L 821n: Initiative glaubt nicht mehr an Stopp der Straße und setzt sich neue Ziele

dzKlimaschutz

Die Initiative „L 821n – Nein!“ glaubt selbst nicht mehr so recht daran, dass sie die neue Straße stoppen kann. Deshalb setzt sie sich jetzt ein neues Ziel.

Bergkamen

, 10.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit feststeht, dass die L 821n gebaut wird, macht die Bürgerinitiative „L 821n – Nein!“ mobil gegen die neue Straße. Jetzt gibt die Initiative zum Teil auf, wie Sprecher Andreas Worch mitteilt. Die BI gehe nicht mehr davon aus, dass sie die Straße verhindern kann – auch wenn die Frage der Entwässerung im Bereich des Kuhbachs noch immer nicht geklärt sei.

Arbeiten an der Straße weit fortgeschritten

Bei dieser Einschätzung dürfte eine Rolle spielen, dass die Arbeiten am ersten Bauabschnitt der L 821n bereits weit fortgeschritten sind. Auch am nördlichen Bauabschnitt sind zumindest die Rodungsarbeiten erfolgt, einschließlich des Bereichs, in dem der Kreisverkehr an der Erich-Ollenhauer-Straße entstehen soll. Die BI will aber trotzdem weiter politisch arbeiten, wenn auch mit einer anderen Zielsetzung als bisher: Sie will sich für den Klimaschutz einsetzen.

Jetzt lesen

Dabei will die Initiative das Potenzial nutzen, das sie durch den Protest gegen die Straße gewonnen hat. Die BI habe zurzeit immerhin 45 aktive Mitglieder und viele Sympathisanten, teilt Worch mit. Im Februar habe es immerhin noch 1619 aktive Benutzer auf dem Facebook-Auftritt der BI gegeben.

So sieht das neue Logo der Bürgerinitiative aus. Es soll symbolisieren, dass sie sich auch für Klimaschutz einsetzt.

So sieht das neue Logo der Bürgerinitiative aus. Es soll symbolisieren, dass sie sich auch für Klimaschutz einsetzt. © privat

Bergkamen soll bis 2030 klimaneutral werden

Das neue Ziel, das die BI sich auf die Fahne schreiben will, lautet: „Stadt Bergkamen – Netto 0 Emissionen bis 2030“. Mit anderen Worten. Die Initiative will sich dafür einsetzen, dass die Einwohner von Bergkamen bis spätestens 2030 nur so viele Treibhausgase emittieren, wie von der Natur kompensiert werden können. Um dieses Ziel sei eine Bestandsaufnahme notwendig. Damit meint die Initiative eine CO2-Bilanz für Bergkamen. Daraus ließen sich weitere Maßnahmen ableiten, meinen die BI-Mitglieder.

Jetzt lesen

Dabei soll die Stadt den „Klimaschutz-Planer“ nutzen, den die Energie-Agentur NRW zur Verfügung stellt. Das Land habe für alle interessierten Kommunen die Lizenz erworben. Dadurch sei die Nutzung bis 2023 sichergestellt. Außerdem gebe es beim ersten Aufstellen der CO2-Bilanz Fördermittel und Unterstützung durch die Energie-Agentur.

Jetzt lesen

Nach Auffassung der BI greift der Energiebericht der Stadt zu kurz, weil er nur die öffentlichen Gebäude erfasst, aber nicht alle anderen Emittenten. Die Initiative will deshalb eine entsprechende Bürgeranregung an den Stadtrat geben.

Eine Demo gegen die L 821n plant die BI übrigens vorerst nicht. Sie sei aber auch nicht ganz ausgeschlossen, teilt Worch mit.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Corona-Krise
Coronavirus: Arbeitsmarkt „schwer getroffen“ – auch wenn man es noch nicht sieht