„Kulturpott Ruhr“ will auch in Bergkamen Karten an Menschen mit wenig Geld verschenken

dzVerein auf Raumsuche

Der Verein KulturPott.Ruhr verschafft Menschen, die nur wenig Geld haben, den Zugang zu Kulturveranstaltungen in der Region. Nun will er seine Aktivitäten in Bergkamen ausweiten.

Bergkamen

, 27.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Heinz Briefs hat sich auf die Fahne geschrieben, Menschen mit wenig Geld Zugang zur Kultur ermöglichen. Er sitzt im Vorstand des Vereins „KulturPott.Ruhr“. Der arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip wie die „Tafeln“, die Lebensmittel an Bedürftige ausgeben. „KulturPott.Ruhr“ kooperiert mit Kulturveranstaltern, die ein bestimmtes Kartenkontingent zur Verfügung stellen. Der Verein verteilt sie an kulturinteressierte Menschen, die sich den Eintritt nicht leisten können - zum Beispiel, weil sie nur über ein geringes Einkommen verfügen oder von staatlichen Leistungen wie Hartz IV abhängen.

„Kulturpott Ruhr“ will auch in Bergkamen Karten an Menschen mit wenig Geld verschenken

Das Kulturreferat stellt für das Projekt Karten für seine Konzertreihen wie den „Klangkosmos Weltmusik“ zur Verfügung. © Marcel Drawe


Karten für Konzerte in Bergkamen

Das Kulturreferat lässt dem „KulturPott.Ruhr“ regelmäßig Freitickets für Reihen wie den „Klangkosmos Weltmusik“ oder den „Grand Jam“ zukommen. So richtig groß scheint die Nachfrage allerdings nicht zu sein. „Im gesamten Kreis Unna haben wir nur 75 Gäste“, sagt Briefs. So nennt der Verein die Menschen, die sich bei ihm registriert und die Anspruch auf die Karten haben. Möglicherweise muss sich dieses Angebot noch herumsprechen. Deshalb will „KulturPott.Ruhr“ einen Standort in Bergkamen eröffnen. Dazu sucht Briefs noch zweierlei: Einen leer stehenden Raum, den der Verein nutzen kann, und Ehrenamtliche, die sich dort engagieren. „Sie müssten einmal pro Woche für ein bis zwei Stunden in unserem Bergkamener Raum sitzen“, sagt Briefs. Ihre Aufgabe bestünde darin, Besucher zu informieren und Karten auszugeben.

Stichwort

KULTURPOTT.RUHR

  • Informationen über das Projekt gibt es auf der Homepage https://kulturpott.ruhr/
  • Vorgestellt wird das Projekt „KulturPott.Ruhr“ bei der öffentlichen Sitzung des Kulturausschusses am Mittwoch, 3. Juli. Sie beginnt um 17 Uhr im Saal I des Ratstraktes neben dem Rathaus.
  • Vorstandsmitglied Heinz Briefs ist zu erreichen unter Tel. 0172/5230289 oder heinz.briefs@web.de

Persönliche Ansprache ist wichtig

Außerdem sollen sie bereits registrierte Gäste per Telefon oder E-Mail über bevorstehende Veranstaltungen zu informieren. Briefs und seine Mitstreiter haben die Erfahrung gemacht, dass die zur Verfügung stehenden Karten vor allem dann Absatz finden, wenn mögliche Interessenten direkt angesprochen werden. Briefs hofft bei seinem Vorhaben auf die Unterstützung der Stadt und stellt das Projekt in der nächsten Sitzung des Kulturausschusses vor.

Schwierige Suche nach Ehrenamtlichen

Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel steht dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber. Ein Raum müsste sich in Bergkamen eigentlich finden lassen, meint sie. Schwieriger könnte es mit den Ehrenamtlichen sein, die werden auch in anderen Bereichen benötigt. Wie groß das Interesse an Tickets aus dem „Kulturpott“-Kontingent in Bergkamen ist, ist schwer einzuschätzen. Aber womöglich steigt das Interesse bald, meint Briefs: „Borussia Dortmund hat in Aussicht gestellt, uns Karten zur Verfügung zu stellen.“

Lesen Sie jetzt

Hellweger Anzeiger Tourismusförderung

Die „Lauschtour“-App steht bereit, doch die Stadt bewirbt sie noch nicht

Hellweger Anzeiger Geburt während Mondlandung

Erster Schritt und erster Schrei: Wie das „Astronautenbaby“ zur Welt kam

Hellweger Anzeiger Westernreiten

Auf der Sunray-Ranch stehen die Pferde nicht nur bei den Reitturnieren im Mittelpunkt

Hellweger Anzeiger Kein Fischsterben in Bergkamen

Den Fischen in Bergkamen geht es gut – aber nur solange die Temperaturen nicht steigen

Meistgelesen