Jede Menge „Daumen hoch“ bei Fronleichnamsprozession

dzUmzug in Bergkamen

In Polizeibegleitung findet die Bergkamener Fronleichnamsprozession statt. Diesmal scheitert der Umzug nicht an ungeklärten Sicherheitsfragen. Beinahe hätte aber ein Altar gefehlt.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 20.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Nach einem Jahr Zwangspause wegen ungeklärter Sicherheitsfragen zogen am Donnerstagmorgen die Katholiken des Pastoralverbunds Bergkamen mit ihrer beliebten Fronleichnams-Prozession wieder durch die Straßen rund um die Pfarrkirche von St. Elisabeth. Die Polizei sorgte für Sicherheit.

Neben der Freude darüber, dass die Fronleichnamsprozession nun wieder stattfinden darf, gab es dieses Mal ein beeindruckendes Beispiel gelebter Solidarität. Traditionell werden bei der Prozession drei Außenaltäre angesteuert, die von Caritas, kfd, KAB und dem Hedwigskreis in aller Frühe auf einem „Pilgerweg“ rund um die Elisabeth-Kirche aufgebaut und mit viel Blumenteppichen und Palmenwedeln geschmückt werden.

Freiwillige bauen Altar in letzer Minute auf

Doch wie es der Teufel so wollte, fehlten dieses Mal aus nachvollziehbaren Gründen gleich vier handwerklich geschickte KAB’ler, die sonst immer den KAB-Altar aufgebaut hatten. Fast wäre deshalb der KAB-Altar gar nicht aufgebaut worden.

Doch zum Glück ist der Hilferuf von Peter Andrzejewski, der seinerzeit sogar den KAB-Altar konstruiert hatte, rechtzeitig bei den Mitgliedern des Hedwigskeises angekommen. Mit Jan, Gregor, Peter und Marek waren dann am frühen Donnerstagmorgen gleich vier tüchtige Hedwigskreisler zur Stelle, um mit den verbliebenen KAB-Helfern im Stadtpark den KAB-Altar aufzubauen.

Sicherheitshalber ist morgens früh Pastor Thorsten Neudenberger noch einmal den Prozessionsweg abgegangen, um sich bei den Stationsaltären zu informieren. Beim KAB-Altar gab es natürlich jede Menge „Daumen hoch“. Und da auch das sonnige Fronleichnamswetter mitspielte, konnte Neudenberger gleich die große Prozession einplanen.

Segen in alle vier Himmelsrichtungen

Wie immer zogen zu Beginn der Heiligen Messe die Fahnenabordnungen aus den fünf Pfarrgemeinden, die Messdiener, die Geistlichen und natürlich die Kommunionkinder in die festlich geschmückte, mit Besuchern gefüllte Pfarrkirche ein.

Eigentlich unterscheidet sich die Fronleichnamsmesse nicht von einer normalen katholischen Sonntagsmesse. An Fronleichnam steht allerdings ganz besonders die sogenannte „Wandlung“ im Mittelpunkt. Hierbei wird in einer liturgischen Handlung die einfache Hostie zum Leib Christi „gewandelt“ und verkörpert danach den leibhaftigen Jesus Christus. Da die so gewandelte Hostie für die Katholiken eine ganz große Bedeutung hat, wird diese nun in einer schmuckvollen Monstranz unter einem Baldachin durch die Straßen der Stadt getragen und den Menschen gezeigt.

„An den Altären wird dann nach alter Tradition in alle vier Himmelsrichtungen der Segen gespendet“, erklärte Pastor Thorsten Neudenberger. „Dies unterstreicht: Gott segnet die ganze Welt. Er bietet in Jesus Christus allen Menschen sein Heil und seinen Beistand an.“ Und zusätzlich zum sakramentalen Segen wird dabei auch die Segenskraft des Gotteswortes erbeten.

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