Kunstwerk am Kuhbach soll wieder neu gestaltet werden, aber ein Schutz ist kaum möglich

dz„Wasser, Erde, Luft“

Der Graffiti-Künstler Gianni Foitzik soll das Kunstwerk „Wasser, Erde, Luft“ an der Kuhbachtrasse erneut wiederherstellen. Bevor er zur Spraydose greifen kann, gibt es jedoch noch Klärungsbedarf.

Bergkamen

, 23.05.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer zurzeit auf der Kuhbachtrasse zwischen Pfalzstraße und Töddinghauser Straße unterwegs ist, sieht dort Kanalrohre, die zum Teil weiß gestrichen sind. Um es genau zu sagen, sind sie weiß wie eine unbenutzte Leinwand. Der Graffiti-Künstler Gianni Foitzik soll sie neu gestalten, denn es handelt sich um eine Kunstwerk. Ursprünglich hatte es die Bergkamener Künstlerin Gisela Schmidt, die 2018 verstorben ist, zusammen mit Bergkamener Kindern geschaffen. Es trägt den Titel „Wasser-Erde-Luft“

Werk schon mehrfach zerstört

Foitzik stellt es nicht zum ersten Mal wieder her. Bereits vor einiger Zeit hatte er die Rohre neu gestaltet. Einer oder mehrere jugendliche Sprayer setzten sich aber über den Ehrenkodex hinweg, den es eigentlich unter Graffiti-Künstlern gibt und beschädigten die Kunstwerke. Sie sprühten ihre Parolen auf die Bilder. Auch das ursprüngliche Kunstwerk war zerstört worden.

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Diesmal ist es schwieriger, das Kunstwerk wieder zu restaurieren. Foitzik kann nicht einfach zur Spraydose greifen und es neu gestalten. Das Urheberrecht liegt bei Gisela Schmidt. Als Foitzik es zum ersten Mal neu gestaltete, konnte er seine Ideen noch mit der Künstlerin abstimmen.

Graffiti-Künstler Gianni Foitzik hat das Kunstwerk von Gisela Schmidt bereits einmal neu gestaltet. Auch das ursprüngliche Werk wurde von Unbekannten zerstört.

Graffiti-Künstler Gianni Foitzik hat das Kunstwerk von Gisela Schmidt bereits einmal neu gestaltet. Auch das ursprüngliche Werk wurde von Unbekannten zerstört. © Stefan Milk (Archiv)

Abstimmung mit den Rechtsnachfolgern von Gisela Schmidt

Da sie mittlerweile verstorben ist, ist eine Abstimmung mit den Erben notwendig, die auch bei ihren Werken Rechtsnachfolger der Künstlerin sind, erklärt Pressesprecherin Ann-Kathrin Lappe vom Lippeverband. Der Verband ist Eigentümerin der Kuhbachtrasse und daher auch für das Kunstwerk zuständig. Diese Abstimmung laufe zurzeit noch, teilte Lappe mit. Das ist nicht das einzige Problem: Foitzik fürchtet, dass auch sein neues Werk wieder von Sprayern zerstört werden könnte. Er regte deshalb bereits an, den Zugang zu dem Kunstwerk zu beschränken.

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Lappe sieht dafür jedoch wenig Möglichkeiten. Eine Umzäunung des Kunstwerks komme aus der Sicht des Verbandes nicht in Frage, sagte sie. „Die Menschen, die auf der Kuhbachtrasse unterwegs sind, sollen die Möglichkeit haben, das Kunstwerk zu betrachten“, sagte sie. Andere Möglichkeiten, das Kunstwerk vor Vandalismus zu schützen, sieht der Lippeverband zurzeit nicht.

Auch bei einem anderen Kunstwerk an der Kuhbachtrasse sind Instandsetzungsarbeiten geplant. Am Kunstwerk „Die Römer“ des Künstlers Dietrich Worbs in Oberaden soll es eine neue Info-Tafel geben. Die alte Tafel war ebenfalls Vandalismus zum Opfer gefallen.

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