Kinderkram: Eine Spielzeugbörse wie ein großes Spielwarengeschäft

dzSpielzeug gespendet

Ein kleiner Keller, viele Spiele und leuchtende Kinderaugen: Die Spielzeugbörse „Kinderkram“ lässt Kinderherzen höher schlagen. Die Junioren bekommen dort Spiele und Bücher geschenkt.

von Katja Wiemers

Weddinghofen

, 31.08.2019, 15:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Schau mal da, Oma! Soll ich den Kindern mal das Spiel erklären?“ Amelie Gumprich ist gerade einmal elf Jahre alt und hat schon jetzt ein riesiges Herz für Kinder, denen es schlechter geht als ihr. Die Elfjährige hilft ihrer Oma Ute Dettmar, Presbyterin im Diakonieausschuss, fleißig. In der Spielzeugbörse gilt es, Spielzeuge an Kinder zu bringen, die aufgrund finanzieller Not nicht genug besitzen.

Ein Spiel in die linke Hand, eins in die rechte

Neben der Auferstehungskirche in Weddinghofen werden immer am letzten Samstag eines Monats die Türen für die Spielzeugbörse geöffnet. Ute Dettmar bekommt neben der Hilfe ihrer Enkelin noch die Unterstützung ihrer Kollegin Rosemarie Großpietsch. Dettmar erklärt das System der Kinderbörse: „Wir erhalten viele Spenden in Form von Spielzeug, und diese übergeben wir kostenlos an finanziell schwache Familien für Kinder bis zwölf Jahre.“ Mit Geldspenden wird zusätzliches Spielzeug gekauft. Die Kinder dürfen sich bei dem Besuch der Spielbörse zwei Teile aussuchen: „Ein Spiel in die linke Hand, eins in die rechte, das scheint uns gerecht“, so Dettmar.

„Wir machen das mit Herzblut“

Dettmar vergleicht die recht große Auswahl an Spielen mit denen in einem Spielwarengeschäft. Ihre Enkelin Amelie erzählt: „Wir machen ab und zu Spieleabende mit der ganzen Familie und testen die Spiele. Wir schauen auch, ob sie noch vollständig sind. Das letzte Spiel hieß Niagara, das habe ich auch selbst zuhause“, so die Sechstklässlerin begeistert.

„Wir machen das mit Herzblut“, sagt Dettmar und verweist dabei auf den Flyer, den sie und ihre Kollegin Großpietsch in mehreren Sprachen übersetzt haben, um über die Spielzeugbörse auch Familien zu informieren, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind.

Die Familien, welche für ihre Kinder Spielzeuge aussuchen, bleiben weitestgehend anonym. Lediglich die Anzahl der Kinder, die Namen und das Alter werden notiert, damit die Spielzeugausgabe gerecht gehalten werden kann.

Mit der Spende Kinder glücklich machen

Dettmar hat aber auch schon erlebt, dass Familien versuchten, mehr als zwei Teile zu ergattern, indem erst der Vater des Kindes und anschließend die Mutter noch einmal kamen. „Das geht natürlich nicht“, so die Presbyterin.

Auf die Frage, ob Amelie ein Lieblingsspielzeug in der Spielzeugbörse hat, antwortet sie: „Ja, ich finde das Playmobil ganz toll.“ Mit nach Hause nehmen würde sie dieses aber nicht. Denn Amelie weiß: „Zuhause habe ich eigentlich alles, was ich zum Spielen brauche. Und wenn ich mir bald wieder was wünsche, dann warte ich auf meinen Geburtstag.“

Gisela und Herbert Zimmer spendeten am Samstag Spielzeuge ihrer Enkelin. „Bestimmt können wir durch unsere Spende ein oder zwei Kinder glücklich machen“, so Gisela Zimmer.

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