Eltern sollen kostenlose Schnelltests erhalten, um ihre Kinder zweimal pro Woche vor dem Kitabesuch zu testen. In der vergangenen Woche hat noch nicht jede Kita Tests erhalten. © picture alliance/dpa
Kinderbetreuung

Kitas warten auf Schnelltests: Manche Eltern werden selbst aktiv

Eigentlich sollten seit der vergangenen Woche Kitakinder zweimal pro Woche kostenlos auf das Coronavirus getestet werden können. Doch manche Kitas haben noch gar keine Tests bekommen.

„Mit offizieller Information vom 8. April haben wir Sie darüber informiert, dass in dieser Woche die ersten Selbsttests über die Träger und Jugendämter an die Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen verteilt werden.“ Das verkündete das Familienministerium des Landes am Montag, 12. April.

Doch während einige Kitas gleich am Montag versorgt wurden und Eltern ihre Kinder dort frisch getestet zur Betreuung bringen konnten, hatten andere Kitas am Freitag immer noch keine Schnelltests vorliegen.

Das betrifft zum Beispiel die Kitas der Awo Ruhr-Lippe-Ems, die Träger einiger Einrichtungen in Kamen und Bergkamen ist. „Wir erwarten die Schnelltests für Montag“, sagte der Awo-Sprecher Stefan Kuster am Freitag vergangener Woche. Diesen Montag sollen die Tests also kommen und dann auch die Kitas erreichen.

Eltern testen ihre Kinder eigenverantwortlich zu Hause

Ebenfalls auf sich warten lassen die Tests für die kirchliche Kita St. Marien in Methler. Auch hier erwarte man die Tests diesen Montag, sagte die Einrichtungsleiterin Silvia Mühlhaus. Die Erzieherinnen hätten dafür die Bestätigung erhalten, sich zweimal pro Woche beim Hausarzt testen lassen zu können.

Mühlhaus lobt derweil die verantwortungsvollen Eltern ihrer Kitakinder: „Obwohl es keine Pflicht ist, testen viele Eltern ihre Kinder selbst zu Hause.“ Das sei zum Beispiel hilfreich, wenn ein Kind Schnupfen hat. Denn die Regelung sei, dass ein Kind mit Schnupfen 24 Stunden zu Hause bleiben müsse.

Kommen keine weiteren Symptome hinzu, darf es laut Mühlhaus wieder in die Kita. „Aber wir wissen, dass auch Schnupfen Corona sein könnte.“ Deshalb finde sie es gut, dass Eltern ihre Kinder zu Hause testen. „Die Kinder machen das auch mit.“

Diese Erfahrung hat auch Susanne Scheele-Kortendiek aus Bergkamen gemacht. „Manche Kinder sagen, dass Mama sie heute schon wieder in der Nase gekitzelt hat“, berichtet die Leiterin der städtischen Kita Sprösslinge.

Dort haben die Kinder schon Erfahrungen mit Tests gemacht, weil sie in der Vergangenheit in Quarantäne mussten. Sie wissen, dass die Tests nicht weh tun und es helfe laut Scheele-Kortendiek auch, spielerisch damit umzugehen.

Städtische Kitas in Bergkamen haben seit einer Woche Schnelltests

In der Bergkamener Kita hat mit der Lieferung der Schnelltests alle gut geklappt, so wie auch in den anderen städtischen Kitas der Kommune. „Wir haben die Tests direkt Montagmorgen bekommen“, sagte die Kitaleiterin in der vergangenen Woche. Sie wurden an die Eltern verteilt und auch von vielen angenommen, berichtet Kortendiek. Besonders weil es aktuelle Fälle an der Kita gibt (ein Kind und ein Erwachsener) seien die Eltern sehr dankbar für die Möglichkeit. „Es ist eine Hilfe, die beruhigt.“

Diese Hilfe, die freiwillig von Eltern angenommen werden kann, erhalten diese Woche dann hoffentlich alle Eltern in Bergkamen und Kamen. Sie dürfen ihre Kinder weiter zur Kita bringen. Der Kreis wollte zwar eine Notbetreuung durchsetzen, das Land hat sich aber dagegen ausgesprochen.

Der Kreis appelliert jedoch an Eltern, die ihre Kinder alternativ betreuen können, die Möglichkeit zu nutzen. Grund hierfür ist das Infektionsgeschehen in vielen Kitas. 15 Einrichtungen in sechs Kommunen sind aktuell (Stand: Samstag) von Corona-Fällen betroffen.

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott
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