Bergkamen braucht dringend Platz für die Wirtschaft – findet aber keine Fläche

dzNeues Gewerbegebiet

Eigentlich benötigt Bergkamen dringend neue Gewerbeflächen, um Arbeitsplätze anzusiedeln oder zu erhalten. Doch bei der Suche nach einer Fläche gibt es viele Widerstände.

Bergkamen

, 07.01.2020, 14:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als die Stadt Überlegungen bekannt gab, an der Overberger Straße ein neues Gewerbegebiet auszuweisen, gab es gleich Proteste: Vor allem der „Aktionskreis Wohnen und Leben“ machte mobil gegen die Pläne. Alle Gegner der Planung können vorerst beruhigt sein: Die Stadt wird die Ausweisung der Fläche als Gewerbegebiet in diesem Jahr wohl nicht in Angriff nehmen.

„Wir haben weder Planungsrecht noch Eigentum“

„Zurzeit haben wir keine Fläche, die wir als Gewerbegebiet ausweisen könnten“, sagt der städtische Beigeordnete Marc Alexander Ulrich. Mit einem Teil der Eigentümer der Fläche an der Overberger Straße habe es zwar Gespräche gegeben, aber noch ohne Ergebnis. Deshalb habe die Stadt auch die Pläne mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) nicht vorangetrieben, der für die Genehmigung der Planung zuständig ist. Ulrich fasst die Situation mit einem Satz zusammen: „Wir haben an dieser Stelle weder Planungsrecht noch Eigentum.“

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Gewerbegebiet an der A2 scheitert am RVR und dem Kreis

Die Fläche an der Grenze zu Rünthe war bei der Stadt Bergkamen wohl ohnehin nicht die erste Wahl. Wunschfläche war nach Ulrichs Angaben ein Gelände an der Auffahrt zur A2 in Weddinghofen, das jedoch kleiner als die Fläche in Overberge ist. Der Regionalverband hatte die Fläche, die von der A2, der Lünener Straße und der Straße „Am langen Kamp“ begrenzt wird, jedoch abgelehnt.

Die Begründung hatte damals auch beim Bergkamener Stadtrat für Unverständnis gesorgt: Die RVR hatte bemängelt, dass die Fläche nicht an den Siedlungsraum angrenzt. „Auch der Kreis Unna hat uns in dieser Frage nicht geholfen“, sagt Ulrich.

Die Stadt steht jetzt vor dem Dilemma, dass sie zwar ein Gewerbegebiet von etwa zehn Hektar ausweisen darf, aber dafür keine Fläche hat. Die CDU hatte zwar immer wieder das sogenannte Marina-Nord-Gelände als Gewerbegebiet ins Gespräch gebracht. Die Ratsmehrheit hatte solche Pläne jedoch stets abgelehnt.

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Bedarf, aber keine Flächen für Gewerbe

Auch Pläne, einen Teil des Hofs Schulze Elberg in Rünthe als Gewerbeflächen zu nutzen, waren vor einiger Zeit gescheitert. Der RVR hatte solche Pläne mit Blick auf die ökologische Bedeutung der Flächen abgelehnt. Das Problem sei grundsätzlich, sagt Ulrich: Einerseits müsse der Flächenverbrauch gestoppt werden. Andererseits seien Flächen notwendig, um Arbeitsplätze zu schaffen.

Zurzeit kann Bergkamen ansiedlungswilligen Firmen kaum noch Flächen anbieten. Das gilt auch für Bergkamener Unternehmen, die umsiedeln und sich vergrößern wollen.

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