Initiative: Stadt soll prüfen, wie erfolgreich sie beim Klimaschutz ist

dzKlimawandel

Die Bürgerinitiative „L 821n - Nein!“ regt an, den Erfolg beim Klimaschutz in Bergkamen regelmäßig zu messen. Sie hat sogar einen Vorschlag, wie die Stadt regelmäßig an die Daten kommt.

Bergkamen

, 10.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Andreas Worch, einer der Sprecher der Bürgerinitiative „L 821n - Nein!“ kürzlich einen Vortrag zum Klimawandel von den Bergkamener Fraktionen von SPD und Grünen hielt, malte er die Folgen in den schwärzesten Farben. Es gebe sogenannte „Kipp-Punkte“ sagte er: Das sind Folgen des Klimawandels, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen, wenn sie einmal eingetreten sind.

Als Beispiel nannte er das Auftauen der Dauerfrost-Böden in den arktischen Regionen. Dadurch würde so viel Methan und Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, dass sich das Klima auf der Erde nachhaltig und unumkehrbar verschlechtere.

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Bergkamen kann Beitrag zum Klimaschutz leisten

Worch geht jedoch davon aus, dass dagegen noch Maßnahmen getroffen werden können – auch auf kommunaler Ebene in Bergkamen. Die im Klimaschutzkonzept der Stadt vorgesehene Reduzierung des CO2-Ausstoßes von 6,2 Tonnen pro Kopf im Jahr 2016 auf 1,5 Tonnen im Jahr 2050 hält die Initiative für den richtigen Weg. Sie geht jedoch davon aus, dass Bergkamen es nur dann erreichen kann, wenn die Stadt regelmäßig den Erfolg ihrer Klimaschutzmaßnahmen prüft, indem sie den CO2-Ausstoß kontrolliert.

Dabei sollen nicht nur Maßnahmen an öffentlichen Gebäuden, sondern auch die Bemühungen von Bürgern erfasst werden – wie der Bau eines Windrades durch einen Bergkamener Landwirt.

Dabei sollen nicht nur Maßnahmen an öffentlichen Gebäuden, sondern auch die Bemühungen von Bürgern erfasst werden – wie der Bau eines Windrades durch einen Bergkamener Landwirt. © Stefan Milk

Bergkamen soll an Programm der Energieagentur NRW teilnehmen

Die Initiative regt deshalb in einem Schreiben an den Stadtrat an, dass sich Bergkamen an einem kostenlosen Programm der Energieagentur NRW beteiligt. Die Energieagentur stellt seit Februar ein Angebot zur Klimaschutz-Kontrolle zur Verfügung. Sie unterstützt Städte unter anderem dabei, eine eigene CO2-Bilanz aufzustellen.

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Die gibt es bisher nach Angaben von Worch in Bergkamen aber nur für öffentliche Gebäude wie das Rathaus, Schulen, Kindergärten und andere Einrichtungen wie die VHS oder die Stadtbibliothek. „Nur mit Maßnahmen an öffentlichen Gebäuden können wir die Klimaschutz-Ziele in Bergkamen aber nicht erreichen“, sagt Worch.

Initiative: Auch Bürger müssen Beitrag leisten

Die Stadt will auch ihre Bürger dazu bringen, sich klimafreundlicher zu verhalten – zum Beispiel durch Wärmedämmung an den Häusern oder durch umweltfreundlichere Fortbewegungsmittel. Mithilfe der CO2-Bilanz könne sie überprüfen, ob sie damit Erfolg hat, meint die Initiative. Unter anderem soll die Stadt feststellen, wie sich der CO2-Ausstoß seit 2016 entwickelt hat. Die Initiative hatte schon vor einiger Zeit angekündigt, dass sie sich mit neuen Themen beschäftigen will, weil der Bau der L 821n wohl nicht mehr zu verhindern sei.

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