In Bergkamen gibt es nur wenige Nebenwohnsitze

dzZweitwohnsitzssteuer

Groß- und Universitätsstädte machen Gebrauch von der Zweitwohnsitzsteuer. Bergkamen aber wird auf die Steuer verzichten. Lediglich 566 Erwachsene sind mit Zweitwohnsitz angemeldet.

Bergkamen

, 02.12.2018 / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Bergkamen verzichtet auf die Einführung einer Zweitwohnsitzsteuer. Die Zahl derjenigen, die diese Nachricht mit Erleichterung aufnehmen, bleibt allerdings überschaubar. Aber das ist genau der Grund dafür, warum Kämmerer Marc Alexander Ulrich die Pläne für diese zusätzliche Einnahmequelle zu den Akten legt. Sie lohnt sich schlicht nicht.

Denn aktuell gibt es gerade einmal 566 Erwachsene, die mit einem Nebenwohnsitz in Bergkamen gemeldet. Ihre Zahl ist in den vergangenen Monaten um fast 67 Prozent zurückgegangen, im Mai gab es noch 1708 Nebenwohnsitze in Bergkamen.

Der Schwund ist kein Zufall, sondern hängt mit den Steuerüberlegungen der Kämmerei zusammen. Das Bürgerbüro hat im Sommer alle Nebenwohnsitztler angeschrieben, um zu überprüfen, ob ihre Meldedaten noch aktuell sind. Das führte zu zahlreichen Abmeldungen. In Fällen, in denen die Briefe sich als nicht zustellbar erwiesen, meldete die Stadt die betreffenden Adressaten von sich aus ab.

„Im Hinblick auf die bereits erhebliche Reduzierung der Anzahl der Nebenwohnsitze erscheint die Einführung der Zweitwohnungssteuer aus Sicht der Verwaltung unwirtschaftlich“, schreibt der Kämmerer in seiner Vorlage für den Stadtrat. „Es ist davon auszugehen, dass bei Bekanntwerden der Zweitwohnungssteuer weitere Abmeldungen von Nebenwohnsitzen folgen werden.“

Die Nebenwohnsitzsteuer ist ein fiskalisches Instrument, von dem vor allem Groß- und Universitätsstädte Gebrauch machen. Sie haben ein Interesse daran, dass möglichst viele ihrer Bürger ihren Hauptwohnsitz anmelden, weil nur die in die offiziellen Einwohnerzahlen einfließen – und von deren Höhe hängen Zahlungen wie Schlüsselzuweisungen ab. Im Kreis Unna gibt es nach den Erkenntnissen der Kämmerei keine Kommune, die Probleme mit zu vielen Nebenwohnsitzen hat. Lediglich die Stadt Selm hat vor zehn Jahren versucht, eine solche Steuer einzuführen, fand aber damals keine politische Mehrheit dafür.

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