Jugendliche feiern eine Nacht der Gegensätze

dzNacht der Jugendkultur

Die jungen Leute selbst organisieren die „Lange Nacht der Jugendkultur“ im Jugendheim Yellowstone eigentlich selbst. Diesmal bekamen sie professionelle Hilfe.

von Niklas Mallitzky

Bergkamen

, 01.10.2018, 14:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist eine Nacht der Gegensätze. Während die Band „Power Word Kill“ mit brachialem Metal ihre Zuhörer begeistert, kann die Band „Area 44“ mit handgemachten Hip Hop aufwarten. Zum neunten Mal findet die „Nacht der Jugendkultur“ am Samstagabend im Jugendzentrum Yellowstone in Oberaden statt. Der Genre-Mix ist kein Zufall, sondern wohl geplantes Kalkül.

„Power Word Kill“, das ist Metal, wie man ihn im Yellowstone erwartet. Das Jugendzentrum ist bekannt für die harte Musik, die hier regelmäßig aus den Boxen dröhnt. „Der Name stammt aus dem Rollenspiel ‚Dungeons & Dragons‘“, berichten die Bandmitglieder nach ihrem Auftritt. „Das ist der stärkste Zauberspruch, der die Gegner direkt tötet und gegen den es keine Abwehrmaßnahmen gibt.“

Keine Bands

David Jentsch ist Teil der Heavy-Metal-Band, neben dem Auftritt hat er am Samstag auch so alle Hände voll zu tun. Gemeinsam mit Steffen Schink und Moritz Brückner hat er das Konzert organisiert. Für das Trio, das bereits zum dritten Mal die Nacht der Jugendkultur veranstaltet, begann die Arbeit schon vor einigen Monaten. Damals galt es, Bands zu finden, die sich zu einem Auftritt bereit erklären. In den vergangenen Jahren sei das nie ein Problem gewesen, erinnert sich Schink. „Wir hatten immer reichlich Zusagen.“ Doch in diesem Jahr erteilten fast alle Bands den Organisatoren eine Absage.

David „Dave“ Zolda, Betreiber des im Yellowstone ansässigen Musiklabels „Horrorbiz Records“, entschloss sich kurzerhand, dem Trio unter die Arme zu greifen. Zolda ist gut vernetzt und konnte noch zwei Bands aus dem Ärmel zaubern – das Fest war gerettet. Nun galt es, Flyer zu verteilen und Plakate aufzuhängen, auch das neben Studium und Beruf eine durchaus anstrengende Aufgabe.

Viele Aufgaben

Auch am Konzerttag haben Schink und seine Kollegen alle Hände voll zu tun. Schink ist nicht nur für das Catering zuständig, mit „Area 44“ leistet er auch einen künstlerischen Beitrag. Die Gema-Bögen händigt Brückner an die Bands aus. Nur wer seinen ausgefüllt wieder abliefert, darf auch auf die Bühne. Später steht er dann allein als der Liedermacher „Rasputin Douglas“ mit der Klampfe auf der Bühne.

Heavy Metal, Hip Hop und mit der Band „Pott Riddim“ später sogar noch Reggae und Ska – der extreme Musik-Mix ist ungewöhnlich. „Heute geht es nicht so sehr um unsere persönlichen Interessen“, erklärt Schink. „Sondern darum, möglichst viele unterschiedliche Subkulturen anzusprechen.“ Schließlich sei es ja die Nacht der „Jugendkultur“ und die würde sich ja auch aus ganz verschiedenen Charakteren und Musikrichtungen zusammensetzen.

Dass Schink und seine Kollegen dem Yellowstone schon solange die Treue halten, habe einen einfachen Grund, sagt Jentsch: „Wir wurden hier schon als ganz junge Musiker unterstützt. Deswegen wollen wir auch etwas zurückgeben“, sagt der Musiker.

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