Kabarett-Duo nimmt sich Fake-News vor

dzDuo „Zu Zweit“

Fake-News sollte man niemals trauen. Das lernt das beim Publikum beim Auftritt des Duos „Zu Zweit“ in der Galerie „sohle 1“. Zu lachen gibt es trotzdem eine Menge.

von Niklas Mallitzky

Oberaden

, 29.11.2018, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Til Schweiger moderiert die Tagesschau und Unbekannte verschicken Koran-CDs, die die Atemwege lähmen. Es ist das Zeitalter der alternativen Fakten, deren Wahrheitsgehalt ungefähr genauso gering ist, wie der Wortschatz des amerikanischen Präsidenten. Auch das Kabarettisten-Duo „Zu Zweit“ hat die Auswirkungen der Falschmeldungen am eigenen Leibe zu spüren bekommen, mit ihrem Programm „Fake News“ sind sie am Mittwochabend in der Galerie „Sohle 1“ zu Gast.

Er ist der König der Fake News, der Prinz der verdrehten Fakten. Kaum einer hat es so gut verstanden, unangenehme Berichterstattung als Lüge abzutun und im selben Atemzug drei neue Lügen in die Welt zu setzen, wie Donald Trump. Auch die Kabarettisten Tina Häussermann und Fabian Schläper haben die Bedeutung des Präsidenten im Kampf um die Deutungshoheit der Wirklichkeit längst begriffen und rechnen sofort mit ihrem ersten Lied „Alternative Fakten“ mit dem Oberhaupt der Amerikaner ab. Am Ende richten die Beiden eine klare Botschaft an Trump: „Lass die Atombombe im Koffer sei so nett, und liefer uns noch viel mehr Stoff für unser Kabarett.“ Doch das braucht Trump eigentlich gar nicht zu tun, den Stoff für ihr Kabarett kommt mittlerweile direkt per Handy. Zumindest bei Häussermann, denn Schläper fällt es schwer loszulassen. „Mein Handy hat noch ein monochromes Display“, erklärt er. „Farbe gibt es da noch nicht.“ Instant Messenger kann er damit vielleicht nutzen, dafür hat der alte Knochen aber auch Vorteile, zum Beispiel die Akkuleistung. Und vielleicht ist es sogar ganz gut, dass Schläper auf die täglichen Nachrichten von Freunden und Bekannten verzichten muss, denn die können einem Angst machen. Denn auch hier sind die Fake News ein Thema geworden, erst kürzlich habe Häussermann eine verstörende Warnung in der Whatsapp-Gruppe ihrer Blockflötengruppe erhalten. Auch Häussermann ist hereingefallen. Mit Freundinnen und Prosecco saß sie vor dem Fernseher, bereit für die Tagesschau mit Til Schweiger. „Wir hatten eine Nachricht bekommen, dass Schweiger die Tagesschau an diesem Abend moderieren sollte.“ Die Tagesschau beginnt, die Kamera schaltet ins Studio und – Jan Hofer. Es ist das Fazit des Abends, man kann den Fake News einfach nicht trauen, Lügen sind Lügen und werden auch nicht wahr, wenn nur genügend Menschen daran glauben. Im Falle von Schweiger hätte das Häussermann aber eigentlich wissen müssen, meint auch Schläper: „Wieso sollte der denn die Tagesschau moderieren, das würde ja eh keiner verstehen.“

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