Chlorgeruch im Briefkasten sorgte am Montag für einen Großeinsatz am Jobcenter in Bergkamen. Die verdächtige Substanz erwies sich als unbedenklich. Das Jobcenter bleibt am Dienstag geschlossen.

Bergkamen

, 29.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Eine auffällig riechende Flüssigkeit im Jobcenter löste am Montagmorgen einen Großeinsatz an der Louise-Schröder-Straße aus. Bis eine spezielle Task-Force-Einheit aus Dortmund am frühen Abend Entwarnung gab, blieb die Straße gesperrt. Die Mitarbeiter des Jobcenters durften das Gebäude erst gegen 17 Uhr verlassen. Denn bis dahin wusste niemand, ob sie in einer ernsten Gefahr schwebten.

Um 11 Uhr am Montag alarmierten die Mitarbeiter des Jobcenters die Polizei, weil ihnen ein chlorähnlicher Geruch aufgefallen war. Polizeisprecher Thomas Röwekamp erklärte, dass die auffällige Flüssigkeit bereits am frühen Morgen entdeckt worden war – und zwar vom Hausmeister. Als der den Briefkasten in der Früh öffnete, stieg ihm ein chlorähnlicher Geruch entgegen. Er dachte sich offenbar zunächst nichts dabei, denn er reinigte den Briefkasten laut Röwekamp und unternahm weiter nichts. Der Inhalt des Briefkastens, der mit der verdächtigen Flüssigkeit in Berührung gekommen war, fand so seinen Weg ins Gebäude. Dort versetzte der Geruch andere Mitarbeiter in Alarmbereitschaft. Sie riefen die Polizei – und die ging sogleich auf Nummer sicher.

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ABC-Einsatz am Jobcenter in Bergkamen

Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen.
29.07.2019
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Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann
Ein verdächtiger Geruch aus einem Briefkasten sorgte am Montag, 29. Juli, für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei am Jobcenter an der Louise-Schroeder-Straße in Bergkamen. © Michael Neumann

Die Jobcenter-Mitarbeiter durften das Gebäude nicht verlassen

Die Beamten sperrten die Louise-Schröder-Straße zwischen Jobcenter und Gedächtnisstraße ab. Ein Spezialteam aus Dortmund, die sogenannte Analytische Task Force (ATF), wurde hinzugezogen. Die Fachleute betraten in Schutzanzügen das Gebäude, um die Substanz zu untersuchen. Sie waren die einzigen, die am Montagnachmittag das Jobcenter während des Einsatzes betraten. Ansonsten durfte niemand hinein – und auch nicht hinaus. Für die Mitarbeiter des Jobcenters war es eine Geduldsprobe.

Auffällige Reaktionen, wie Reizungen der Atemwege, wurden bei ihnen jedoch nicht festgestellt. Auch der Hausmeister, der den Briefkasten gereinigt hatte, soll gesund gewirkt haben. Dennoch gehe man in solchen Fällen immer auf Nummer sicher, sagte Röwekamp, der ebenfalls vor Ort war.

Laut Jobcenter-Sprecherin Katja Mintel befanden sich etwa 40 Personen im Inneren des Gebäudes. Da die Ausgangssperre erst gegen 13 Uhr verhängt wurde, waren darunter laut Mintel höchstwahrscheinlich keine oder kaum Kunden, denn das Jobcenter schließt montags um 13 Uhr.

Angst vor gefährlicher Substanz: Chlorgeruch im Jobcenter Bergkamen sorgt für Großeinsatz

Die Straße musste während des Einsatzes gesperrt bleiben und wurde erst nach 17 Uhr freigegeben. © Michael Neumann

Substanz wurde gegen 17 Uhr als ungefährlich eingestuft

Gegen 17 Uhr durften die Einsatzkräfte und die unter Quarantäne befindlichen Personen dann aufatmen. Die Taskforce stufte die Substanz als nicht gesundheitsgefährdend ein. Die Mitarbeiter durften das Gebäude endlich verlassen, nachdem sie von der Feuerwehr und einem Notarzt über das Ergebnis der Untersuchungen aufgeklärt wurden.

Was für eine Flüssigkeit genau in den Briefkasten des Jobcenters gelangt war und durch wen, wusste die Polizei am Montagabend noch nicht. Sie fertige eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung an, hieß es. Einen Verdacht auf einen Täter gebe es nicht, sagte Sprecherin Vera Howanietz. Es wurde kein Bekennerschreiben oder Drohbrief gefunden.

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Jobcenter bleibt am Dienstag geschlossen

Obwohl die Substanz als ungefährlich eingestuft wurde, empfahl die Taskforce dem Jobcenter, seine Geschäftsstelle einer Grundreinigung zu unterziehen. Deshalb bleibt sie am Dienstag geschlossen. Eine besondere Reingung werde das jedoch nicht sein, so Jobcenter-Sprecherin Katja Mintel. „Es geht auch um den Geruch und darum, dass sich keiner mehr Sorgen macht.“ Kunden, die am Dienstag Gesprächstermine im Jobcenter haben, erhalten laut Mintel umgehend postalisch oder telefonisch einen neuen Termin. Im Falle eines dringenden Anliegens können sie sich auch an das Service-Center unter Tel. (02303) 2538-0 wenden. Es sei aktuell davon auszugehen, dass der Dienstbetrieb am Mittwoch wieder wie gewohnt läuft.

