Der Baubetriebshof ist für das fallende Herbstlaub gerüstet. Der große Laubsauger ist einsatzbereit und die Laub-Sammelstellen sind eingerichtet – überall dort, wo viele große Bäume stehen.

Bergkamen

, 05.10.2018, 16:31 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wenn sich die ersten Blätter an den Bäumen an den Rändern braun färben, weiß Stephan Polplatz, der Leiter des Bergkamener Baubetriebshofs, dass der herbstliche Großeinsatz naht. Seine Mitarbeiter müssen wieder das Laub der Straßenbäume wegschaffen – ein Großeinsatz, der sich über mehrere Wochen hinzieht und der sich nur schwer kalkulieren lässt.

Kampf bis zum letzten Blatt

Der große Laubsauger-Aufbau des Baubetriebshofs ist schon im Einsatz. Der Sauger wird vom Fahrer gesteuert. © Stadt Bergkamen

Eigener Groß-Laubsauger


Wie viel Laub wann von den Bäumen fällt, hängt vor allem davon ab, wie das Wetter ist. Wenn es friert oder stürmt fallen natürlich deutlich mehr Blätter von den Bäumen, als bei ruhigem, mildem Herbstwetter.

Ganz gleich wie das Herbstwetter wird: Der Baubetriebshof hat vorgesorgt. Der große, eigene Laubsauger, den die Stadt im vorletzten Jahr angeschafft hat, ist bereits die ersten Male im Einsatz gewesen. Es handelt sich um eine Art großen Container mit einem Saugrohr, den der Baubetriebshof auf einen Muldenkipper des EBB montieren kann.

Bis vor zwei Jahren hatte Bergkamen jeweils ein Laubsauger-Fahrzeug zusammen mit Holzwickede und gelegentlich auch mit Fröndenberg gemietet. „Es hatte sich gezeigt, dass die normalen Kehrmaschinen mit den großen Laubmengen im Herbst nicht fertig werden“, sagte Polplatz. Das gemeinsam gemiete Fahrzeug hatte allerdings zwei Nachteile: Es stand nicht immer zur Verfügung, sodass das Laub in Bergkamen zum Teil einige Tage liegen bleiben musste, weil der Laubsauger gerade in einer der beiden anderen Kommunen im Einsatz war. Außerdem waren immer mindestens zwei Mitarbeiter erforderlich, wenn das Fahrzeug im Einsatz war – einer der den Lkw fuhr und einer, der den Saugrüssel bediente. Bei dem Laubsaugeaufsatz, den der Baubetriebshof jetzt hat, steuert der Fahrer den Saugrüssel von der Fahrerkabine aus. Weiteres Personal ist nicht erforderlich.

Kampf bis zum letzten Blatt

Die Laubsammelstellen sind bereits eingerichtet – wie vor dem Oberlinhaus in der ehemaligen Zechensiedlung Schönhausen © Stefan Milk

Sammelboxen


Im Einsatz sind die städtischen Laubsammler vor allem dort, wo große, alte Straßenbäume stehen – beispielsweise in der Siedlung Schönhausen, wo Platanen die Straßen säumen, an einem Teilabschnitt des Lindenwegs, in der Pestalozzistraße, in der Otto-Wels-Straße in Rünthe- West oder an der Grundschule in Overberge.

Dort hat der Baubetriebshof zum Teil auch Laubsammelboxen aufgestellt, in die Anwohner das Laub bringen können, wenn der Baubetriebshof mit der Laubbeseitigung nicht so schnell nachkommt. Diese Boxen gibt es in zwei unterschiedlichen Formen entweder als mobile Körbe oder als Geviert, das durch einen Bauzaun begrenzt ist – wie beispielsweise vor dem Oberlinhaus in Schönhausen. Weitere Boxen stehen zum Beispiel am Lindenweg und an der Goethestraße.

Mit den Boxen hat der Baubetriebshof alles in allem gute Erfahrungen gemacht, sagt Polplatz. In der Regel melden sich die Anwohner, wenn sie voll sind und der Baubetriebshof saugt sie mit dem Laubsauger leer. „Am Oberlinhaus hat der Hausmeister auch einen Blick auf die Box“, sagt der Leiter des Baubetriebshofs. Nur an der Legienstraße gibt es seit einiger Zeit keine Sammelboxen mehr, weil Unbekannte immer wieder auch Unrat dort entsorgt haben. Im Gegensatz zu anderen Standorten, die im Blickfeld der Anwohner liegen, sei die soziale Kontrolle dort wohl nicht so hoch, vermutet der Leiter des Baubetriebshofs.

Das Laub bekommen die Grundstückseigentümer übrigens in anderer Form nach einigen Monaten wieder zurück – zumindest wenn sie Kompost von der Kreisabfallgesellschaft GWA beziehen. Der Baubetriebshof bringt das Laub zur Kompostierungsanlage in Ostbüren.

Schwierige Rechtslage

Die Stadt ist übrigens nur dort zur Laubbeseitigung verpflichtet, wenn die Anwohner Straßenbeseitigungsgebühren bezahlen – auch wenn es sich um das Laub städtischer Bäume handelt. Grundsätzlich sind Hauseigentümer eigentlich auch dann zur Beseitigung des Laubes verpflichtet, wenn es auf ihr Grundstück fällt, erläutert Polplatz – ganz gleich, wer Eigentümer des Baumes ist. Das macht es in solchen Straßen kompliziert, in denen zwar (städtische) Straßenbäume stehen, in denen die Anwohner aber keine Gebühren für die Straßenreinigung durch die Stadt bezahlen.

In Straßen, die von der Stadt gereinigt werden, ist es in der Regel so, dass die Anwohner das Laub der städtischen Bäume auf die Straße fegen, die eine städtische Fläche ist – und damit ist die Stadt wieder für die Beseitigung zuständig.

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