Kein Verständnis für Kritik am neuen Netto – Dezernent weist Vorwürfe zurück

dzEinzelhandel

Das Baudezernat weist die Kritik am positiven Bauvorbescheid für einen neuen Netto-Markt am Häupenweg zurück. Der amtierende Baudezernent weist auf das Engagement der Stadt für die Umwelt hin.

Bergkamen

, 22.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Baudezernat der Stadt Bergkamen herrscht wenig Verständnis für die Kritik, dass die Stadt Investoren einen positiven Bauvorbescheid für einen neuen Netto-Markt und einen Trinkgut am Häupenweg erteilt hat. Mittlerweile liegt sogar eine Klage dagegen vor. „Bei der Fläche handelt es sich nicht um ein Biotop, sondern um eine Wiese zwischen einem ehemaligen Aldi-Markt und dem Wellenbad-Parkplatz“, sagte der zurzeit amtierende Baudezernent Marc Alexander Ulrich.

Ulrich: Stadt entsiegelt Flächen an anderer Stelle

Er wies darauf hin, dass die Stadt Bergkamen an anderer Stelle Flächen entsiegle und ökologischer gestalte. Als Beispiel nannte er die geplanten Naturarena auf der Halde, bei der die asphaltierte Veranstaltungsfläche deutlich kleiner ausfallen soll als geplant. Durch die Wasserstadt werde die ehemalige Zechenfläche von Haus Aden ökologisch deutlich aufgewertet. Die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 sorge sogar für eine ökologische Aufwertung fast des gesamten Bergkamener Nordens.

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Gleichzeitig habe die Stadt Sorge dafür zu tragen, dass ihre Bürger nicht allzu weite Wege zum Einkaufen zurücklegen müssten, meinte Ulrich. Auch ein neuer Netto am Häupenweg sei für viele Weddinghofer weiterhin zu Fuß zu erreichen – auch das sei ökologisch sinnvoll. „Da bin ich ganz bei dem Ortsvorsteher von Weddinghofen“, sagt der Dezernent.

Der bisherige Standort an der Schulstraße ist der Discounter-Kette zu klein geworden. Die Fläche bietet nach ihren Angaben auch keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr.

Der bisherige Standort an der Schulstraße ist der Discounter-Kette zu klein geworden. Die Fläche bietet nach ihren Angaben auch keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr. © Michael Dörlemann

Laut Netto ist Markt an der Schulstraße nicht mehr zeitgemäß

Nach seinen Worten sei die Discounterkette Netto an die Stadt herangetreten, weil ihr bisheriger Markt an der Schulstraße zu klein und der Standort nicht mehr ausbaufähig sei. Er genüge nicht mehr modernen Standards. „Solche unternehmerischen Entscheidungen haben wir nicht zu bewerten“, sagte Ulrich.

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Gegner des Neubaus hatten dagegen argumentiert, dass es bereits den bestehenden Netto-Markt gebe. Durch den Umzug an den Häupenweg werde das Angebot im Stadtteil nicht verbessert, sondern nur an eine andere Stelle verlegt.

Ulrich erinnerte dagegen daran, dass der Stadtrat sogar wegen der schlechten Versorgung in Weddinghofen beschlossen habe ein Einzelhandelskonzept für den Stadtteil mit seinen knapp 10.000 Einwohnern aufzustellen. Nach dem Bau des neuen Supermarkts müsse die Stadt bewerten, ob das noch notwendig ist.

Die Gegner des Vorhabens werfen Stadt und Investoren dagegen vor, den Flächenverbrauch weiter voranzutreiben. „Dass in einer Stadt mit 50.000 Einwohnern nichts neu gebaut wird, ist leider nicht möglich“, sagte Ulrich.

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