Angst vor gefährlicher Substanz: Chlorgeruch im Jobcenter Bergkamen sorgt für Großeinsatz

Die Schutzanzüge, in denen die Feuerwehrmänner das Gebäude betraten, t ordentlich gesäubert werden, da sich giftige Stoffe daran befinden hätten können. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, ob die Substanz gefährlich ist.

Nicht der erste ABC-Einsatz im Kreis Unna

Der ABC-Einsatz in Bergkamen ist nicht der erste in der jüngeren Vergangenheit, bei dem der Fund einer auffälligen, unbekannten Substanz für einen Großeinsatz sorgte. Erst am 4. Juli wurde weißes Pulver in einem Briefkasten in Unna gefunden. Die verdächtige Substanz entpuppte sich letztlich als harmloses Waschmittel. Dennoch waren viele Polizisten und Feuerwehrleute – darunter auch die Analytische Task Force aus Dortmund – im Einsatz.

Denn egal, wie oft sich solche Substanzen als harmlos entpuppen: Die Einsatzkräfte müssen eine solche Meldung immer sehr ernst nehmen, schließlich könnte sich auch ein Anschlag dahinter verbergen. Nicht umsonst heißen diese Einsätze „ABC-Einsätze“ – die Abkürzung steht für „Atomar“, „Biologisch“ und „Chemisch“.

Hier können Sie unseren Live-Ticker zum ABC-Einsatz nachlesen:

Chlorgeruch am Jobcenter in Bergkamen
  • 17:41 Uhr29.07.2019

    Liveticker beendet

    Unser Liveticker endet hier. In Kürze können Sie an dieser Stelle eine ausführliche Zusammenfassung des Einsatzes lesen.

  • 17:32 Uhr29.07.2019

    Grundreinigung: Jobcenter bleibt am Dienstag geschlossen

    Obwohl die Substanz als ungefährlich eingestuft wurde, empfahl man dem Jobcenter, die Geschäftsstelle einer Grundreinigung zu unterziehen. Deshalb bleibt sie am Dienstag geschlossen, wie die Sprecherin des Jobcenters, Katja Mintel, mitteilte. 

    "Kundinnen und Kunden, die am morgigen Dienstag Gesprächstermine im Jobcenter Bergkamen haben, erhalten umgehend postalisch oder telefonisch einen neuen Termin. Im Falle eines dringenden Anliegens können sich Kundinnen und Kunden an das Service Center unter 02303 2538-0 wenden. Es ist aktuell davon auszugehen, dass der Dienstbetrieb am Mittwoch wieder wie gewohnt aufgenommen werden kann", heißt es in Mintels Mitteilung. 

  • 17:31 Uhr29.07.2019

    Personen werden aufgeklärt und verlassen das Gebäude

    Die Personen, die sich im Jobcenter befanden, werden durch die Feuerwehr und einen Notarzt über das Untersuchungsergebnis aufgeklärt. Das Gebäude dürfen sie nun endlich verlassen. Auch die Einsatzkräfte rücken ab. 

  • 17:24 Uhr29.07.2019

    Substanz ist ungefährlich

    Die Polizei veröffentlicht eine offizielle Pressemitteilung. Aus ihr geht hervor, dass die Substanz nach der chemischen Analyse als nicht gesundheitsgefährdend eingestuft wurde. Es werde eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gefertigt, heißt es. 

  • 16:19 Uhr29.07.2019

    Experten untersuchen den Stoff

    Die Taskforce der Feuerwehr Dortmund hat das Gebäude verlassen. Laut Polizeisprecher Thomas Röwekamp dauert es nun noch ein bis eineinhalb Stunden bis das Ergebnis der Untersuchungen vorliegt.

  • 15:52 Uhr29.07.2019

    Wohl keine Verletzten

    Den Mitarbeitern, die mit dem noch unbekannten Stoff in Berührung gekommen sind, geht es gut, sie scheinen weder Hautreizungen noch Atemprobleme zu haben. Ob es sich bei dem Stoff wirklich um Chlor handelt, wird derzeit untersucht.

  • 15:49 Uhr29.07.2019

    Bewohner dürfen in ihren Häusern bleiben

    Die Bewohner der umliegenden Häuser dürfen in ihren Wohnungen bleiben, beobachten den Einsatz teils von ihren Balkonen.

  • 15:46 Uhr29.07.2019

    Keiner darf rein oder raus

    Entgegen erster Angaben der Polizei wurde das Jobcenter nicht geräumt: Aber es darf derzeit niemand rein oder raus. Die Louise-Schröder-Straße ist von der Kreuzung Gedächtnisstraße bis zum Jobcenter gesperrt.

  • 15:28 Uhr29.07.2019

    Chemiker der Dortmunder Feuerwehr ist vor Ort

    Gemeinsam mit der Feuerwehr sind die Beamten gerade am Jobcenter im Einsatz. Ein Chemiker der Dortmunder Feuerwehr untersuche die Örtlichkeit derzeit, sagt Röwekamp. Zur Sicherheit wurde das Jobcenter geräumt, die Louise-Schröder-Straße wurde teils gesperrt.

  • 15:27 Uhr29.07.2019

    Chlorgeruch aus Briefkasten

    Ein Geruch, der an Chlor erinnert, beunruhigt die Mitarbeiter des Jobcenters in Bergkamen am Montag. Zunächst habe man den Briefkasten, aus dem der Geruch strömte, gereinigt, sagt Kreispolizeisprecher Thomas Röwekamp. Doch dann überkam die Mitarbeiter doch Skepsis und sie riefen gegen 11 Uhr die Polizei.

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