Kleingärtner planen 90. Geburtstag

dzSommer gut überstanden

Im kleinsten Parzellen-Verbund, dem KGV „Bergkamen“ auf der Anlage „Vogelsang“ sieht es schon ein bisschen herbstlich aus. Nach schwerem Unwetter sind einige Gartenzwerge zu Bruch gegangen und Äpfel von den Bäumen geplumpst.

von Sharin Leitheiser

Bergkamen

, 25.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Aber grundsätzlich haben alle Gärten den Sommer gut überstanden, sagt die Vereinsvorsitzende Dorothea Benz im Gespräch – denn wir haben uns von den Bergkamener Kleingärtnern erklären lassen, wie es sich auch vor der eigenen Haustür in Urlaubsstimmung kommen lässt.

13 Parzellen

13 Parzellen zwischen 300 und exakt 436 Quadratmetern liegen heute dicht neben den Gärten vom KGV „Immergrün“ an der Weddinghofer Straße. Der größte Garten gehört Dorothea Benz und ihrem Mann Dieter. Er hat die Parzellen-Grenzen 1988 selbst abgesteckt, als die Kleingartenanlage mit ehemals sieben Gärten auf 13 Gärten aufstockte und einen Teil des alten Zechengeländes übernahm. „Als ich in den Verein eingetreten bin, musste ich in meinem Garten von Null anfangen. Nicht einmal Mutterboden war hier aufgeschüttet“, erinnert sich der langjährige Vereinsvorsitzende Dieter Benz. Für ihn und seine Frau ist der Kleingarten ein idealer Ausgleich zu Alltagsstress und Mietwohnung. „Wir probieren auch immer wieder gerne neue Dinge aus. Dieses Jahr hatten wir zum Beispiel Mini- und Honig-Melonen“, berichtet Dieter Benz stolz. Sechs Hochbeete entlasten seit zwei Jahren nicht nur den Rücken der Eheleute, sondern steigern auch den Ertrag. „Ich finde, die Pflanzen wachsen durch die Wärme von unten wesentlich besser“, bilanziert Dorothea Benz. Ihr Mann Dieter schwört zudem auf Kompost-Dünger. Übriggebliebene Blätter von der Kohlernte wandern bei ihm ebenso auf den Kompost wie sämtliche anderen Gartenabfälle. „Mehr brauche ich nicht, damit die Ernte gelingt“, so der Kleingärtner. Ähnlich gut lief es in diesem Jahr für Damian und Ewa Skolik. Während sie sich die Arbeit in ihrem kleinen Gartenparadies teilen, planscht ihr zehnjähriger Sohn Chris-Joel lieber im riesigen Pool. Bei über vier Metern Durchmesser und mehr als 1,2 Metern Höhe kann der Schüler auch jederzeit alle seine Freunde zum Schwimmen einladen.

Pool ist erlaubt

„Naschen dürfen die Jungs dann beispielsweise an unseren Apfelbäumen“, erzählt Damian Skolik. Stolz ist er auch auf seine Apfelbirne, eine Kreuzung der zwei beliebtesten Obstsorten in Deutschland. „Dieses Jahr sind sie richtig groß geworden. In zwei oder drei Wochen können wir ernten“, so der Kleingärtner und 2. Vorsitzende des Vereins. Nur die Erdbeeren der Skoliks hätten nach einer prächtigen Blütezeit kurzerhand den Dienst quittiert. Tomaten, Lorbeer und Gurken seien allerdings in so rauen Mengen da gewesen, „dass wir schon einiges verschenkt haben“, sagt Ewa Skolik. Von Wespenstichen, ein paar vertrockneten Rosen oder der Hitze lässt sie sich nicht aus der Ruhe bringen. „Ich liebe meinen Kleingarten. Die Blumen, den Zusammenhalt mit den anderen und die Ruhe auf meiner Gartenliege im Schatten.“ Auch für Dieter Benz ist das Kleingärtner-Wesen eine wichtige Tradition. Dazu gehöre es heute aber auch, zeitgemäße Entscheidungen zu treffen und kinderfreundlich zu sein. „Trampoline, Planschbecken oder Sandkästen sind hier erlaubt, auch wenn sie streng genommen keinen Nutzen haben. Meine Enkelkinder besuchen mich oft zum Schwimmen, für sie baue ich auch immer einen Pool auf.“

2019 feiern die Kleingärtner vom „Bergkamen e.V.“ ihr 90-jähriges Jubiläum. Mit den Planungen hätten sie schon begonnen, sagt Dieter Benz.

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