Kontrolle für den Klimaschutz – Diskussion über richtigen Weg

dzCO2-Bilanz

Die Bürgerinitiative „L 821n – Nein!“ und die Stadt wollen das gleiche: Sie wollen Zahlen, ob der CO2-Ausstoß tatsächlich sinkt. Über den Weg dahin sind sie sich jedoch uneinig.

Bergkamen

, 20.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr hat den Antrag der Bürgerinitiative „L 821n – Nein!“ auf Vorschlag der Stadtverwaltung abgelehnt, regelmäßig eine CO2-Bilanz für Bergkamen zu erstellen . Das wird wohl auch im Stadtrat nicht anders sein. Das hat jedoch nichts damit zu tun, dass die Stadt nichts davon hält. Sie weist in darauf hin, dass eine andere Stelle schon dabei ist, den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) auch in Bergkamen zu messen:

der Regionalverband Ruhr (RVR) . Dabei benutzt er ebenfalls den „Klimaschutz-Planer“, dessen Nutzung die Initiative beantragt hat.

Bürgerinitiative hält die Daten für veraltet

Die Bürgerinitiative ist aber trotzdem nicht mit dem Vorgehen der Stadt nicht einverstanden. Der RVR nutze Daten von 2017, kritisierte Andreas Worch von der Bürgerinitiative im Vorfeld. „Die sind viel zu alt.“ Außerdem bringe eine CO2-Bilanz für das Jahr 2017 der Stadt wenig. Die Stadtverwaltung hatte im Rahmen ihres Klimaschutzkonzeptes selbst eine Bilanz für 2016 erstellt.

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Dezernent Marc Alexander Ulrich hält die Zusammenarbeit mit dem RVR trotzdem für sinnvoller als eine eigene Bilanz für Bergkamen zu erstellen. „Das Problem mit dem Klimawandel lässt sich in Bergkamen allein nicht lösen. Da ist es sinnvoller, eine regionale Messung vorzunehmen“, sagte er.

Um die Klimaziele zu erreichen müssen die Bürger mitziehen, zum Beispiel indem sie Photovoltaikanlagen installieren oder auf klimafreundliche Verkehrsmittel umsteigen.

Um die Klimaziele zu erreichen müssen die Bürger mitziehen, zum Beispiel indem sie Photovoltaikanlagen installieren oder auf klimafreundliche Verkehrsmittel umsteigen. © picture alliance / dpa

Messung soll als Controlling für den Klimaschutz dienen

Die Bürgerinitiative möchte auch, dass die Messungen in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Sie sollen auch als eine Art Controlling dienen, ob die Klimaschutzmaßnahmen der Stadt tatsächlich Erfolg haben. Sie hat sich in ihrem Klimaschutzkonzept das ehrgeizige Ziel gesetzt, die jährlichen CO2-Emissionen pro Kopf von 6,2 Tonnen im Jahr 2016 auf 1,5 Tonnen bis 2050 zu senken.

Regionalverband soll regelmäßig neue Daten liefern

Ulrich wies im Vorfeld darauf hin, dass es auch beim RVR nicht bei der einmaligen Bilanz für 2027 bleiben soll. Der Verband will die Messungen in regelmäßigen Abständen alle drei bis fünf Jahre fortschreiben.

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Zur Auseinandersetzung zwischen der Mehrheit, die den Antrag ablehnen will und der BI kam es dennoch. Mitglieder der Initiative nutzten die Einwohnerfragestunde, um die Entscheidung zu kritisieren.

Auch im Nachhinein gab es noch Vorwürfe. Barbara Kestermann, Mitglied im Vorstand der Bergkamener Grünen kritisierte vor allem den Ausschussvorsitzenden Marco Morten Pufke (CDU). Der hatte auf eine Frage nach dem vom Stadtrat ausgerufenen Klimanotstand gesagt, dass dabei die CDU nicht zugestimmt habe. Pufke und seine Partei nähmen den Klimaschutz offenbar nicht ernst, teilte sie mit. Eine Mitarbeit der Bürger sei offenbar auch nicht erwünscht.

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