70 km/h und keine Ampel: Dieser Schulweg könnte durch die L 821n gefährlich werden

dzL 821n

In der zweiten Bürgersprechstunde zum Bau der L 821n gab es vor allem ein Aufregerthema. Es geht um einen Schulweg, den die neue Umgehungsstraße durchschneidet.

Oberaden

, 18.10.2019, 11:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Anfang der Bürgersprechstunde hagelten noch Fragen und Kritik auf Frank Hausendorf und Melanie Nölke ein. Doch mit der Zeit wurde der Ton im Baustellencontainer an der Lünener Straße ruhiger. Das lag sicherlich auch an der Ruhe von Nölke, Abteilungsleiterin Straßenbau des Landesbetriebes, und Projektleiter Hausendorf, die geduldig jede Frage der Anwesenden beantworteten.

Vor allem die Straßen, die die Umgehungsstraße L 821n künftig schneiden oder unterbrechen wird, interessierten die Bergkamener, die am Donnerstagabend zur Bürgersprechstunde gekommen waren.

Ob er in Zukunft über den Friedhofsweg von Oberaden aus zum Friedhof gehen könne, wollte ein Mann wissen. „Während der Baumaßnahmen schon, irgendwann nicht mehr“, kam die Antwort von Hausendorf. Dass der Friedhofsweg abgeschnitten wird, sei schon in der Planungsphase festgelegt worden. Einwände hätten Bürger während der Planfeststellung einbringen müssen. Jetzt hat Straßen NRW den Auftrag, so zu bauen, wie geplant.

Dass dieser Plan viele Gegner hat, ist längst kein Geheimnis mehr. „Ich verstehe die Straßengegner auch“, sagt Melanie Nölke.

Sie nimmt sich viel Zeit, um Unklarheiten zu beseitigen. Auch als Zweifel an der Kompetenz des Landesbetriebes laut werden, erklärt sie, dass erfahrene Fachleute am Werk seien. „Wir bauen nicht zum ersten Mal eine Straße.“

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L 821n schneidet einen Schulweg

Vor allem der Pantenweg kam immer wieder zur Sprache. Er wird durch die Umgehungsstraße geschnitten, kann aber künftig dank einer Querungshilfe weiterhin überquert werden. Das reicht einigen Anwesenden offenbar nicht. Über den Pantenweg gingen Kinder zur Schule, wenden sie ein.

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Doch ihre Frage, ob dort ein Zebrastreifen oder eine Ampel angebracht werden könnte, verneinen die Straßen-NRW-ler deutlich. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass dort einst langsamer als 70 km/h gefahren wird, ist sehr gering.

Die Kommune sei in diesem Fall der richtige Ansprechpartner, erklärt Hausendorf. Sie müsse eine Geschwindigkeitsreduzierung anordnen.

Nachdem das Thema gegen Ende der Sprechstunde noch einmal aufploppte versprach Nölke aber zumindest, die Anmerkung mitzunehmen. Möglich seien zum Beispiel Verkehrsschilder, die auf den Schulweg hinweisen.

70 km/h und keine Ampel: Dieser Schulweg könnte durch die L 821n gefährlich werden

Melanie Nölke und Frank Hausendorf beantworten die Fragen der Bergkamener geduldig. Es sind größtenteils Anwohner, die persönlich betroffen sind. © Borys Sarad

Weitere Bürgersprechstunde geplant

Fragen nach abgeschnittenen oder gekreuzten Wegen, nach Ausgleichsbepflanzungen, nach Emissionsschutz, nach der Entwässerung und viele mehr sind Nölke und Hausendorf freilich nicht neu. „Manche Fragen werden nächstes Mal wieder gestellt werden“, weiß Nölke. Am Donnerstag waren einige neue, und mehr Leute zur Sprechstunde gekommen. Dass die Straßenexperten sich Zeit für die Menschen vor Ort nehmen kommt offenkundig gut an – auch bei den Straßengegnern.

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