Die „Knolle 82“ am Rathaus ist viel mehr als nur ein Imbisswagen, Sie ist auch Treffpunkt für viele Bergkamener – und das hat auch viel mit den Inhabern zu tun.

Bergkamen

, 06.09.2019, 15:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer am Imbisswagen „Knolle 82“ auf dem Platz der Partnerstädte am Rathaus eine Bratwurst oder das „Knolle-Menü“ bestellt, der bekommt auf jeden Fall noch etwas gratis dazu. Simone Kattner, die im Imbisswagen steht, schenkt jedem ihrer Gäste einige freundliche Worte und ein strahlendes Lächeln zu Currywurst, Frikadelle und Pommes dazu.

Die 36-Jährige steht meistens morgens im wahrscheinlich bekanntesten Imbisswagen Bergkamens. Am frühen Nachmittag löst ihr Mann André sie ab, zusammen mit seinem Vater der eigentliche Gründer des kleinen Unternehmens, das es mittlerweile seit acht Jahren gibt.

„Knolle 82“: Platz für Pommes, Currywurst und ein Schwätzchen

Simone Kattner schneidet die Currywurst mit der Schere klein, bevor sie mit Soße und Currypulver versehen wird. © Stefan Milk

Reibekuchenbude mit Businessplan

Damals wollte sich der gelernte Einzelhandelskaufmann selbstständig machen, nachdem er sich jahrelang mit Jahresverträgen und Aushilfsjobs herumschlagen musste. Sein Vater brachte ihn schließlich auf die Idee mit dem Imbisswagen.Bevor er sich selbstständig machte, versuchte er das Geschäft auf eine solide Basis zu stellen. Er machte einen Businessplan, den er mithilfe der Existenzgründungsberatung prüfte. Schließlich gab die Arbeitsagentur sogar eine Starthilfe. Den Wagen, in dem die Knolle noch heute beheimatet ist, fand er schon fast fertig ausgestattet und kaufte ihn.

Gäste fragen nach Pommes Frites und Currywurst

Seltsamer Name

Kartoffel und Geburtsjahr

Der auf den ersten Blick etwa seltsame Name „Knolle 82“ hat etwas mit dem Angebot und mit dem Inhaber zu tun. Das Wort „Knolle“ bezieht sich auf die Kartoffeln, aus denen die Pommes Frites und die Reibeplätzchen gemacht sind, die immer noch zum Angebot gehören. Die „82“ ist das Geburtsjahr von Inhaber und Gründer André Kattner.

Anfangs beschränkte sich das Sortiment beim Essen aber nur auf einen Artikel: Es gab Reibeplätzchen – allerdings nur wenige Monate lang. Immer mehr Kunden fragten, ob er nicht Pommes, Brat- und Currywurst anbieten könnte, sodass der heute 37 Jahre alte Geschäftsmann sein Sortiment schnell erweiterte. Nur eine Fritteuse musste er noch in den Imbisswagen einbauen.

Seine Frau Simone stieß einige Jahre später hinzu, als das Ehepaar das erste Kind bekam. Bis dahin arbeitet sie in Essen. „Das war mir zu weit. Bei der Arbeit im Imbisswagen habe ich es nicht weit“, sagt sie lachend. Sie machte zunächst eine Ausbildung zur Bürokauffrau und sattelte dann auf den Beruf der Kfz-Mechatronikerin um. „Ich wollte einfach etwas, bei dem ich mir die Hände schmutzig machen kann“, sagt sie.

„Knolle 82“: Platz für Pommes, Currywurst und ein Schwätzchen

Viele, die in der Umgebung arbeiten, holen sich am Imbisswagen ein schnelles und offenbar leckeres Mittagessen. © Stefan Milk

Viele Stammgäste aus Rathaus, Sparkasse und Kaufland-Haus

Mittlerweile hat die „Knolle 82“ viele Stammgäste, die jeden Tag oder doch zumindest einmal in der Woche kommen. Viele Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung holen sich etwas zu essen. Eine ganze Gruppe aus der Sparkasse kommt regelmäßig und Mitarbeiter aus dem Kaufland-Haus. Hin und wieder gibt es auch Kunden, die vom Einkaufen kommen und keine Lust haben, an diesem Tag zu Hause zu kochen, berichtet Simone Kattner. Inzwischen hat das Ehepaar sein Sortiment auch über das typische Angebot einer Pommesbude hinaus erweitert. Montags gibt es Linsen- und mittwochs Erbsensuppe, frisch gekocht von André Kattners Mutter.

„Knolle 82“: Platz für Pommes, Currywurst und ein Schwätzchen

Reinhard Zabel und Michaela Schlickhoff gemießen das Pläuchschen beim Kaffee an der Imbissbude. Wenn Gäste keinen Gesprächspartner finden sit imer noch Simone Kattner da. „Sie kennt meint Leben schon in- und auswendig“. sagt Michaela Schlickhoff. © Stefan Milk

Treffpunkt für viele Bergkamener

Viele Gäste wissen das Angebot und die entspannte Atmosphäre an der Knolle zu schätzen, zum Beispiel Michela Schlickhoff aus Rünthe und Reinhard Zabel aus Weddinghofen. Die beiden Stammgäste sitzen mit einem Kaffee an dem kleinen Tisch, der sich aus dem Imbisswagen klappen lässt. „Hier trifft man eigentlich immer jemanden, mit dem man sich unterhalten kann. Und wenn keiner kommt, dann ist immer noch Simone da“, sagt Schlickhoff und lacht.

Reinhard Zabel wohnt etwa einen Kilometer entfernt und kommt fast jeden Tag. Der Rentner schätzt ebenfalls die nette Atmosphäre im Imbisswagen und kommt sogar im Winter. Dann könne es manchmal etwas kalt werden, sagt er. „Aber es gibt ja den heißen Kaffee von Simone.“

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