Kulturförderung mit kurzer Frist

dzGeld vom Land

Die Kultureinrichtungen der Stadt haben die Möglichkeit, mit Fördermitteln vom Land ihre technische Ausrüstung zu verbessern. Allerdings räumt ihnen das Ministerium nicht viel Zeit ein, um die Vorhaben auch umzusetzen.

Bergkamen

, 03.10.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es gut läuft, dann bekommt die Stadt vom Land 205.000 Euro, um die technische Infrastruktur ihrer Kultureinrichtungen auszubauen. Allerdings bleibt nicht allzu viel Zeit, um das Geld auszugeben: „Es werden nur Maßnahmen gefördert, die wir bis zum Jahresende abgeschlossen haben“, sagt Kulturdezernent Marc Alexander Ulrich. Er ist deshalb nicht uneingeschränkt glücklich über das Förderprogramms des Kultur- und des Wirtschaftsministeriums.

Von dem hat Ulrich erst im Laufe des Septembers erfahren. Die Anträge müssen bis zum 15. Oktober gestellt werden. Ulrich und seine Mitarbeiter habe insgesamt acht Projekte vorgeschlagen, die sich kurzfristig umsetzen lassen. „Das waren zum Teil Dinge, die wir sowieso geplant haben“, sagt der Dezernent. Teilweise haben die Kulturverwalter aber auch geschaut, welche Anschaffungen sich noch bis zum Jahresende bewältigen lassen. Ulrich rechnet nicht ernsthaft damit, dass die Stadt wirklich für alle Anträge auch einen Zuschlag erhält. Aber je mehr Projekte die Stadt vorschlägt, desto größer sei die Chance, von dem Programm zu profitieren. „Außerdem wollen wir demonstrieren, dass wir tatsächlich Bedarf für den Ausbau der kulturellen Infrastruktur haben“, sagt Ulrich. Allerdings hätte er sich dafür dann doch andere Rahmenbedingungen gewünscht. So weiß er zum Beispiel, dass ein Fachgremium über die Vergabe der Mittel beschließt – wie es zusammengesetzt ist und nach welchen Kriterien es entscheidet, sei dem Förderprogramm jedoch nicht zu entnehmen.

Ulrich sagt, er habe bei der Auswahl der Förderanträge Wert darauf gelegt, dass möglichst alle Kultureinrichtungen bedacht werden. So hat die Stadt zum Beispiel Gelder für neue Bühnentechnik im studio theater beantragt sowie eine Ton- und Mischanlage für die Jugendkunstschule. Die Galerie „sohle 1“ soll eine LED-Beleuchtung erhalten, und auch das Stadtmuseum wird bedacht: Es soll einen „Kulturtransporter“ bekommen. „Das ist ein Fahrzeug, mit dem man Menschen und Material zum Beispiel vom Museum zum Römerpark bringen kann“, erläutert Ulrich. Der Dezernent ist optimistisch, dass er alle Anschaffungen, die das Land bewilligt, bis zum Jahresende abwickeln kann. Gleichwohl hätte sich das Geld vermutlich sinnvoller investieren lassen, wenn der Stadt ein wenig mehr Zeit zur Verfügung gestanden hätte, um zu planen. Um auf Nummer sicher zu gehen hat Ulrich einen Brief an die Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen geschrieben, um sich zu erkundigen, ob sich die Förderfrist über Silvester hinaus verlängern lässt: „Eine Antwort habe ich noch nicht bekommen.“

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