dass es tatsächlich keine Aufzeichnungen über die Untersuchung in einem solchen Protokoll gibt. Das hat aber offenbar auch die Aufsichtsbehörde bei der Bezirksregierung Arnsberg nicht bemängelt. „Wir gehen da arbeitsteilig vor“, sagte Christoph Söbbeler, der Pressesprecher der Bezirksregierung. Die Untersuchung sei Sache von Straßen NRW. Im Übrigen könne sich die Straßenbauabteilung in Arnsberg nicht vorstellen, dass Straßen NRW bei einer so umstrittenen Planung fahrlässig handelt.

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Im nächsten Abschnitt gibt es keine entsprechenden Bäume

Bei den in diesem Winter anstehenden Rodungsarbeiten für den zweiten Bauabschnitt stelle sich die Frage gar nicht, sagte Hausendorf. In dem Abschnitt zwischen Erich-Ollenhauer-Straße und Pantenweg gebe es keine hohen Bäume, die für die Straße gerodet werden müssten. Die ständen nur auf dem Abschnitt zwischen Kuhbach und Parkfriedhof. Dort sind Rodungen aber erst nach dem 30. September vorgesehen.

L 821n: Landschaftswächterin fürchtet um bedrohte Tiere an der geplanten Trasse

Der Schwanenweiher an der Erich-Ollenhauer-Straße ist Laichgewässer für viele Amphibien. Straßen NRW will während der Bauzeit der L 821n Schutzzäune an der Baustelle aufstellen. © Marcel Drawe

Sorge um Amphibien im Schwanenweiher

Mastenbroek fürchtet aber auch, dass die Kleinlebewesen im Schwanenweiher von dem Bau der L 821n bedroht werden. Die Naturschützer stellen schon seit einigen Jahren einen Krötenschutzzaun an der Erich-Ollenhauer-Straße auf, um Kröten auf dem Weg zum Laichplatz vor dem Überfahren zu retten. Sie geht davon aus, dass auch aus der anderen Richtung, von Süden, Kröten und Frösche zum Teich wandern, um dort zu laichen.

Schutzzaun an der Baustelle geplant

Hausendorf versichert, dass Straßen NRW auch dieses Problem im Blick habe. Während der gesamten Bauzeit soll es Krötenschutzzäune geben, die verhindern sollen, dass Amphibien auf die Baustelle gelangen und dort überfahren werden, sagt er.

Wenn die Straße fertig ist, könnten die Amphibien wieder über den Heidegraben zu ihrem Laichgewässer gelangen.

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