Kriminalität in Bergkamen: Weniger Straftaten, dafür besonders erschütternde Fälle

dzPolizei

Die Kreispolizei Unna ist insgesamt zufrieden mit der aktuellen Kriminalstatistik. Die Zahl der Straftaten ist zurückgegangen. Auch in Bergkamen. Dafür wiegen manche Fälle schwer.

Bergkamen

, 05.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erschütternde Nachrichten aus Bergkamen machten im vergangenen Jahr viele Menschen in der ganzen Region betroffen. Im September brachte ein Mann erst seine Verlobte und dann sich um, im November ereignete sich eine ganz ähnliche Tat. Die Motive beider Taten sollen Trennungsabsichten der Frauen gewesen sein.

Zwischendurch schockierten Nachrichten von Vergewaltigungen die Bergkamener.

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Die heftigen Taten könnten auf ein besonders kriminelles Jahr für Bergkamen schließen lassen. Besonders die zwei tödlichen Beziehungsdramen ziehen die aktuelle Kriminalstatistik für das Jahr 2019 herunter, denn die jeweilige Zeile blieb in den vergangenen drei Jahren leer. Zuletzt zählte die Polizei im Jahr 2015 eine „Straftat gegen das Leben“. Zu Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen kam es indes öfter – in den vergangenen zwei Jahren zählte die Polizei jeweils sieben Fälle in Bergkamen.

Die Zahl der Straftaten ist in Bergkamen zurückgegangen

Doch obwohl es im vergangenen Jahr diese schlimmen Fälle gab, gibt es auch positive Nachrichten. So ist etwa die Zahl der Straftaten insgesamt zurückgegangen. 2325 Fälle sind in der Statistik der Kreispolizei Unna aufgeführt. Im Jahr davor waren es 277 Straftaten mehr. 2602 an der Zahl. Die Zahl der Körperverletzungen sank von 210 auf 183, die der Diebstahlsdelikte sogar von 1030 auf 824.

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Am häufigsten wurde im vergangenen Jahr in Läden eingebrochen (153), dicht gefolgt von Auto- (108) und Fahrraddiebstählen (95) sowie Wohnungseinbrüchen (86). Die Zahlen sind in diesen Fällen gesunken. Alleine bei Autos (+2) und Mopeds bzw. Krafträdern (+3) ist die Zahl der Diebstähle leicht gestiegen – ebenso die Zahl der Einbrüche in Neu- bzw. Rohbauten (+4).

Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, liegt hier unter Landesdurchschnitt

Eine Zahl, die ebenfalls gestiegen ist, ist die der Vermögens- und Fälschungsdelikte. 38 Fälle mehr zählte die Polizei im vergangenen Jahr. Dazu gehören zum Beispiel Tankbetrug oder Urkundenfälschung.

Insgesamt zeigt sich die Kreispolizei zufrieden mit der Entwicklung. Die Gesamtkriminalität sei rückläufig und das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, liege deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

„Es zeigt sich, dass die konsequente Ausrichtung der letzten Jahre, in denen wir uns auf den Wohnungseinbruch sowie die Bekämpfung der Straßen-, Gewalt- und Jugendkriminalität konzentriert haben, weiterhin Früchte trägt“, sagte Landrat Michael Makiolla, Leiter der Kreispolizeibehörde.

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