Kaufland: Unternehmen nimmt Stellung – und will sich mit dem Betriebsrat einigen

dzStreit im Supermarkt

Kaufland sieht aus rechtlichen Gründen keine Möglichkeit, die freigestellten Mitarbeiter aus dem Markt in Bergkamen-Mitte zu beschäftigen. Das Unternehmen betont, dass es mit sich dem Betriebsrat einigen will.

Bergkamen

, 20.05.2020, 16:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch Kaufland hat jetzt Stellung dazu genommen, warum das Personal des Marktes an der Töddinghauser Straße zurzeit freigestellt ist. Die Pressestelle in Neckarsulm teilt mit, dass der Betriebsrat die Einsatzpläne vom 4. bis zum 24. Mai nicht freigegeben hat. „Eine Beschäftigung der Mitarbeiter ist bei geltender Rechtslage gemäß Betriebsverfassungsgesetz ohne gültige Einsatzpläne nicht möglich“, schreibt die Pressestelle.

Streit um die Personaleinsatzpläne

Kaufland sieht darin offenbar eine Retourkutsche des Betriebsrats. Der habe im März Forderungen gestellt, die aus der Sicht des Unternehmens in der damaligen Phase, und noch viel mehr aus heutiger Sicht, nicht angemessen gewesen seien. In der Folge habe der Betriebsrat Personaleinsatzpläne für die Belegschaft ganz oder teilweise nicht freigegeben. Die Gewerkschaft Verdi bezeichnet die Pläne jedoch als „fehlerhaft“.

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Das Unternehmen weist darauf hin, dass auch vor dem Arbeitsgericht Dortmund „die Anträge des Betriebsrats“ abgelehnt wurden. Nach Auskunft der Gewerkschaft Verdi geht es dem Betriebsrat auch um eine Betriebsvereinbarung über Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter im Markt im Rahmen der Corona-Pandemie.

Kaufland: Alle Forderungen der Behörden erfüllt

Kaufland verwiest dagegen darauf, dass das Unternehmen auch in dem Markt in Bergkamen alle Auflagen der Behörden umgesetzt hat. Vom Bergkamener Ordnungsamt habe es keine Beanstandung gegeben. „Alle Wünsche der Bergkamener Mitarbeiter, die uns aus Gesprächen und Meetings bekannt waren, wurden umgesetzt“, schreibt die Pressestelle in Neckarsulm. Man habe auch die Forderungen des Betriebsrats aus einer gemeinsamen Begehung des Marktes – zum Beispiel, indem die Vorkassenzone entsprechend angepasst wurde - erfüllt. Und auch alle Wünsche der Belegschaft seien umgesetzt worden.

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Insgesamt habe das Unternehmen sogar einen zweistelligen Millionenbetrag in die Corona-bedingten baulichen und sicherheitstechnischen Schutzmaßnahmen in seine Märkten in Deutschland investiert.

Freigestellte Mitarbeiter wollen wieder an die Arbeit

Die freigestellten Mitarbeiter fordern, dass sich Geschäftsleitung und Betriebsrat einigen, damit sie wieder arbeiten können. Sie haben auch den Betriebsrat aufgefordert, sich zu bewegen. Kaufland betont, dass das Unternehmen bestrebt sei, eine Einigung zu erzielen.

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Auch die Kaufland-Pressestelle räumt ein, dass das Unternehmen „nicht in allen Details den gewohnten Service erhalten“ kann. Unter anderen ist die Kundeninformation nicht besetzt.

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