Kindergärten droht ein personeller Engpass, wenn wieder mehr Kinder kommen

dzVorbelastungen

Wenn immer mehr Kinder in die Kitas in Bergkamen zurückkommen sieht Sozialdezernentin Christine Busch ein Personalproblem auf die Träger zukommen. Denn nicht alle Betreuer dürfen ebenfalls zurück.

Bergkamen

, 20.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sozialdezernentin Christine Busch hat zwar Verständnis dafür, dass die Kindertagesstätten nach und nach wieder alle Kinder aufnehmen sollen. Trotzdem treibt ihr der Beschluss die Sorgenfalten auf die Stirn: Wenn alle Kinder zurück in die Einrichtungen kommen, heißt das noch lange nicht, dass das auch für alle Erzieherinnen und Erzieher gilt. Mit anderen Worten: Sie fürchtet ein Personalproblem.

30 Prozent des Personals haben Vorbelastungen

Nach Buschs Angaben gehören etwa 30 Prozent des Personals in den drei städtischen Kindergärten zu den Risikogruppen – entweder wegen ihres Alters oder wegen gesundheitlicher Vorbelastungen. Sie können also nicht sofort wieder uneingeschränkt an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, so lange die Corona-Krise nicht bewältigt ist.

Das gilt nach Erkenntnissen der Dezernentin nicht nur für die städtischen Kindergärten, sondern auch für andere Träger – zum Beispiel die Awo oder die evangelische Kirche. „Das bedeutet für alle einen hohen Organisationsaufwand, um die Betreuung sicherzustellen“, sagt Busch.

Die Stadt will die Mitarbeiter mit Vorbelastung unterschiedlichen Kategorien zuordnen – von Rot für Mitarbeiter mit mehrfachen Vorbelastungen bis Gelb für Mitarbeiter, bei denen nur ein geringes Risiko besteht. Je nach Einstufung sollen sie unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen.

Zeitweise Erhöhung der Stundenzahl bei Teilzeitstellen

Busch stimmt zuversichtlich, dass schon Eltern signalisiert haben, dass sie nicht gleich die volle Stundenzahl bei der Kinderbetreuung in Anspruch nehmen wollen. Das gebe den Kindergärten die Möglichkeit, Personal flexibler einzusetzen.

Sie will zusätzlich Kontakt zu Personal in den Kindergärten aufnehmen. Dabei geht es darum, herauszufinden, wer bereit ist, von einer Teilzeitstelle zumindest für einen begrenzten Zeitraum auf eine volle Stelle oder zumindest eine höhere Stundenzahl zu gehen. Dadurch könnten die Kindergartenträger Personalausfälle zumindest zum Teil wieder ausgleichen. In dieser Situation werde jeder Krankheitsfall die Situation sofort deutlich verschärfen, warnte die Dezernentin.

Bereits seit dem 14. Mai dürfen wieder Kinder mit Behinderungen oder mit Ansprüchen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket kommen. Ab Montag sollen die Vorschulkinder dazukommen. Am 8. Juni sollen die Kindertagesstätten ihren Regelbetrieb zumindest eingeschränkt wieder aufnehmen – falls es zu keinen dramatischen Entwicklungen bei der Corona-Pandemie kommt.

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