iPads für die Bergkamener Schüler – aber die Mittel reichen nicht für alle

dzDigitaler Unterricht

In Bergkamen sollen bald viel mehr Schüler auch zu Hause am iPad lernen können. Die Stadt will die Geräte beschaffen. Ob tatsächlich alle zuhause digital arbeiten können, ist aber trotzdem fraglich.

Bergkamen

, 07.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der digitale Unterricht zu Hause in der Corona-Pandemie hatte bisher auch in Bergkamen seine Tücken. Die Schulleitungen beklagten, dass der Unterricht zu Hause bei vielen Schülern nicht möglich ist – und zwar aus einem einfachen Grund. Oft gab es bei ihnen zu Hause gar keinen Computer, der sich für den Unterricht geeignet hätte. In vielen Familien ist das Smartphone das einzige Gerät.

Geräte für Schüler und Lehrer

Das soll sich jetzt mit Unterstützung des Landes ändern. Das Land NRW stellt dafür 329.233,83 Euro für die Bergkamener Schulen zur Verfügung – ermittelt nach den Schülerzahlen aus dem vergangenen Schuljahr und dem landesweiten Sozialindex. Zusammen mit einem zehnprozentigen Eigenanteil der Stadt stehen gut 362.000 Euro zur Verfügung, für die iPads angeschafft werden sollen. Hinzu kommen 193.500 Euro, um die digitale Ausstattung der 387 Bergkamener Lehrkräfte zu verbessern. Auch sie sollen iPads bekommen.

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Die iPads der Schüler sollen einen Speicher von 32 GB haben und die Lehrergeräte 128 GB. Sie sollen einen Aufkleber bekommen, der sie als Eigentum der Stadt kennzeichnet.

Für alle Schüler reicht das aber in keinem Fall. Bei 4543 Schülern, die im vergangenen Schuljahr eine Schule in Bergkamen besuchten, stehen pro Schüler nur knapp 80 Euro zur Verfügung – bei Preisen von mindestens 300 Euro pro Gerät.

Einige Schulen,wie die Freiherr-von-Ketteler-Schule in Rünthe haben schon Erfahrungen mit dem Einsatz von Computern im Internet. Die Schule hat schon seit einiger Zeit einen Glasfaseranschluss.

Einige Schulen,wie die Freiherr-von-Ketteler-Schule in Rünthe haben schon Erfahrungen mit dem Einsatz von Computern im Internet. Die Schule hat schon seit einiger Zeit einen Glasfaseranschluss. © Johannes Brüne (Archiv)

iPads sollen die Schüler bekommen, die kein eigenes haben

Es sollen aber auch nicht alle Schüler ein iPad bekommen, sagt Schuldezernentin Christine Busch. Es gelte weiterhin das Motto, die eigene Ausstattung mitzubringen. Die schuleigenen Geräte sollen Schüler bekommen, die keine passende Ausstattung zuhause haben. Mit der Beschaffung der Geräte sei außerdem noch nicht die Endausstattung der Schulen erreicht. „Das wollen wir Zug um Zug verwirklichen“, sagte sie.

Verteilung der Mittel ohne Rücksicht auf Einkommen der Eltern

Die Verteilung der Mittel und damit der Geräte nimmt auch keine Rücksicht darauf, wie hoch der Anteil der Eltern mit niedrigem Einkommen an einer Schule ist. Die Anteile werden rein nach der Schülerzahl berechnet. Das sei der übliche Verteilmodus, sagte Busch. Die Stadt könne nicht ermitteln, wie hoch der Anteil einkommenschwacher Eltern an einer Schule ist.

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Auf ein Problem bei der Beschaffung der iPads macht die Dezernentin auch schon selbst im Vorfeld aufmerksam: In den Zuwendungen ist kein Geld für mögliche Reparaturen vorgesehen. Wenn eines der Geräte einen Defekt hat, der nicht unter die Garantie fällt, kann es nicht repariert werden.

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