Künstler arbeiten draußen im Zeichen des blauen Bandes

dzPleinair am Pestalozzihaus

Interessierte können Mitgliedern der Künstlergruppe sohle 1 auf dem Hof des Pestalozzihauses über die Schulter schauen. Bei der Aktion spielt das „Blaue Band“ eine besondere Rolle.

Bergkamen

, 14.06.2019, 15:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sonne scheint und im Schatten unter der Turnhalle der ehemaligen Pestalozzischule ist es angenehm. Das sind ideale Bedingungen für das „Pleinair“, zu dem sich Künstler aus der Bergkamener Künstlergruppe sohle1 auf dem Hof des Pestalozzihauses auf dem Nordberg zusammengefunden haben. „Pleinair“ bedeutet arbeiten unter freiem Himmel und alle Bergkamener sind dazu eingeladen, den Künstlern dabei über die Schulter zu schauen.

Künstler arbeiten draußen im Zeichen des blauen Bandes

Thea Holzer malt im strahlenden Sonnenschein. © Michael Dörlemann

Die Künstler hoffen auf Zuschauer

An diesem frühen Freitagnachmittag aber ist es noch leer um die Künstler herum. Nur im Hintergrund toben einige Kinder, die aus dem Kindergarten St. Elisabeth kommen. „Natürlich hat uns schon die eine oder andere Gruppe aus dem Kindergarten oder aus dem Familientreff über die Schulter geschaut“, sagt Peter Wiesemann, der auf dem Hof an einer Skulptur aus Ruhrsandstein arbeitet. Das erste Pleinair der Künstlergruppe war im vergangenen Sommer auf Wiesemanns Grundstück in Bönen. Auf dem Hof des Pestalozzihauses hoffen die Künstler auf mehr öffentliche Resonanz, zumal sich der Platz in Bergkamens alter Stadtmitte befindet, wie Künstler Wolfgang Pikulik betont.

Künstler arbeiten draußen im Zeichen des blauen Bandes

Wolfgang Pikulik feilt an einem "Verwurf", wie er sein Werk nennt, er will eine Figur schaffen, sie zerknüllen und so ein neues Kunstwerk schaffen. © Michael Dörlemann

Blaue Folie zerschnitten

Die Verbindung zwischen der neuen Stadtmitte am Rathaus und der alten Mitte am Nordberg spielt auch beim Pleinair eine Rolle: Es hat das Motto „Das blaue Band sucht die Kunst“. Die Künstler wollten das Blaue Band zunächst über die Straßen hinweg bis zum Pestalozzihaus verlängern, erläutert Pikulik. Das erlaubten die Behörden jedoch nicht.

Deshalb haben die Künstler die blaue Folie recycelt, mit der sie für eine Kunstaktion die Haldenspitze verkleidet hatten. Sie haben die Folie in Streifen geschnitten und an den Fenstern der Musikschule und der der Jugendkunstschule aufgehängt. Das sei ein Zeichen dafür, dass die beiden Kultureinrichtungen ein Teil der Stadtmitte sind, sagt Pikulik.

Präsentation zum Jekits-Tag

Viele Zuschauer erhoffen sich die Künstler, wenn an diesem Samstag die Musikschule den Jekits-Tag auf dem Hof des Pestalozzihauses feiert. Die Gruppe habe das Pleinair eigens auf die Zeit von Donnerstag, 13. Juni, bis Donnerstag, 20. Juni jeweils von 10 bis 17 Uhr gelegt, damit Interessierte auch am Wochenende kommen können, erläutert Wiesemann.

Künstler arbeiten draußen im Zeichen des blauen Bandes

Peter Wiesemann arbeitet an einem Ruhrsandstein, der von der Verblendung einer Autobahnbrücke stammt. © Michael Dörlemann

Sandstein von einer Autobahnbrücke

Sie können ihm dann über die Schulter schauen, wie er den Stein aus etwa 400 Millionen Jahre alten Ruhrsandstein bearbeitet. Der Stein hat eine interessante Geschichte. Vor dem sechsspurigen Ausbau der A 2 war er als Verblendung an einer Brücke angebracht.

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