International anerkannte Kunst in der Bergkamener sohle 1

dzNeue Ausstellung

Bei der Vernissage zur neuen Ausstellung in der Galerie sohle 1 gibt sich sogar die Düsseldorfer Kunstszene ein Stelldichein. Das liegt an zwei ungewöhnlichen Künstlern, die dort ausstellen.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Oberaden

, 08.09.2019, 16:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spätestens, als sich am Sonntagmorgen bei der Ausstellungseröffnung im Stadtmuseum immer mehr avantgardistisch gekleidete und etwas abstrakt „hairgestylte“ Damen und Herren aus der Düsseldorfer Kunst-Szene und darüber hinaus in der Galerie sohle 1 tummelten, wurde jedem Kunstfreund aus der Bergkamener „Provinz“ klar, hier läuft etwas ganz Großes.

Interational anerkannte zeitgenössische Künstler

Stadtkämmerer und Kulturdezernent Marc Alexander Ulrich brachte es auf den Punkt, als er feststellte: „Wir haben es als älteste kommunale Galerie geschafft, dass mit Maxim Wakultschik und Aljoscha zwei international anerkannte Prototypen zeitgenössischer Künstler auf ihrem Weg zur Weltspitze, mit dieser Doppelausstellung einen Abstecher zu uns nach Bergkamen gemacht haben.“

Und wer beim Betreten der Kunstausstellung angesichts der scheinbar zerfetzten bunten Plastikfolien an der Raumdecke im Erdgeschoss vielleicht noch despektierlich dachte, „ist das Kunst, oder kann das weg“, war nur wenige Sekunden später beim anerkennenden Betrachten dieser Kunstobjekte froh, dass er es nicht laut ausgesprochen hatte.

International anerkannte Kunst in der Bergkamener sohle 1

Künstler Aljoscha mit Kulturdezernent Marc Alexander Ulrich und Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel: Der Bergkamener Kulturverwaltung ist es gelungen, zwei international anerkannte zeitgenössische Künstler nach Bergkamen zu holen. © Stefan Milk

Aljoscha im himbeerroten Anzug

Denn was der passend zur Vernissage im himbeerroten Anzug erschienene Künstler Aljoscha aus bunten Plastikfolien und Drähten geschaffen hat, ist in seiner Einzigartigkeit tatsächlich einmalig. Quer durch den Raum scheinen die himbeerroten Spritzer von einem verschütteten Himbeersaft erstarrt zu sein, auf dem Boden verharrt scheinbar das aus Kristallen bestehende Skelett eines Sauriers, während auf der Vitrine bereits eine neuartige „DNA“ in den Raum zu wachsen scheint

.„Aljoscha selbst bezeichnet seine Objekte tatsächlich auch als Lebewesen und seine Kunst als Bioismus“, erläuterte die Kunsthistorikerin Nathalie Krall in ihrer Analyse und erklärt den Besuchern der Vernissage, warum sich der Betrachter irrt, wenn er bekannte Lebensformen zu entdecken glaubt. „Bei Aljoschas „Polymorphismus“, was für Vielgestaltigkeit steht, wird bewusst eine Flut von Erscheinungsbildern ausgelöst, die aber in der Natur keine konkreten Vorbilder haben.“ Aber durch das freie Assoziieren würden sich die Objekte mithilfe des menscheneigenen „Bioprogramms“ Vvrselbstständigen.

International anerkannte Kunst in der Bergkamener sohle 1

Maxim Wakultschik zeigt seine dreidimensionalen Porträts, die aus eingefärbten Zahnstochern zusammengesetzt sind. © Stefan Milk

Beeindruckende Kreationen aus eingefärbten Zahnstochern

Geführt von den dezenten Klavierklängen des Meinhard Siegel aus Essen, gelangen die Besucher dann eine Etage höher, wo Maxim Wakultschik, der mit Aljoscha in Düsseldorf eine künstlerische Liaison pflegt, einige seiner nicht minder beeindruckenden Kreationen an die Wand gehängt hat.Genau wie Aljoscha, ist Wakultschik ein Künstler, der sich bewusst in der Dreidimensionalität seiner Objekte bewegt. Allerdings liegt dessen Schwerpunkt auf den „Bioethical Aberrations“, also den feinen bioethischen Abweichungen. Sein Grund-Material ist dabei aber nichts profaneres, als Zahnstocher.

In seinen Porträts entstehen so in akribischer Kleinarbeit und Planung aus „Myriaden“ von bunten Zahnstochern auf den Holzplatten dreidimensionale Bilder, die sich verändern, wenn man an ihnen vorbeischlendert. „Bewusste farbliche Störfaktoren verstärken zudem die Wirkung“, so die Kunsthistorikerin Nathalie Krall. „Maxims Werke erfahren durch den Eindruck, den sie bei uns erzeugen, sogar eine Verlebendigung, wo uns die Blicke der Dargestellten zwischen den Holzstäbchen und den Leerstellen stetig zu folgen scheinen.“

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