Kein Umbauantrag für das ehemalige Hotel am Nordberg

dzGeplantes Mädcheninternat

Das Hotel am Nordberg soll eigentlich zu einem islamischen Mädcheninternat werden. Für den Umbau fehlt aber immer noch eine entscheidende Voraussetzung.

Bergkamen

, 27.08.2019, 11:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das geplante islamische Mädcheninternat an der Präsidentenstraße wird offenbar nicht so bald entstehen. Wie die Bergkamener Bauordnung auf Anfrage mitteilte, liegt dort zurzeit kein Umbauantrag für das ehemaligen „Hotel am Nordberg“ vor. Der erste Antrag, den die „Europäische Moscheebau- und Unterstützungsgemeinschaft“ (EMUG) aus Köln gestellt hatte, war von der Bauordnung schon vor einigen Wochen abgelehnt worden.

Stadt lehnt ersten Antrag wegen Unvollständigkeit ab

Die EMUG hatte den Antrag unvollständig eingereicht. Wesentliche Unterlagen, die für eine Baugenehmigung erforderlich gewesen wären, hätten in dem Antrag gefehlt, sagt Maik Schnurawa vom Bauordnungsamt auf Anfrage. Nachdem die Stadt die fehlenden Unterlagen mehrfach angemahnt hatte, habe sie den Antrag wegen Unvollständigkeit abgelehnt. Ein neuer Antrag, der offenbar angekündigt war, liege der Stadt bisher nicht vor. Der frühere Eigentümer hatte das ehemalige Hotel bereits vor etwa zwei Jahren an die EMUG verkauft. Die Gesellschaft hatte bereits Ende 2016 eine Bauvoranfrage auf den Umbau zu einem Mädcheninternat gestellt und einen positiven Bauvorbescheid bekommen.

Die Stadt sah keine Möglichkeit, die neue Nutzung baurechtlich zu verhindern, obwohl sie in der Stadt umstritten ist. Das neue Internat soll Ersatz für die Einrichtung sein, die von der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs“ (IGMG) bereits seit Jahren in Bergkamen betrieben wird, allerdings bisher in kleinerem Rahmen.

Stadt nutzt Vorkaufsrecht für Platz

Gegen die Einrichtung herrscht Misstrauen, weil die IGMG vom Bundesverfassungsschutz und von einigen Landes-Verfassungsämtern beobachtet wurde. Ob sich die Organisation tatsächlich grundgesetzfeindlich verhält, ist aber mittlerweile umstritten. In Bergkamen betreibt Milli Görüs außerdem eine Moschee.

Als das Hotel am Nordberg zum Verkauf stand, hatte die Stadt versucht, dem Verkäufer einen anderen Käufer zu vermitteln, war damit aber gescheitert. Sie nahm aber zumindest ihr gesetzliches Vorkaufsrecht wahr und erwarb den 175 Quadratmeter großen „Platz von Wieliczka“, der zum Teil zu dem Gebäude gehörte. Es bestand die Befürchtung, dass der neue Eigentümer den Platz einzäunen und der Öffentlichkeit entziehen könnte.

Das Hotel am Nordberg, zu dem im Erdgeschoss mehrere Ladenlokale gehören, war zum Schluss kaum noch genutzt worden. Im Jahr 2015 war auch die Santander-Bank ausgezogen, die dort eine Filiale hatte.

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