Es lief so gut an, es war noch so viel geplant, doch dann kam Corona: Die erste Jahresbilanz des Schießzentrums Unna-Hamm fällt wohl nicht wie geplant aus. Aber es geht wieder bergauf.

Bergkamen

, 15.08.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Jäger, die ihre Treffsicherheit trainieren oder ihre Waffe einschießen möchten, Behörden, Büchsenmacher und sogar Teilnehmer an Junggesellen-Abschieden gehen seit der Eröffnung im vergangenen Jahr im Schießzentrum Unna-Hamm ein und aus. Ob Profi oder neugieriger Nicht-Jäger: Aus ganz NRW kommen mittlerweile Menschen nach Overberge.

Sie schießen, nehmen an Seminaren teil oder lassen sich fortbilden, während das Angebot immer weiter wächst. Anfang des Jahres gab es etwa den ersten Wildkochkurs, wenige Wochen später dann einen Erste-Hilfe-Kurs für Hundebesitzer. Und wiederum kurze Zeit später kam: Corona.

Das Virus machte den Plänen der Geschäftsführer Markus Milewski und Dr. Stephan Baumeister einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Noch ist eine konkrete Jahresbilanz in Arbeit, doch schon jetzt ist klar: Sie wird nicht so ausfallen wie es vor der Krise noch den Eindruck machte.

Schießzentrum in Bergkamen macht Verlust, aber es geht bergauf

„Wir haben mit einer Kostendeckung gearbeitet“, sagt Baumeister über die Zeit vor der Pandemie – die Baumaßnahmen nicht mit eingerechnet. Das ist für eine GmbH in ihrem ersten Jahr freilich keine Selbstverständlichkeit. „Der Anfang war sehr vielversprechend.“ Doch Corona machte vor dem Schießzentrum nicht Halt, es schloss am 14. März eigenständig – einen Tag bevor alle Händler schließen mussten.

Nur noch Behörden durften ob ihrer wichtigen Aufgabe für die Bevölkerung weiter trainieren – nur eine tat das jedoch. Während also einige der Betriebskosten weiterliefen blieben die Schießstände leer. Wo möglich, wurden Kosten eingespart, doch der Verlust sei „verheerend“, sagt Milewksi. Der Verlust belaufe sich auf eine fünfstellige Summe – und zwar nicht im unteren Bereich.

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Doch mittlerweile schauen die Jäger wieder nach vorn, denn ins Schießzentrum ist mittlerweile wieder Leben gekehrt – natürlich unter Einhaltung von Abstands- und Hygienevorschriften. Es finden wieder Veranstaltungen mit bis zu 24 Personen statt und es fallen wieder Schüsse auf Zielscheiben, laufende Keiler, Kipphasen oder in der Raumschießanlage auf Projektionen von Rehen oder Wildschweinen.

Wo kein Abstand möglich ist, wird mit Maske geschossen, sonst kann sie auch abgenommen werden. Das ist zwar angenehmer, aber auch mit Maske lässt es sich schießen. Das versichert Reinhard Middendorf, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Unna, die das Schießzentrum gemeinsam mit der Kreisjägerschaft Hamm ins Leben gerufen hat.

Markus Milewski ist der Geschäftsführer des Schießzentrums Unna-Hamm. Er ist froh, dass es nach der Corona-Zwangspause wieder bergauf geht.

Markus Milewski ist der Geschäftsführer des Schießzentrums Unna-Hamm. Er ist froh, dass es nach der Corona-Zwangspause wieder bergauf geht. © Marcel Drawe

Das Schießzentrum lockt Schützen aus ganz NRW nach Bergkamen

Und damit haben die Jägerschaften offenbar eine Lücke gefüllt, denn die Besucher kommen wie gesagt aus allen Ecken des Landes. Jäger trainieren hier, mit ihren Waffen richtig umzugehen und ihre Ziele zu treffen – was wichtig für den Tierschutz ist, denn ein Tier sollte mit einem Schuss erlegt sein. Es sei wichtig, dass Jäger nicht nur in den Schießstand kommen, um ihren Schein zu erneuern, sondern regelmäßig trainieren, erklärt Milewski. „Sie sollen hier üben und im Wald sicher schießen.“

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Die Anforderungen an Schützen werden immer mehr, Sicherheit wird immer größer geschrieben. Umso wichtiger ist es, stets einen verlässlichen Ansprechpartner zu haben. Und den haben die Schützen im Schießzentrum in Milewski. Wer Fragen hat oder Tipps braucht, kann sich an ihn wenden. Er kennt sich nicht nur mit den technischen Details aus, sondern lehrt die Schützen auch, Vertrauen in ihre Waffe zu haben.

Auch Wild-Kochkurse gab es vor der Corona-Pause im Schießzentrum. Sie werden derzeit aus Sicherheitsgründen nicht angeboten. Gut angekommen sind sie aber – und es hat übrigens kein einziger Jäger teilgenommen. Das Schießzentrum ist offen für alle.

Auch Wild-Kochkurse gab es vor der Corona-Pause im Schießzentrum. Sie werden derzeit aus Sicherheitsgründen nicht angeboten. Gut angekommen sind sie aber – und es hat übrigens kein einziger Jäger teilgenommen. Das Schießzentrum ist offen für alle. © Stefan Milk

Milewski und das Personal im Schießzentrum stehen aber freilich nicht nur Jägern zur Seite, sondern auch Neulingen. Die Jäger erklären nicht nur, wie geschossen wird, sondern klären auch generell über die Jagd auf. „Vieles findet im Verborgenen statt, aber wir wollen zeigen, was wir machen“, sagt Middendorf. Zur Jagd gehörten auch Umwelt-, Natur-, und Tierschutz, so Helmut Nordhaus, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Hamm.

Wer mehr über die Jagd erfahren möchte oder sich traut, auch selber mal ein Gewehr in die Hand zu nehmen, der kann sich an Milewski unter Tel. (01520) 6003182 wenden oder sich auf der Internetseite des Schießzentrums (www.schiesszentrum-unna-hamm.de) informieren.

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