Klage soll den neuen Netto in Weddinghofen stoppen

dzEinspruch eines Anwohners

Kritik gab es von Anfang an, als die Pläne für den Umzug des Netto-Marktes in Weddinghofen auf die grüne Wiese bekannt wurden. Nun zieht ein Anlieger vor Gericht.

Bergkamen

, 10.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gegen den Plan für den Neubau eines Netto-Marktes und eines Trinkgut-Getränkemarktes am Häupenweg gibt es juristischen Widerspruch. Ein Anlieger hat Klage vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen erhoben. Sie richtet sich gegen die Stadt Bergkamen - die hat den Bauherren einen positiven Bauvorbescheid erteilt.

Vielmehr als die Klage an sich sei im Rathaus aber noch nicht bekannt, sagte Planungsamtsleiter Thomas Reichling auf Anfrage. Das Gericht warte offenbar noch darauf, dass eine Begründung eingereicht werde. Danach werde es prüfen, ob der Klagende von dem Bauprojekt betroffen und damit klageberechtigt sei.

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SPD ist für den neuen Netto, die Grünen sind dagegen

Rückendeckung darf sich die Klägerin oder der Kläger von den Bergkamener Grünen versprechen, die das Projekt aus Umweltschutzgründen ablehnen. Ihr Vorsitzender Harald Sparringa sagte auf Nachfrage, er wisse, wer die Klage eingereicht habe. Es sei kein Mitglied seiner Partei.

Die Fläche neben dem Wellenbad-Parkplatz, auf der der neue Netto entstehen soll, ist bisher unbebaut. Wenn es nach den Gegner des Projektes geht, bleibt das auch so.

Die Fläche neben dem Wellenbad-Parkplatz, auf der der neue Netto entstehen soll, ist bisher unbebaut. Wenn es nach den Gegner des Projektes geht, bleibt das auch so. © Stefan Milk

Die Weddinghofener SPD hatte sich für den geplanten Netto-Umzug ausgesprochen, weil dadurch die Nahversorgung verbessert werde.

Der Bergkamener Architekt Bastian Geise plant auf dem Feld zwischen dem Wellenbadparkplatz und der Straße Im Alten Dorf einen Neubau. In den soll der Netto-Markt umziehen, der derzeit an der Schulstraße steht.

Zu dem von den Bauvorhaben Betroffenen zählt auch der Grüne Bundestagsabgeordnete Friedrich Ostendorff, der in Weddinghofen einen Bio-Bauernhof betreibt. Sein Land grenzt an die fragliche Fläche, die er früher gepachtet hatte.

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Naturschützer verweisen auf nistende Steinkäuze

Ostendorff berichtet, er sei, wie andere Anlieger auch, in einem Schreiben von der Stadt über den Bauvorbescheid informiert worden. Er kritisierte, dass darin die Naturschutzbelange nicht berücksichtigt worden seien. So nisteten in Bäumen auf seinem Grund geschützte Steinkäuze, die durch den Bau des Netto-Markes vermutlich vertrieben würden.

Architekt Geise hielt sich auf Nachfragen bedeckt. Da die Klage sich gegen die Stadt richte, könne er nicht allzu viel dazu sagen, meinte er. Er müsse zunächst einmal abwarten, wie das Verfahren weiter geht.

Neben der bisher unbebauten Fläche am Häupenweg gab es schon einmal einen Discounter: einen Aldi. Der schloss allerdings, als die Handelskette vor einigen Jahren eine neue Filiale an der Geschwister-Scholl-Straße eröffnete.

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