Konzept für Bäume in Schönhausen lässt noch länger auf sich warten

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Bis die Stadt einen Vorschlag zum Baumbestand in Schönhausen macht, wird noch einige Zeit vergehen. Es ist schwierig, Bäume zu fällen, neue zu pflanzen – und die Kosten stehen noch nicht fest.

Bergkamen

, 07.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Stadt Bergkamen arbeitet schon seit einiger Zeit an einem Konzept, wie sie mit den Platanen in der ehemaligen Zechensiedlung Schönhausen umgehen soll. Experten eines Kamener Landschaftsplanbüros haben die Bäume bereits im vergangenen Jahr begutachtet. Die Stadt hat mit den Vertretern von diversen Versorgungsunternehmen gesprochen, die in den Straßen der Siedlung Leitungen verlegt haben. Und sie hat sich im Stadtgebiet nach Stellen umgeschaut, wo auch außerhalb der Siedlung Bäume als Ersatz für gefällte Platanen gepflanzt werden können. Zu einem endgültigen Ergebnis ist sie aber noch nicht gekommen. Hans Irmisch, Leiter des Sachgebiet Tiefbau und Grünflächen bei der Stadt Bergkamen, kann noch nicht sagen, wann die Stadtverwaltung der Kommunalpolitik ein Konzept zur Beratung vorlegt. Dafür sind immer noch zu viele Dinge zu klären.

Ein größerer Teil der Platanen soll gefällt werden

Sicher ist bisher nur, dass ein größerer Teil der Platanen weichen muss. Betroffen ist vor allem der Teil der gut 100 Jahre alten Bäume, die unmittelbar nach dem Bau der Siedlung zum Teil nur zwei Meter entfernt von Fassaden gepflanzt wurden. Aus den Bäumchen von einst sind mittlerweile Riesen geworden, deren Wurzeln an einigen Stellen in Fundamente wachsen. Auch die Versicherung hat der Stadtverwaltung zum Handeln geraten, auch wenn die Alleen in Schönhausen eigentlich durch das Baumschutzkataster NRW geschützt sind.

Konzept für Bäume in Schönhausen lässt noch länger auf sich warten

Zum Teil sind die Bäume in so geringem Abstand zu Häusern gepflanzt worden, dass die Wurzeln ein Problem für das Fundament sind. © Michael Dörlemann

Bäume sollen nur dort fallen, wo es sich nicht vermeiden lässt

Irmisch betont, dass nur dort Bäume beseitigt werden sollen, wo es nicht zu vermeiden ist. „Wir sind von Beruf Baumschützer und kämpfen um jeden Baum“, sagt er. Die Bäume sind zwar nicht die eigentlichen Verursacher von Schäden, erläutert der Tiefbau-Fachmann, aber sie vergrößern sie. Dort, wo es schon Risse in Fundamenten oder Abwasserleitungen gibt, wachsen Wurzeln hinein.

Nachpflanzung von Gehölzen geplant

Die Siedlung soll nach den Maßnahmen der Stadt zwar anders aussehen als heute, ihre Alleen aber soll sie behalten. Für die meisten Bäume sind Ersatzpflanzungen geplant – allerdings so, dass sich nicht in einigen Jahren neue Probleme ergeben. Sie sollen ausreichend große Pflanzflächen bekommen. Dafür müssen zum Teil Baumstandorte verlagert und die Straßen entsprechend umgestaltet werden. Auch die Platanen, die stehen bleiben können, sollen bessere Bedingungen bekommen – unter anderem, indem Pflanzbeete vergrößert werden.

Konzept für Bäume in Schönhausen lässt noch länger auf sich warten

Die Bäume waren kurz nach dem Bau der Siedlung vor dem Ersten Weltkrieg noch kleine Setzlinge. Jetzt sind sie zu Riesen herangewachsen.

Problem Versorgungsleitungen

Das alles ist in der mehr als 100 Jahre alten Siedlung nicht einfach, vor allem weil dort über Jahre Versorgungsleitungen verlegt wurden. Zum Teil sind Baumwurzeln darüber oder zwischen die Leitungen gewachsen. Bei vielen Leitungen, vor allem bei privaten Abwasserleitungen, ist noch nicht einmal bekannt, wo sie verlaufen. Die Stadt muss deshalb zusammen mit den Versorgungsträgern ein Konzept entwickeln, wie sie mit dieser Problematik umgeht und die Kosten ermitteln.

Neue Alleen als Ersatz

Hinzu kommt, dass es nicht ausreicht, für gefällte große Bäume junge neue zu pflanzen. Um den Eingriff in die Natur auszugleichen, sind Ersatzpflanzungen notwendig. Das sollen vor allem neue Alleebäume in anderen Straßen sein, für die Irmisch noch geeignete Standorte sucht.

Es ist noch nicht klar, wo die Maßnahme beginnt

Hinzu kommt, dass die Stadt noch entscheiden muss, wo sie mit dem Maßnahmen beginnt – entweder in der Russell- oder in der nördlichen Hansemannstraße. Beide Straßenzüge sollen als Modell für ähnliche Probleme im Stadtgebiet dienen. „Wir wollen dort Erfahrungen sammeln, die wir woanders nutzen können“, sagt Irmisch.

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