Eine Grundschule beherbergt das Gebäude am Westfalenweg in Oberaden schon lange nicht mehr. Nun hat sich ein Käufer mit einem neuen Nutzungszweck gefunden. © Stefan Milk
Frühere Grundschule

In der Ex-Alisoschule entstehen Wohnungen mit besonderem Service

Seit Jahren steht die Alisoschule in Oberaden leer. Nun soll neues Leben in das Gebäude einziehen, in dem früher Grundschüler lernten. Der neue Eigentümer denkt an eine ganz andere Altersklasse.

Altan Sancar betreibt den Intensivpflegedienst Sancare 24 an der Präsidentenstraße. Nun gehört ihm auch ein ehemaliges Schulgebäude: Sancar hat der Stadt die ehemalige Alisoschule am Westfalenweg in Oberaden abgekauft. Das Gebäude steht seit langem leer, die letzten Schüler sind 2013 ausgezogen. Sancar plant allerdings für eine ganze andere Altersgruppe: Er will rund 30 Service-Wohnungen für Senioren bauen.

„Ursprünglich hatte ich an betreutes Wohnen gedacht“, sagt er. Allerdings gebe es auf dem Markt bereits zahlreiche Angebote dieser Art. Deshalb will Sancar den künftigen Bewohnern keine Rundumbetreuung anbieten, sondern die Möglichkeit, bestimmte Service-Leistungen zuzubuchen. Zum Beispiel die Gartenpflege oder den Winterdienst.

Die künftigen Bewohner der in der ehemaligen Alisoschule geplanten Wohnungen sollen bestimmte Service-Leistungen wie zum Beispiel die Gartenpflege buchen können.
Die künftigen Bewohner der in der ehemaligen Alisoschule geplanten Wohnungen sollen bestimmte Service-Leistungen wie zum Beispiel die Gartenpflege buchen können, © picture alliance / Hauke-Christi © picture alliance / Hauke-Christi

Ein ambitionierter Zeitplan für den Umbau

Bedarf dafür sieht er. Schon jetzt gebe es Anfragen für die neuen Wohnungen. Ein wenig müssen sich die potenziellen Bewohner aber noch gedulden. Sancar hofft, dass die ersten von ihnen in etwa eineinhalb Jahren einziehen können. Das ist ein durchaus ambitionierter Zeitplan. Sancar will die alte Schule nicht einfach abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Vielmehr will er das ziemlich heruntergekommene Gebäude zu Wohnzwecken umbauen.

Das ist auch im Sinne des Verkäufers, der Stadt Bergkamen. Sie legt großen Wert darauf, dass die Fassade mit dem pavillonartigen Vorbau erhalten bleibt, sagt Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters.

Seinen Angaben zufolge hat Sancar nicht das gesamte etwa 19.500 Quadratmeter große ehemalige Schulgelände gekauft, sondern eine Teilfläche von 6200 Quadratmetern.

Es gab schon Gespräche mit dem Bauamt

Einen Bauantrag hat Sancar im Rathaus noch nicht gestellt. Auf eine Bauvoranfrage hat er eigenen Angaben zufolge ebenfalls verzichtet. Aber nach drei Gesprächen mit dem Bauamt sei er optimistisch, das Genehmigungs-Prozedere ohne allzu große Hürden über die Bühne zu bringen.

Auch über den geplanten Service hat sich Sancar schon Gedanken gemacht. Er habe Kontakt zu Unternehmen, die diese Aufgaben übernehmen könnten. Möglicherweise gründe er auch eine eigene Firma.

„Da kommt noch viel Arbeit auf uns zu“, sagt Sancar mit Blick auf den Gebäude-Zustand. Aber ist überzeugt, dass es sich für Wohnzwecke eignet: „Das ist eine ruhige Gegend.“ Für den Fall, dass die Service-Wohnungen nicht den erhofften Anklang finden, plant er flexibel: „Dann biete ich doch betreutes Wohnen an.“

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne
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