Das Thorheim in Bergkamen wird für einen Abend zu „Theresa‘s Lounge“

dzBlues-Konzert

Kai Strauss und seine Band „The Electric Blues All Stars“ rockten am Mittwoch Bergkamen. Strauss wollte eigentlich Trucker werden. Dass das eine Verschwendung gewesen wäre, beweist der Abend im Thorheim.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 07.11.2019, 10:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was hilft am besten gegen den November-Blues? Natürlich Blues. Allerdings nicht irgendeiner. Es sollte schon der von Kai Strauss und seiner Band „The Electric Blues All Stars“ sein. Den Beweis für diese kühne These lieferten am Mittwochabend die fünf Musiker selbst. Als im vollen Thorheim an der Landwehrstraße einmal mehr der Bergkamener Sparkassen-Grand-Jam über die Bühne ging, steuerte der Gute-Laune-Pegel unaufhaltsam auf den Siedepunkt zu.

Bereits im Jahr 2015 waren Kai Strauss und seine Männer beim Grand-Jam zu Gast und hatten in der Ökologiestation schon für reichlich musikalische Furore gesorgt. Vier CD’s und eine beachtenswerte Best-Of-Vinyl-LP später, bewiesen die fünf Musiker aus dem Blues-Hot-Spot rund um Osnabrück, dass gute Musik nicht altern, sondern reifen lässt.

„The Electric Blues All Stars“ statt Trucker

„Schon als Kind hatte ich immer Trucker werden wollen“, erzählt Kai Strauss den Blues-Fans im Saal. Das sei zwar nicht in Erfüllung gegangen, aber wenn er heute nach den Konzerten nachts allein im Auto nach Hause führe, dann sei dieser Traum wieder da. „Dann ist das Radio mein einziger Freund, mit ihm teile ich dann all meine Gedanken.“

Das Thorheim in Bergkamen wird für einen Abend zu „Theresa‘s Lounge“

Eigentlich wollte Kai Strauß Trucker werden. Jetzt begeistert er mit Blues. © Marcel Drawe

Die Gedanken, die ihm dann durch den Kopf gehen und ebenso die vielen Geschichten, die das Leben schreibt, hat Kai Strauss in so manchem melancholischen Song verewigt, beispielsweise in dem „Highway Blues“ oder dem „Handmade Blues“, bei denen man sich selbst im Bergkamener Thorheim gleich in „Theresa‘s Lounge“ in Chicago wähnte - in Sachen Chicago-Blues einer der absoluten Sehnsuchtsorte von Kai Strauss.

Buddy Guy und B.B. King prägen die die Musik von Kai Strauss

Gerade in Theresa’s Lounge wurde nämlich in den 1960er Jahren diese besondere Mischung von Chicago-Style aus Blues und Soul zusammengemixt, erzählt der Ausnahmegitarrist. Ihm attestiert das Fachmagazin „Bluesnews“ zudem, als europäischer Musiker einen absolut perfekt authentischen amerikanischen Stil entwickelt zu haben. Vorbilder wie Buddy Guy oder B.B. King haben natürlich nicht minder die musikalische Handschrift von Kai Strauss geprägt.

Das Thorheim in Bergkamen wird für einen Abend zu „Theresa‘s Lounge“

Das Thorheim in Bergkamen war am Mittwochabend gut besucht. Kai Strauss und seine Band „The Electric Blues All Stars“ enttäuschten die Gäste nicht. © Marcel Drawe

Als kongenialer Partner auf der Soul-Bühne im Thorheim erwies sich einmal mehr Band-Kollege Thomas Feldmann, der mit Saxophon, Blues-Harp und viel Leidenschaft den schmachtenden Chicago-Sound auf die Bühne und so den Thorheim-Saal regelmäßig zum Kochen brachte. Ebenso Kevin DuVernay aus Seattle, der mit seiner Bass-Gitarre für den nötigen Pulsschlag sorgte, während Alex Lex mit seinen Schlagwerken für den perfekten Rhythmus garantierte.

Junges Talent ist der vierte Mann

Ein Déjà-vu-Erlebnis gab es dann für die Grand-Jam-Fans, die bereits im September den Auftritt der Münsteraner „Bluesanovas“ erleben durften, welche dann wenig später den „German Blues Challenge 2019“ für sich entschieden hatten und demnächst zur Weltmeisterschaft nach Memphis-Tennessee reisen.

Denn auch Kai Strauss hatte frühzeitig das Talent des vielseitigen Youngsters erkannt und Nico Dreier als den vierten Mann für seine „Electric Blues All Stars“ verpflichtet, wo dieser auch am Mittwochabend mit modernen Grooves an der Hammond-Orgel sowie am E-Piano das Publikum begeisterte.

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