Dirk Scheerer (r.) ist einer der ersten Bergkamener, die bei der Aktion „Klimabäume“ mitmachen, hier mit Projektmanager Norman Raupach. © Klaus-Dieter Hoffmann

Kirsche, Apfel, Birne und Pflaume für ein grünes RuhrgebietKirsche, Apfel, Birne und Pflaume für ein

Dirk Scheerer aus Bergkamen hat einen von 10.000 sogenannten Klima-Bäumen abbekommen. Diese werden im gesamten Ruhrgebiet gepflanzt. Wer ebenfalls einen Baum haben möchte, muss noch warten.

Wer sich angesichts des drohenden Klimawandels für ein besseres Klima einsetzen möchte, sollte bekanntermaßen nicht nur darüber reden, sondern auch was dafür tun. Genau das hat sich nun der Regionalverband Ruhr (RVR) auf seine Fahnen geschrieben und zusammen mit der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ und der Emschergenossenschaft das Projekt „Klimabäume“ gestartet.

Dazu sollen bis zum Herbst rund 10000 Bäume an interessierte Gartenbesitzer als Baumpatinnen und Baumpaten verteilt werden, die dann diese Bäume in ihren Gärten liebevoll hegen und pflegen. Der Lohn für diese Mühen wird mit den Klimabäumen gleich mitgeliefert, handelt es sich doch sämtlich um Obstbäume der leckeren Sorten Kirsche, Apfel, Birnen und Pflaume.

100 von 10.000 Bäumen für Gartenbesitzer

Am Samstagvormittag wurden dazu in gleich 16 Kommunen des Regionalverbandes, der vom Rhein bis nach Hamm reicht, rund 100 dieser klimafreundlichen Gehölze verteilt. „Das Kontingent für Bergkamen umfasst heute leider nur sechs Bäume“, erklärt Norman Raupach, Projektmanager Klima und Umwelt der Stadt Bergkamen. Aber es handele sich auch nur um ein „Warm-Up“, denn im Oktober solle ja die eigentliche Verteilaktion starten. Ziel sei es zudem, mit diesem Projekt die Metropole Ruhr zur grünsten Industrieregion Europas zu machen.

Die Verteilaktion am Samstagmorgen war corona-konform organisiert. Ab 10 Uhr konnten sich die auserwählten Gartenbesitzer, unter Einhaltung der obligatorischen AHA-Regel im Zehnminutentakt ihr Obstbäumchen abholen. Natürlich haben die zukünftigen Baumpaten auch eine ganz besondere Geschichte zu ihrem neuen Obstbäumchen zu erzählen.

Ein Apfelbaum für den neuen Garten

Für Dirk Scheerer, der zuvor schon 46 Jahre auf einem Bauernhof gelebt hat, kommt das Apfelbäumchen gerade recht. Denn in seinem neuen Domizil hat er erst einmal den Garten gerodet, um diesen nun wieder von der Pieke auf neu zu gestalten. „Und wenn meine Frau aus den geernteten Äpfeln später mal wieder ihren leckeren Apfelkuchen macht, freut sich auch gleich die ganze Familie inklusive der Enkelkinder.“

„Das Kirschbäumchen kommt nicht nur mir gerade recht“, meint Kersten Kopp mit einem Augenzwinkern, „sondern auch meinem Mini-Malteser Watson.“ Denn mit seinem Hundekumpel Nero habe dieser im Moment den unbändigen Drang, jede Menge Löcher in den Garten zu buddeln. „Dann hat das Buddeln doch wenigstens einen Sinn.“

Apfel „Weißer Klar“ mit früher Genussreife

„Bei uns hat meine Frau den grünen Daumen“, gesteht Carsten Ueing, der demzufolge auch für die Gattin das Klimabäumchen abholt. Dabei sei er sich absolut sicher, dass diese sich ganz besonders über das neue Apfelbäumchen der Sorte „Weißer Klar“ freuen wird, eine alte Tafelobstsorte, die sich durch eine außergewöhnlich frühe Genussreife auszeichnet.

Karsten Quabeck, auf den ebenfalls das Los gefallen war, freut sich aus einem ganz besonderen Grund über sein neues Apfelbäumchen: „Wo schon das beliebte Pflanzfest wieder einmal ausgefallen ist, kann ich dann wenigstens bei mir im Garten in trauter Runde ein kleines und feines Pflanzfest feiern.“

Weitere Bäumen gibt es beim RVR

Wer in diesem Frühjahr also kein Klimabäumchen ergattert hat, der sollte sich nicht grämen, denn im September schreibt der RVR auf seiner Homepage die eigentliche Klimabäumchen-Aktion aus, die dann, so „Corona“ es zulässt, im Oktober stattfinden wird.

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