Ins Schwimmbad kommt man nur mit Bargeld

dzVeraltete Kassensysteme

Ab Montag kann man in Bergkamen und Kamen nicht mehr schwimmen gehen – wegen des Coronavirus. Aber wenn die Bäder irgendwann wieder öffnen, wird es weiter veraltete Zahlungsmethoden geben.

Bergkamen, Kamen

, 15.03.2020, 11:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in Bergkamen oder Kamen schwimmen geht, sollte Bargeld in der Tasche haben. Zumindest wenn er in eines der Hallenbäder der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) will. Die haben nämlich keine mit Menschen besetzten Kassen, sondern Automaten. Und die akzeptieren nur Bares und keine Karten. Von modernen digitalen Zahlungsmethoden mit dem Mobiltelefon ganz zu schweigen.

Bargeldlos kann nur ins Schwimmbad, wer eine Geldwertkarte für 25, 50 oder 100 Euro besitzt. Aber auch die gibt es nur am Automaten, so dass die regelmäßigen Schwimmer zumindest gelegentlich einen oder mehrere Scheine mit ins Bad nehmen müssen.

In Bönen kann man mit der Karte zahlen

Etwas fortschrittlicher als die beiden Bäder in Bergkamen und Kamen ist das in Bönen – es ist allerdings auch einige Jahrzehnte jünger. Dort gibt es eine Kasse, an der man auch mit EC-Karte bezahlen kann. Zumindest, wenn man vor der abendlichen Kassenschließzeit kommt. Sonst bleibt auch dort nur der Automat und das Bargeld.

Auch im Kamener Bad ist es unmöglich mit Karte oder gar mit dem Handy zu bezahlen.

Auch im Kamener Bad ist es unmöglich mit Karte oder gar mit dem Handy zu bezahlen. © Stefan Milk

Zudem sollte der zahlende Badegast stets ein Geldstück in der Tasche haben – das braucht er als Pfand, um den Schrank in der Umkleide abschließen zu können. In Bönen nimmt der Schrank nur 1-Euro-Stücke, in Kamen nur 2-Euro-Münzen. Wer schon mal zwischen den Bädern wechselt, sollte das im Hinterkopf haben. Allerdings kann man für die Schränke in Kamen auch die Geldwertkarte benutzen, was allerdings nicht ganz zuverlässig funktioniert.

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Es gibt längst moderne Kassensysteme

Der Bäderchef der GSW Marcus Müller weiß natürlich, dass es längst modernere Kassensystem für Schwimmbäder gibt. Im neuen Solebad in Werne bekomme die Besucher zum Beispiel als Eintrittskarte ein Armband mit Chip, mit dem sich auch die Schränke öffnen und schließen lassen. Es gibt sogar Armbänder für Stammkunden, auf die sich Geldbeträge laden lassen, mit denen sie in der Gastronomie und im Badeartikelshop bezahlen können. Beizeiten will sich Müller auch über solche Systeme informieren, denn bekanntlich planen die GSW sowohl in Bergkamen als auch in Kamen neue Schwimmbäder.

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Dort soll man dann auch zeitgemäß bezahlen können. Da sich die Lebenszeit der alten Bäder ihrem Ende entgegen neigt, will Müller aber dort nicht in neue Kassen investieren. Sie erst zu installieren und dann in die Neubauten zu versetzen, sei viel zu aufwändig und zu teuer, meint er. Somit müssen die Schwimmer in Bergkamen und Kamen auch weiterhin an Bargeld und Münzen für den Schrank denken. Einen Trost hat Müller: „Unsere Stammkunden wissen das.“

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