Noch ist kein Schwimmer im Wellenbad, GSW-Bäderchef Marcus hat dennoch gute Laune: Er muss den Badgästen weder die Rutschbahn noch die Liegewiese verbieten. © Stefan Milk
Freibäder

Im Wellenbad gibt es in diesem Jahr nur kleine Wellen

Am ersten Saisontag ist im Wellenbad nicht viel los. Mit den steigenden Temperaturen in den nächsten Tagen könnte sich das ändern. Die Besucher müssen aber mit einer Einschränkung leben.

Bis Montagmittag war die Wellenmaschine im Wellenbad noch nicht in Betrieb. „Aber sie funktioniert“, versichert der Bäderchef der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW), Marcus Müller. Doch in den ersten beiden Stunden der neuen Saison hat sich schlicht noch kein Badegast im Wellenbad blicken lassen.

Müller ist aber optimistisch, dass die GSW-Mitarbeiterin im Kassenhäuschen zumindest noch ein bisschen was zu tun bekommt: „Wir haben immerhin zwölf Anmeldungen“, sagt er. In Zeiten von Corona ist der Freibad-Besuch keine spontane Angelegenheit mehr: Wer ins Wellenbad oder auch ins Kamener Freibad will, der muss online reservieren unter gsw-freizeit.de/ticket-reservierung.

Dass das für den ersten Tag im Wellenbad noch nicht so viele getan haben, wundert Müller nicht. „Es muss drei Tage am Stück über 30 Grad heiß und der Himmel blau sein, dann wird es hier richtig voll.“

Ein Antrieb der Wellenmaschine ist defekt

In den nächsten Tagen sollen sich laut Wettervorhersage die Temperaturen der 30er-Marke zumindest nähern. Dann wird vielleicht etwas mehr los sein im Wellenbad. Und die Badenden werden sich auch in den Wellen im Wellenbecken vergnügen können. Allerdings fallen die kleiner aus als in früheren Jahren. Einer der drei Antriebe ist defekt.

GSW- Mitarbeiter Tim Polanski nutzt die Ruhe zum Saisonstart im Wellenbad für Reinigungsarbeiten. © Stefan Milk © Stefan Milk

Den GSW-Technikern ist es nicht gelungen, ihn zu reparieren. Nun wird es also nur Wellen mit zweifacher Antriebskraft geben.

Müller ist schon froh, dass die Maschine überhaupt läuft. Auf die Frage, ob er eine Garantie dafür gibt, dass die veraltete Technik die gesamte Saison übersteht, sagt er: „Das kann keiner.“

Wenigstens muss Müller dank der niedrigen Corona-Inzidenz keine Verbote im Wellenbad aussprechen: Die Badegäste dürfen nicht nur ins Wasser, sondern auch auf die Rutsche, auf den Sprungturm und auf die Liegewiese. Dort sollte es möglich sein, Abstand zu halten: Das Wellenbadgelände ist über 20.000 Quadratmeter groß. Die GSW haben die maximale Besucherzahl auf 1500 reduziert. „Das sind 100 mehr als im vergangenen Jahr“, sagt Müller.

Ob sich die Badegäste im Wellenbad in diesem Sommer in die Wellen stürzen können, ist noch unklar. © Stefan Milk © Stefan Milk

Anders als im ersten Corona-Sommer hat das Bad diesmal durchgehend von 10 bis 19 Uhr geöffnet. 2020 hatten die GSW zwei Zeitblöcke eingeführt, um zwischendurch desinfizieren zu können. Das habe sich nicht bewährt, sagt Müller: „Vor der Nachmittagsöffnung haben sich lange Schlangen vor der Kasse geöffnet.“ Das will er in diesem Jahr vermeiden.

Ein neuer Betreiber für die Gastronomie

Die Besucher haben auch die Möglichkeit, sich zu verpflegen: „Wir haben einen neuen Gastronomie-Partner“, sagt Müller. Der Betreiber der Gaststätte „Thorheim“ (das ehemalige Haus Schmülling) in Overberge bietet Speisen und Getränke an. Der Kontakt sei im Frühjahr entstanden, sagt Müller, man sei sich dann schnell handelseinig geworden. Für den corona-gebeutelten Gastronomen bedeutet das ein zweites Standbein.

Das sich allerdings auch nur lohnt, wenn die Sonne vom Himmel brennt und sich das Wellenbad füllt. Falls es in diesem Sommer wieder Hitzeperioden gibt, könnte das Bad an seine Corona-Kapazitäten stoßen, meint Müller. Er ist seit 2012 für die GSW-Bäder verantwortlich und hat Spitzentage mit bis zu 3500 Besuchern erlebt. Mitarbeiter, die länger dabei sind, erinnerten sich sogar an Zeiten, in denen 4500 bis 5000 Menschen ins Bad kamen. Allerdings waren damals die Wellen noch größer.

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Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne

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