Im Hermann-Görlitz-Zentrum hat ein Ärztinnen-Team die zweite Corona-Impfdosis gespritzt, die zur endgültigen Immunisierung führen soll. © Stefan Milk (Archiv)
Corona-Pandemie

Impfungen im Seniorenheim: Jetzt sind auch viele Skeptiker bereit

Das Hermann-Görlitz-Zentrum ist schon komplett durchgeimpft – eigentlich. Jetzt hat das Seniorenzentrum einen dritten Termin gemacht, bei dem sich auch viele Skeptiker impfen lassen werden.

Die Corona-Impfung am Hermann-Görlitz-Seniorenzentrum hat etwas bewirkt – nicht nur bei den Geimpften. Die können sich in etwa zehn Tagen sehr sicher vor einer Infektion mit dem Virus fühlen, denn sie haben jetzt schon die zweite Impfung bekommen.

Das Seniorenzentrum der Awo war am 2. Januar das erste Bergkamener Pflegeheim, das den ersten Impftermin hatte. Am vergangenen Samstag kam das Impfteam mit den beiden Ärztinnen Sandra Norkowski und Katrin Reckers zum zweiten Mal in das Heim, um Bewohner und Mitarbeiter mit der zweiten Spritze endgültig immun gegen das Virus zu machen. Sie spritzten 220 Impfdosen.

Dritter Impftermin ist schon vereinbart

Das war jedoch nicht der einzige Effekt, den die beiden Impftermine hatten. Es soll jetzt noch einen dritten Termin am 3. Februar geben, bei dem eigentlich die Bewohner geimpft werden sollen, die an den ersten Impfaktionen nicht teilnehmen konnten, weil sie eine Corona-Infektion hatten.

Hinzu kommen aber auch rund 30 weitere Mitarbeiter, die erst skeptisch waren und nicht an den ersten Impfterminen teilgenommen haben.

Nach dem Termin gab es Blumen für das Impfteam mit den Ärztinnen Sandra Norkowski (l.), Katrin Reckers (2.v.l.) sowie den Helferinnen Birgit Hülshorst, Janine Westerhoff und Tanja Corvey. © privat © privat

Heimleiter Ludger Moor führt das einerseits darauf zurück, dass sie bei ihren Kolleginnen und Kollegen gesehen haben, dass schwerwiegende Nebenwirkungen ausgeblieben sind. Außerdem sei bei den Geimpften eine regelrechte Aufbruchstimmung entstanden. „Daran wollen auch die anderen jetzt teilhaben“, sagte er.

Leichte Nebenwirkungen, die nach zwei Tagen verschwunden waren

Auch Moor selbst hat sich impfen lassen. Es habe bei ihm, den Bewohnern des Seniorenheims und den Mitarbeitern zwar Nebenwirkungen gegeben, sagte er. „Aber es war nichts so, dass es meldepflichtig gewesen wäre“, sagte er.

Die Beschwerden reichten von einem Gefühl wie ein Muskelkater oder leichter Übelkeit bis zum erhöhter Temperatur und in einem Fall leichtem Schüttelfrost.

Alle Symptome seien innerhalb von maximal zwei Tagen wieder verschwunden. Schwere Komplikationen müssen die Ärzte an das Paul-Ehrlich-Institut weitermelden – aber die gab es nicht.

Von den Bewohnern haben sich bis auf zwei oder drei übrigens alle impfen lassen. Unter den Impfverweigerern war eine 100 Jahre alte Bewohnerin. „Sie hat gesagt, dass sie jetzt 100 Jahre so überstanden hat und keine Impfung benötigt“, berichtete Moor.

Nach seinen Angaben hat es im Hermann-Görlitz-Zentrum bisher etwa 14 bis 15 Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Ein Bewohner ist mit einer Infektion im Krankenhaus verstorben.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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