Informationen über die Arbeit im „Haus Frieden“

dzDelegation aus Tansania

Nicht nur in Deutschland kommen Flüchtlinge an, sondern auch in Staaten in Afrika. Eine Delegation aus Tansania informierte sich im „Haus Frieden“ über den Umgang mit geflüchteten Menschen.

Bergkamen

, 04.10.2018, 15:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Menschen, die aus Tansania nach Europa geflüchtet sind, hat Dietrich Schneider vom Kirchenkreis Unna noch nicht kennengelernt. Das Land im Osten von Afrika ist eher ein Beispiel dafür, wie sich verhindern lässt, dass Menschen ihr Heil in der Flucht aus ihrem Heimatland suchen: Die Menschen, die dort leben, haben keine politische Verfolgung zu befürchten. Es herrscht Frieden. Außerdem ist Tansania zwar nicht reich – aber es steht an der Schwelle, sich zu einem der wohlhabenderen afrikanischen Länder zu entwickeln. Das führt dazu, dass die Menschen nicht vor Krieg, Armut oder Unterdrückung fliehen, hat aber auch eine Kehrseite: Tansania nimmt selbst Flüchtlinge auf, die beispielsweise aus Ruanda, Äthiopien und Eritrea kommen. Von dort wählen auch verzweifelte Menschen den Weg nach Europa. Hinzu kommt eine starke landesinterne Wanderung vom Land in die Städte, wo sich die Menschen größere Chancen versprechen. „Die Wanderung geht über Stammesgrenzen hinweg. Das ist damit vergleichbar, als wenn man von einem Land ins andere wechselt“, hat Schneider erfahren. Die tansanische Hauptstadt Daressalam (oder auch Dar-es-Salaam) beispielsweise wächst im Schnitt täglich um etwa 300 Menschen, die neu zuziehen. Die Bevölkerung in der 5,5-Millionen-Einwohner Stadt stieg allein zwischen 2012 und 2016 um etwa 1,1 Millionen Menschen.

Seine Informationen hat Schneider unter anderem von einer Delegation aus Tansania. Die etwa ein Dutzend Pastoren, Presbyter und Jugendleiter kommen aus Gemeinden in dem ostafrikanischen Land, zu denen der evangelische Kirchenkreis Unna eine Partnerschaft unterhält. Zurzeit sind sie zu einem 14-tägigen Besuch bei ihren deutschen Partnern zu Gast und informieren sich dort vor allem über die Themen Flucht und Betreuung von geflüchteten Menschen.

An diesem Mittwoch stand ein Besuch im Bergkamener „Haus Frieden“ auf dem Programm. Dort arbeiten der Flüchtlingshelferkreis Bergkamen, die evangelische und die katholische Kirche bei der Betreuung von geflüchteten Menschen zusammen. Die Delegation informierte sich unter anderem über die überkonfessionelle Zusammenarbeit bei der Flüchtlingsbetreuung in Bergkamen und suchte den Kontakt zu Menschen, die aus anderen afrikanischen Ländern geflüchtet sind und jetzt in Bergkamen leben.

Einen Anknüpfungspunkt zwischen Tansania und dem Haus Frieden gibt es ohnehin. Der ursprünglich arabische Name der Hauptstadt Dar-as-Salam heißt auf Deutsch „Haus des Friedens“.

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