Im Thorheim gibt es auch schon mal eine Wikinger-Hochzeit

dzGastronomie in Bergkamen

Blues-Fans kennen das Thorheim als Veranstaltungsort der Grand-Jam-Reihe. Aber des ehemalige „Haus Schmülling“ hat auch Rustikales zu bieten: Als „Taverne der Götter“.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 02.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kein Grand Jam, kein Rudelsingen, kein Chor-Auftritt. Die gähnende Leere auf dem Parkplatz an der Landwehrstraße sagte fast alles. Denn seit im Februar die Corona-Pandemie Bergkamen heimgesucht hat, ist es auch im Thorheim ruhig geworden. Doch das Bild täuschte gewaltig.

Denn Inhaber Sascha Masurkewitsch hat nach dem verordneten Shutdown nicht etwa resigniert die Hände in den Schoss gelegt und seine vier festen Mitarbeiter in die Kurzarbeit geschickt. „Bei uns war so vieles liegengeblieben“, erzählt er nun, „da kam uns der Shutdown richtig gelegen. Von März bis Mai haben wir kurzerhand auf Plan ,B‘ umgeschaltet und alles wieder gründlich auf Vordermann gebracht.“ Und ein Hygiene-Konzept entwickelt.

Ein MIttelalter-Outfit gehört im Thorheim dazu.

Ein Mittelalter-Outfit gehört im Thorheim dazu. © Klaus-Dieter Hoffmann

Ein ausgetüfteltes Erlebnis-Restaurant

Kein Wunder. Denn nur auf den ersten Blick besteht das Thorheim aus der Wirtschaft vorne und dem großen Saal hinten, wie es noch die alteingesessenen Bergkamener aus Schmülling-Zeiten kennen. Denn inzwischen ist aus der einst gutbürgerlichen Gaststätte ein ausgetüfteltes Erlebnisrestaurant, genauer gesagt die mittelalterliche „Taverne der Götter“, geworden.

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Und die birgt „allerhand Geheimnisse“ wie Thor Harryson alias Masurkewitsch mit einem vielsagenden Blick verrät. So sind der „Kerker“ oder das „House of Misery“ zwei Escape-Rooms, die nichts für schwache Nerven sind. Beim „Dinner in the Dark“ ist dagegen eher ein guter Tastsinn von Nöten.

„Gott zum Gruße!“ ertönt es sogleich, wenn der werte Gast die Taverne betritt. Spätestens im rustikalen Festsaal, wo bei abgedunkeltem Licht mittelalterliche Harfen- und Lautenklänge ertönen, zünftig gewandete Mägde und Knechte vorbeihuschen, ein alter Freibeuter interessiert die Lage peilt, spätestens dann beginnt für den Besucher eine Reise in eine Zeit weit vor der unsrigen – mit Rittern, Wikingern, Freibeutern und anderen verdächtigen Gestalten.

Die Gäste waren regelrecht ausgehungert

Als Sascha Masurkewitsch im Juni wieder die Pforte öffnete, war alles noch zaghaft. Doch inzwischen läuft es besser als gedacht. „Die Leute waren richtig ausgehungert“, erzählt Masurkewitsch mit einem Augenzwinkern.

Nach der Corona-Zwangpause heißt Sascha Masurkewitsch seine Gäste wieder willkommen.

Nach der Corona-Zwangpause heißt Sascha Masurkewitsch seine Gäste wieder willkommen. © Klaus-Dieter Hoffmann

Denn seine Gäste sind meist keine normalen Gäste, sondern begeisterte Rollenspieler, die schon mal in die Gewandung eines Freibeuters oder eines schwarzen Ritters wechseln. Aber auch derjenige, der nur schauen möchte, ist hier herzlich willkommen.

Natürlich ist auch das Getränke- und Völlereiangebot passend für die illustren Herrschaften. So gibt es den Met, das Kellerbier, den Apfelwein und das Guinness auf Wunsch auch in der praktischen Kanistergröße. Bei der Völlerei sind das Gelage und die Tafelrunde die Favoriten, oder wie ganz aktuell am 15. August das Freibeuter-BBQ, mit Anmeldung.

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Die Braut lässt noch am Wikinger-Kostüm schneidern

Den Schwerpunkt bilden große Gesellschaften, wie Firmenfeiern, Geburtstage und natürlich die Hochzeiten. In diesem Jahr standen sogar drei Hochzeiten an, doch eine ist auf das nächste Jahr verschoben worden, da die Braut doch lieber eine Wikingerhochzeit möchte und noch an ihrem rustikalen Gewand schneidern lässt.

Stimmung pur gibt es bei den mittelalterlichen Gelagen mit einem Zeremonienmeister, der sich auch schon mal zum Gaudi der übrigen Gäste den arglosesten von ihnen zur Giftprobe herauspickt. Für die ewig Junggebliebenen gibt es demnächst wieder die beliebten Tanztees und ab Oktober auch wieder den Grand Jam für die Blues-Fans.

GASTRONOMIE IN CORONA-ZEITEN

  • Restaurants, Kneipen, Eisdielen dürfen wieder öffnen – aber unter strengen Auflagen.
  • Wir nehmen das zum Anlass, uns vor Ort ein Bild zu machen, wie der Betrieb in Corona-Zeiten läuft
  • In loser Folge stellen wir unsere heimischen Lokale vor. Das Thorheim befindet sich an der Landwehrstraße 160 in Bergkamen-Overberge und ist unter Tel. 0157 /79 68 86 84 und per E-Mail thorheim@web.de zu erreichen.
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