Kabarett-Auftakt mit HG Butzko unterhält, liefert aber keinen Paukenschlag

dzKabarett-Reihe

Diesmal hat kein bekannter Kabarettist die Saison in Bergkamen eröffnet, sondern HG Butzko. Der kann komplexe Zusammenhänge analysieren. Aber das Publikum vermisste dennoch etwas.

von Rainer Larm

Bergkamen

, 06.09.2019, 12:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Saisonauftakt für die Reihe „Kabarett/Cabaret“ am Donnerstag im gut besuchten „studio“. Zu Gast: HG Butzko. Butzko wer?, dürften sich da viele gefragt haben.

Denn in der Regel sorgt die Kulturverwaltung zum Auftakt der Reihe für bekanntere Namen - also für einen „Paukenschlag.“

HG Butzko ist seit über 20 Jahren im Geschäft

Aber HG Butzko? Der Mann ist seit 1997 im Geschäft und zur Zeit mit seinem zehnten Soloprogramm unterwegs. Titel: „Echt jetzt“. Und er ist siebenfacher Preisträger. Da konnte eigentlich nichts schief gehen. Ging auch nicht. Hans Günter Butzko, Jahrgang 1965, präsentierte ein grundsolides politisches Kabarett, wie man es heute nur noch selten findet.

Die volle Aufmerksamkeit des Publikums gefordert

Insofern kamen die Zuschauer auch durchaus auf ihre Kosten. Butzkos blitzgescheite und erhellende Analyse komplexer Zusammenhänge forderten die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Aber sein wissenschaftlicher Vortrag darüber, dass „begreifen“ wörtlich zu nehmen ist, um zu begreifen, hätte im Rahmen eines Medizinstudiums sicherlich zu einer sehr guten Zensur geführt.

Das Publikum hatte nicht allzu viel zu lachen

Doch im Rahmen dieses Abends überforderte Butzko damit das Publikum, das eh nicht allzu viel zu lachen hatte. Selbst sein Versuch, die noch amtierende Bundeskanzlerin mit ihren eigenen Worten ad absurdum zu führen, sorgte im Saal nicht für große Erheiterung – und das bei statistisch gesehen mehrheitlich den Sozialdemokraten zugeneigten Wählern.

Das Thema Handy nimmt breiten Raum ein

Sehr breiten Raum widmete Butzko dem Thema Handy und Co. Und für den „Beweis“, dass es sich dabei um die größte Droge aller Zeiten handelt, holte er sich die Männer aus den Vorstandsetagen der IT-Unternehmen ins Boot, die er ausgiebig zitierte. Was aber eher langweilte. Denn neu war das alles eigentlich nicht. Und auf die aktuelle Situation einer aufgewühlten Welt ging Butzko bedauerlicherweise nicht ein.

Dennoch: Unterhaltsam war der Abend allemal. Allerdings kein Auftakt-Paukenschlag.

So geht es weiter

Die nächste Kabarett-Veranstaltung am Samstag 12. Oktober, mit Torsten Sträter ist bereits ausverkauft. Am Freitag, 15. November, kommt dann Özkür Cebe mit seinem Programm „Born in the BRD“ ins studio theater. Weitere Informationen zu der Bergkamener Kabarett-Reihe gibt es im Internt unter www.bergkamen.de/kabarett-cabaret.html

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