Kees Peterse, der Schöpfer der Holz-Erde-Mauer, ist tot – das Nordtor sein Vermächtnis

dzRömerpark

Dass in ihrer Stadt eine originalgetreue Römermauer steht, verdanken die Bergkamener vor allem Dr. Kees Peterse, der vor kurzem verstorben ist. Zuvor hatte er ein weiteres Bauwerk entworfen.

Bergkamen

, 11.03.2020, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Bergkamens Museumschef Mark Schrader ist es mehr als nur ein menschlicher Verlust, dass der niederländische Kollege Dr. Kees Peterse vor kurzem verstorben ist. Peterse hat nicht nur die Holz-Erde-Mauer im Römerpark in Oberaden entworfen. Der Archäologe und Architekt hatte auch Pläne für das Nordtor gemacht, mit dem Schrader die historische Rekonstruktion des Oberadener Römerlagers fortsetzen will.

Kees Peterse schuf eine 3-D-Animation des Nordtors

Diese Arbeit konnte Peterse noch vor seinem Tod abschließen. Es gelang ihm sogar, eine 3D-Animation der Torkonstruktion zu gestalten. Die präsentierte Schrader bei einer Veranstaltung des Museumsfördervereins im vergangenen November.

Bei Veranstaltungen im Römerpark in Bergkamen ist die Holz-Erde-Mauer immer ein Anziehungspunkt.

Bei Veranstaltungen im Römerpark ist die Holz-Erde-Mauer immer ein Anziehungspunkt. © Stefan Milk

Allerdings wies er schon damals darauf hin, dass noch ein Bauantrag für das Nordtor gestellt werden muss. Auch den sollte eigentlich der Experte aus den Niederlanden schreiben, aber das war ihm nicht mehr vergönnt.

Das Museum sucht einen Fachmann für den Bauantrag

Deshalb kann Schrader nun auch nicht mehr auf das Fachwissen des Verstorbenen zurückgreifen. „Wir müssen jetzt einen Architekten für den Bauantrag finden“, sagte Schrader. Ganz einfach dürfte das nicht werden, denn die Zahl der Experten für Holzbauten, die antiken Vorbildern originalgetreu nachempfunden sind, dürfte überschaubar sein.

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Schrader will dann auch lieber keine Prognosen abgeben, wie lange es dauern könnte, bis der Antrag für das Nordtor fertig ist. Und wie lange die Baubehörde benötigt, um ihn zu bearbeiten, lässt sich wohl auch nur schwer prognostizieren – immerhin handelt es sich um ein ziemlich außergewöhnliches Bauprojekt.

Über den Stand der Planungen will Schrader bei der Jahreshauptversammlung des Museumsfördervereins an diesem Donnerstag informieren. Sie beginnt um 19 Uhr im Stadtmuseum. Bei dieser Gelegenheit werden die Mitglieder sicherlich auch Dr. Kees Peterse gedenken. Ebenso wie dem ehemaligen Vereinsvorsitzenden, Dr. Alfred Popper, der im Januar verstarb.

Die Oberadener Mauer als Vorbild für größere Projekte

Die Bedeutung von Peterse und seinem Bauwerk in Oberaden wird ganz besonders deutlich, wenn man in ein Museum blickt, das deutlich größer ist als das Bergkamener. Der Archäologe und Ingenieur hat auch die Mauer des Römerlagers im LWL-Römermuseum in Haltern am See konzipiert. „Die Holz-Erde-Mauer in Bergkamen war das Vorbild dafür“, sagte Schrader.

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