Kuhbach wird gesperrt: Pumpwerk braucht neue Elektrik, damit Bergkamen nicht absäuft

dzSchutz vor Hochwasser

Fußgänger und Radler müssen einen Umweg einplanen, wenn sie auf der Kuhbachtrasse unterwegs sind. Der Lippeverband verlegt eine neue Elektroleitung – und die ist wichtig, um Keller trocken zu halten.

Bergkamen

, 20.11.2020, 15:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als im September 2014 ein Regen über Bergkamen niederging, den es statistisch nur alle 200 Jahre gibt, gab es in einem Bereich von Bergkamen besonders große Probleme: Das sogenannte Pumpwerk Schönhausen an der Bambergstraße schaffte es nicht, das Wasser schnell genug wegzupumpen. Die Folge: In der Umgebung gab es Überschwemmungen. Viele Keller standen unter Wasser.

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Die Regenarmut in den vergangenen Jahren täuscht: Wegen des Klimawandels rechnet der Lippeverband mit einem ähnlichen Starkregen nicht nur alle 200 Jahre, sondern wesentlich häufiger. Aus diesem Grund soll auch das Pumpwerk verbessert werden.

Es soll ein wesentlich größeres Regenrückhaltebecken bekommen – insgesamt 47.000 Kubikmeter groß – und der Verband kündigte an, die gesamte Elektrik zu erneuern.

Die Elektrik des Pumpwerks ist schon 35 Jahre alt

Die schon 35 Jahre alte Elektrik soll in den kommenden Tagen erneuert werden, kündigt der Lippeverband jetzt an. Dabei handelt es sich um eine recht große Maßnahme. „Die Schaltanlagen im Pumpwerk nehmen immerhin einen ganzen Raum ein“, sagt Anne -Kathrin Lappe, die Sprecherin des Lippeverbandes.

Um die Leitung zu verlegen, sperrt der Verband die Kuhbachtrasse auf der kompletten Strecke zwischen der Bambergstraße und dem Augustweg – das sind immerhin einige 100 Meter.

Der Lippeverband will die Kuhbachtrasse bis zum 4. Dezember sperren, um eine neue Elektroleitung zu verlegen.

Der Lippeverband will die Kuhbachtrasse bis zum 4. Dezember sperren, um eine neue Elektroleitung zu verlegen. © Stefan Milk

Die beliebte Strecke für Fußgänger und Fahrradfahrer soll voraussichtlich vom Ende dieser Woche bis Freitag, 4. Dezember gesperrt sein.

Die Sperrung ist notwendig, weil es für den Lippeverband nicht so einfach ist, die neue Elektroleitung zum Pumpwerk zu verlegen. Unter der Trasse liegen auch noch diverse andere Versorgungsleitungen, erläutert Lappe. „Wir dürfen mit dem Stromkabel nicht so nah an diese Leitungen herankommen“, sagt die Sprecherin.

Pumpen dürfen im Notfall nicht ausfallen

Die neuen elektrischen Leitungen sollen garantieren, dass das Pumpwerk nicht im Notfall ausfällt. Das Volumen des Pumpwerks lässt sich übrigens nicht ohne weiteres vergrößern. Das liegt daran, dass das Wasser bis zum nächsten, größeren Pumpwerk weitergepumpt wird – in diesem Fall das Pumpwerk am Pantenweg in Oberaden. Dort darf nicht mehr Wasser ankommen, als die Pumpen bewältigen können – und das ist mit bis zu 8200 Liter pro Sekunde schon gewaltig.

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Das Pumpwerk Schönhausen ist das drittgrößte in Bergkamen und hat eine maximale Leistung von 6420 Litern pro Sekunde.

Pumpwerke

Teile von Bergkamen sind wie eine große Schüssel

  • Das Wasser muss in einem großen Teil von Bergkamen weggepumpt werden, weil es nicht mehr von allein abfließt.
  • Durch die Senkungen als Folge des Bergbaus sind sogenannte „Polder“ entstanden.
  • Sie sind wie eine große Schüssel, aus der das Wasser nicht von allein abfließen kann.
  • Ohne die Pumpwerke würden sich große Teile von Bergkamen in einen See oder einen Sumpf verwandeln.
  • Allein der Lippeverband betreibt in Bergkamen elf Pumpwerke.
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