Kinder in Gefahr: Oberadener SPD will Zebrastreifen auf der Sugambrerstraße sofort zurück

dzFußgängerverkehr

Der SPD-Ortsverein Oberaden will sich nicht mit langen Untersuchungen aufhalten, sondern den Zebrastreifen auf der Sugambrerstraße zurück. Die Dezernentin Christine Busch hat andere Pläne.

Bergkamen

, 11.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Prüfaufträgen an die Stadtverwaltung wie die CDU will sich der SPD-Ortsverein Oberaden gar nicht erst aufhalten, wenn es um den verschwundenen Zebrastreifen auf der Sugambrerstraße geht. Der Ortsverein hat eine einfache Forderung: „Wir wollen dass der Überweg wieder installiert wird“, sagt der Ortsvereinsvorsitzende Rüdiger Weiß, der auch der heimische Landtagsabgeordnete ist.

Überweg für Sportplätze und Kindergarten

Nach Ansicht der Oberadener Sozialdemokraten ist der Überweg unbedingt notwendig, weil sich in diesem Bereich gleich zwei sensible Einrichtungen befinden. Die Jugendmannschaften des SuS Oberaden haben schon lange das Problem, dass sich die Umkleiden am Römerbergstadion auf der Westseite der Straße befinden, die Plätze, auf denen sie spielen aber auf der Ostseite.

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Schon um die Jugendlichen zu schützen, müsse der Zebrastreifen wieder her, meint Weiß. Das finden auch die Eltern der Kinder, die teilweise den Verkehr regeln, wenn die Jugendfußballer über die Straße müssen.

Hinzu kommt, dass es neben dem Sportplatz an der Ostseite seit dem vergangenen Jahr den Johanniter-Kindergarten mit 75 Kindern gibt, von denen viele ebenfalls über die Straße müssen.

Das war der Zustand vor den Kanalarbeiten. Links hinten ist der Zebrastreifen zu erkennen, den es mittlerweile nicht mehr gibt.

Das war der Zustand vor den Kanalarbeiten. Links hinten ist der Zebrastreifen zu erkennen, den es mittlerweile nicht mehr gibt. © Stefan Milk (Archiv)

Zebrastreifen nach Ansicht der Stadtverwaltung nicht zulässig

Die Probleme kennt auch Sozialdezernentin Christine Busch. Sie hält trotzdem einen Zebrastreifen an dieser Stelle für rechtlich nicht zulässig. Dafür fehlen ihrer Ansicht nach zwei Voraussetzungen: Es dürfe sich um keine Tempo-30-Zone handeln und die Straße müssten mindestens 200 Fahrzeuge pro Stunde nutzen. Beides treffe auf die Sugambrerstraße nicht zu. Hinzu kommen die Kosten für Schilder und Beleuchtung – nach Buschs Angaben etwa 35.000 Euro.

Der SPD-Ortsverein hält das Tempo-30-Argument für nicht stichhaltig. „Daran hält sich doch fast keiner“, sagte Weiß.

Für den neuen Johanniter-Kindergarten gibt es ebenfalls keinen Überweg. Sozialdezernentin Christine Busch schlägt Piktogramme auf der Straße vor.

Für den neuen Johanniter-Kindergarten gibt es ebenfalls keinen Überweg. Sozialdezernentin Christine Busch schlägt Piktogramme auf der Straße vor. © Stefan Milk

Busch schlägt Piktogramme und Umbau der Straße vor

Busch schlägt vor, am Überweg zwischen den beiden Sportplätzen und vor dem Kindergarten Piktogramme auf der Fahrbahn aufzubringen. Sie sollen die Form eines Warnzeichens haben und Kinder zeigen.

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Nach Buschs Ansicht sollen sie ohnehin nur eine kurzfristige Lösung sein. Der gesamte Bereich müsse neu gestaltet werden, sagte sie – unter anderem, weil es vor den Parkplätzen vor dem Römerbergstadion keinen markierten Gehweg gebe, auf dem die Kinder und Jugendlichen sicher stehen könnten. „Die Piktogramme könnten nach dem Umbau trotzdem bleiben“, sagte sie.

Der SPD-Ortsverein hält jedoch von den Piktogrammen nichts, wie Weiß deutlich macht: „Wir gehen davon aus, dass viele Autofahrer sie gar nicht beachten“.

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