Immer mehr Frauen lassen sich im Schießzentrum Unna-Hamm in Bergkamen zu Jägerinnen ausbilden. (Symbolbild) © picture alliance / Armin Weigel/dpa
Schießzentrum Unna-Hamm

Jagen wird jünger und weiblicher: Mehr Frauen lassen sich ausbilden

Im Schießzentrum Unna-Hamm in Bergkamen läuft der Betrieb wieder. Hier trainieren Jäger und wird Nachwuchs ausgebildet. Dabei fällt auf, dass sich immer mehr Frauen für dieses Hobby entscheiden.

Der Schutz von Natur und Tieren – das ist ein Thema, das aktuell viele Menschen interessiert und umtreibt. Vor allem die Jugend. Der Tenor: Das Klima schützen, bevor es zu spät ist. Immer mehr Menschen setzen sich dafür ein und gehen zum Beispiel auf die Straße. Doch auch in anderen Bereichen spürt man das steigende Interesse an der Umwelt: Zum Beispiel im Jagdwesen.

Hier machen die Jäger der Kreisjägerschaft Unna aktuell eine erfreuliche Beobachtung bei den Jagd-Azubis: „Der Frauenanteil ist diesmal schön. Er liegt bei fast 50 Prozent. Sonst waren es immer 25 bis 30“, sagt Lehrgangsleiter Jan-Eike Kersting. „Wir werden jünger und weiblicher.“ Viele kommen laut Kersting aus Interesse zur Natur, über Jäger in der Familie oder durch die Ausbildung ihrer Hunde zum Jagen.

Die Entwicklung wird übrigens nicht nur in der Ausbildung sichtbar. Erstmals gibt es seit kurzem eine weiblich Präsidentin des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen: Nicole Heitzig ist die erste Frau an der Spitze eines Landesjagdverbandes in Deutschland.

Plätze für die Jagdausbildung waren schnell vergeben

Doch zurück in den Kreis Unna und nach Bergkamen ins Schießzentrum, wo der Nachwuchs ausgebildet wird: Hier bietet die Kreisjägerschaft Lehrgänge an. Die 27 Plätze im Kurs, der im September startete, waren schnell ausgebucht. Wegen Corona sind nicht mehr Teilnehmer möglich.

Neben Theorie gehören auch Praxis und Exkursionen zur Ausbildung. Kürzlich ging es in den Wildwald Vosswinkel, wo sich die angehenden Jägerinnen und Jäger Wildtiere aus nächster Nähe und ohne Zäune ansehen konnten. „Ein Hirsch stand direkt am Weg, keine fünf Meter von uns entfernt. Das war für alle ein tolles Erlebnis“, so Kersting.

Anfang Januar geht es dann los mit der Schießausbildung. Das gehört zum Jäger-Dasein freilich dazu. Gibt es zum Beispiel einen Wildunfall, kümmern sich Jäger um die verwundeten Tiere – und wenn das bedeutet, sie von ihrem Leid zu erlösen. Deshalb ist es unter anderem so wichtig, nach einem Wildunfall die Polizei zu rufen.

Nach der Prüfung können die Jungjäger selber jagen gehen

Die dreiteilige Jägerprüfung steht im April an. Danach können die ausgebildeten Jäger mit ihrem Jagdschein grundsätzlich jagen, erklärt Kersting. Junge Jäger könnten sich zum Beispiel anderen Revierinhabern anschließen. „Vor Ort entstehen aber auch Kontakte. Dadurch ergeben sich Möglichkeiten mitzugehen und erste jagdliche Erlebnisse zu begehen.“

Im Schießzentrum an der Hansastraße werden nicht nur Nachwuchs-Jägerinnen und -Jäger ausgebildet. Auch erfahrene Jäger trainieren dort oder lassen ihren Jagdschein erneuern. Dadurch entstehen Kontakte und Austausch – mit künftig immer mehr Frauen.

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott

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