Künstler kommen aus ihren Ateliers in den Garten

dzKunstmarkt in Rünthe

Statt in Galerien und Ateliers war Kunst am Wochenende an einem ungewöhnlichen Ort zu sehen. Annette Werth hatte ihren Garten für eine Ausstellung der Gruppe „Glücksschmiede“ geöffnet.

von Sharin Leitheiser

Rünthe

, 03.09.2018, 12:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Privatgrundstück in Rünthe wurde am Wochenende zum Open-Air-Ausstellungsraum für Kunst in allen erdenklichen Formen und Farben. Die Künstlergruppe „Glücksschmiede“ aus Dortmund tat sich dafür mit Einzelkünstlern aus Bergkamen und Umgebung zusammen. Gemeinsam präsentierten sie der Öffentlichkeit am Sonntag eine bunte Palette aus Kunst zum Ansehen, Anfassen und Mitnehmen.

„Als ich die Gruppe Anfang des Jahres gegründet habe, wollte ich die Künstler dazu bewegen, mutig zu werden und mit ihren Werken rauszugehen, statt sich in ihren Ateliers zu verschanzen“, erläuterte die Leiterin der „Glücksschmiede“, Susanne Weiß. Sie war mit einem kleinen Zelt beim 1. Rünther Kunstmarkt vertreten. Dort gab sie Besuchern und Kollegen Einblicke in ihr Schaffen: Von abstrakten Formen bis zu gegenständlichen Motiven mit regionalem Bezug wie ein Acrylgemälde vom Lüner Hafen war alles dabei. „Spaß an der Freude haben ist für mich das A und O“, bilanzierte Weiß mit Blick auf ihr selbst gestaltetes T-Shirt. „Warnung – Lachen steckt an“ stand dort neben dem Bild einer Grimassen schneidenden Schleiereule.

Unterschiedliche Kunstwerke

Diese Meinung schienen am Samstag auch die übrigen 16 Künstler, ihr Publikum und die kunstinteressierte Grundstücksbesitzerin Annette Werth zu teilen. Durch einen befreundeten Maler sei sie auf die „Glücksschmiede“ aufmerksam geworden und gleich begeistert gewesen. „Als wir uns dann im Juli zusammengesetzt haben, fiel ganz spontan der Entschluss, dass es mit dem ersten Kunstmarkt in Rünthe noch in diesem Jahr klappen soll“, berichtete Werth. Ihre Familie würde die große Rasenfläche auf dem Erbgrundstück am Sandbochumer Weg zur Verfügung stellen, der Rest sei den Künstlern selbst überlassen.

Jede Menge zu entdecken gab es in der bunten Zeltstadt. Als einer von zwei Künstlern aus Bergkamen überzeugte Siegfried Vogel vor allem mit seinen ausdrucksstarken Portraits – sowohl von sich selbst als auch von anderen.

Martin Schipper aus Dortmund hat sich als einziges Mitglied der „Glücksschmiede“ auf Airbrush-Kunst spezialisiert. Sein „Pinsel“ – die Düse seiner Airbrush-Pistole – hat einen Durchmesser von gerade einmal 0,2 Millimetern.

Neben Kunst fürs Auge gab es am Sonntag auch Kunst zum Anfassen: Handgeknotetes Garn, selbst gemachter Schmuck und individuell gestaltete Taschen. Beim Dortmunder Künstler Jochen Pieper verbanden sich diese zwei Komponenten zu einem einzigartigen Erlebnis. Während es sonst verpönt ist, ein Ausstellungsstück mit den Händen zu berühren, forderte er die Besucher regelrecht dazu auf, seine 3D-Gemälde anzufassen.

Baumrinde, Geigenteile oder hunderte Hydrokultur-Kugeln gaben auf Piepers Leinwänden in der Tat ein spannendes Bild ab.

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