Im Luther-Haus geht eine ungewöhnliche Version des „Zauberers von Oz“ über die Bühne

dzTheater „Ge(h)meinsam

Die Geschichte des „Zauberers von Oz“ ist ziemlich bekannt. Wenn das Theater „Ge(h)meinsam“ aus der Friedenskirchengemeinde sie auf die Bühne bringt, erleben die Zuschauer Überraschungen.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 06.09.2019, 17:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund zwei Jahre haben die 25 Akteure und kreativen Köpfe des Theaterensembles „Ge(h)meinsam“ aus der Evangelischen Friedenskirchengemeinde an ihrem neuen Bühnenwerk geplant, geprobt und gefeilt. Herausgekommen ist nun etwas, das alles Bisherige in den Schatten stellen dürfte. Am Donnerstagabend ging mit den „Fabelhaften Abenteuern der Molly Malone“ im Martin-Luther-Haus in Weddinghofen die umjubelte Premiere über die Bühne.

Im Luther-Haus geht eine ungewöhnliche Version des „Zauberers von Oz“ über die Bühne

Der Blechmann und das Porzellanmädchen begegnen sich in dieser Fassung der Geschichte in Irland. © Klaus Dieter Hoffmann


Viel Witz und Situationskomik

Angelehnt an die Geschichte des „Zauberers von Oz“, haben Drehbuchschreiber Ingo Rademacher und Regisseurin Johanna Penzek die über einhundert Jahre alte amerikanische Geschichte mit viel Witz und Situationskomik nicht nur neu und in ihrer eigenen Version erzählt, sie haben kurzerhand sogar ein mitreißendes Musical daraus gemacht. Und nicht nur das, viele Themen, die im Kinderbuch noch tabu waren, werden hier unaufdringlich und mit viel Humor zur Sprache gebracht.

Im Luther-Haus geht eine ungewöhnliche Version des „Zauberers von Oz“ über die Bühne

Der traurige Löwe ist auch dabei. © Klaus Dieter Hoffmann


Der „Zauberer von Oz“ in Irland

Das Geschehen haben die Macher in geschickter Weise einfach mal von Kansas nach Irland verlegt. Wahrscheinlich, weil die irischen Balladen sich sowieso besser eignen, um irgendwelche Geschichten zu erzählen. Hierzu haben Rademacher und Penzek auch so einige irische Ohrwürmer mit neuen und zum Bühnengeschehen passenden Texten versehen. So wurde aus dem „Whisky in the Jar“ kurzerhand „Es geht mir auf den Zwirn“, aus dem „Wild Rover“ wurde „Denn ich bin ein Blechmann“. Insbesondere bei den pfiffig-bunten Kostümen hat sich Kostümbildnerin Karin Knehans mächtig ins Zeug gelegt.

Theater „Ge(h)meinsam

Wiederholung beim Festival

Die Vorstellung, die das Theater „Ge(h)meinsam“ an diesem Samstag noch im Martin-Luther-Haus gibt, ist bereits ausverkauft. Allerdings will die Gruppe das Stück noch einmal beim Bergkamener Theaterfestval im März 2020 präsentieren.

Kulissenbau in den Werkstätten der Jugendarbeit

Die Kulissen eines irischen Pubs, über den spukenden Wald bis hin zu „Ingos Beauty Palace“ stammen aus den Werkstätten der Bergkamener Jugendarbeit. Allein der Titel des Musicals „Das fabelhafte Abenteuer der Molly Dorothy Malone aus Galway nach OZ“ lässt schon ahnen, wohin die Reise gehen soll. So wird aus der Dorothy Gale aus dem Original kurzerhand die Molly Dorothy Malone, die sich auf den langen Weg von Galway nach Oz macht, um ihren Hund Toto zu retten und dabei viele fabelhafte Abenteuer erlebt.

Der Blechmann, das Porzellanmädchen und ein Löwe

Natürlich trifft sie dabei die vielen bekannten Gestalten, die alle irgendein Problem mit sich herumtragen. So hat die Vogelscheuche statt Verstand nur Stroh im Kopf und daher größte Angst vor Streichhölzern. Paddy der Blechmann quietscht, rostet an allen Ecken und möchte einfach auch mal ein Herz haben, um seine Gefühle zeigen zu können. Das Porzellanmädchen hat zu allem eine zickige Erklärung und vielleicht zerbrechen deshalb ihre Freundschaften immer wie Porzellan. Am Ende gesellt sich dann auch noch der garstige Löwe zu der illustren Gruppe, der zwar laut brüllen kann, aber eigentlich keinen Mut besitzt.

Laiendarsteller agieren professionell

In absolut professioneller Weise verkörpern, sprechen und singen die „Laiendarsteller“ die bunten Märchengestalten, begeistern mit gekonnter Mimik und wenn es sein muss, auch filmreifer Action. Für die instrumental-stimmungsvolle Begleitmusik sorgen Simon Knehans und Heinz Stefka mit Klavier, Geige, Gitarre und Gesang aus dem „Off“, Klaus Wächter begleitete hingegen bei der „Haifischbar-Polka“ die giftige „Südhexe Glinda“ perfekt auf der Gitarre und lieferte am Ende auch noch ein beeindruckendes Solo als trauriger Löwe. Doch wie es in guten Märchen so läuft, am verblüffenden Schluss wird natürlich für alle alles gut.

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