Im Kleingarten üben die Feuerwehrleute, wie man Menschen rettet

dzFeuerwehr Weddinghofen

Die Einheit Weddinghofen der Feuerwehr in Bergkamen probt regelmäßig nach unterschiedlichen Szenarien - diesmal stand in einer Kleingartenanlagen die Menschenrettung auf dem Programm.

von Annika Schulte

Weddinghofen

, 14.09.2019, 18:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Brand im Vereinsheim, verursacht durch einen technischen Defekt während einer Feier mit mehreren Personen, von denen drei verletzt werden: So sieht das Übungsszenario für die Einheit Weddinghofen der Freiwilligen Feuerwehr aus, die dafür in die Kleingartenanlage „Im Krähenwinkel“ gekommen ist.

„Wir üben hier zum einen die Menschenrettung und zum anderen die Brandbekämpfung", erklärt der stellvertretende Einheitsführer Ralf Bartsch, der die Übung zusammen mit Anja Petrat leitet, beobachtet und auswertet.

Auch Feuerwehr-Azubis sind bei der Übung dabei

„Heute haben wir auch einige dabei, die noch in der Ausbildung sind, deswegen üben wir heute alles sehr akribisch, vor allem das Aufsetzen der Atemschutzmasken. Wir haben jetzt ja die Zeit dafür", sagt Bartsch. Im Ernstfall muss jeder Handgriff auch unter Zeitdruck sitzen. Zur Übung sind vier Fahrzeugen angerückt, darunter eine Drehleiter, 16 Feuerwehrleute sind vor Ort. Bei einem echten Brand dieser Größenordnung und mit drei Verletzten sind allerdings immer mehr Einsatzkräfte erforderlich, erklärt Bartsch, bis zu 70 Feuerwehrleute können so im Einsatz sein.

Der Einsatzleiter kennt das Übungsszenario nicht

Trotzdem nehmen die gerade angekommenen Feuerwehrleute ihre Aufgabe ernst, die Gruppenführer und der Einsatzleiter machen sich ein Bild von der Lage, denn sie kennen das Üburngsszenario vorher selbst nicht, damit die Übung realistisch bleibt. Die Feuerwehrleute rollen Schläuche aus und ein Angriffstrupp macht sich bereit, ausgerüstet mit Atemschutz, um im Vereinsheim nach Verletzten zu suchen und diese in Sicherheit zu bringen. Um die Sicherheit des Angriffstrupps zu gewährleisten, gibt es immer einen weiteren Sicherungstrupp und auch ein Atemschutzkontrolleur ist dabei. Er notiert genau, wie lange sich die Feuerwehrleute unter Atemschutz im Gefahrenbereich aufhalten, und kann im Notfall eingreifen.

Auf die richtige Suchtechnik kommt es an

Im Vereinsheim ist es dunkel, unübersichtlich, Tische und Stühle stehen überall herum. Auf all das müssen sich die Feuerwehrleute einstellen. „Man sieht durch den Rauch fast gar nichts, deshalb muss man sich mit den richtigen Suchtechniken Stück für Stück vorantasten", sagt Bartsch. Bei Feuer ist gerade der Rauch eine große Gefahr, denn er erschwert nicht nur die Sicht, ist schädlich für Menschen und Einsatzkräfte, sondern kann auch schlagartig zünden. Außerdem ist es beim Eintritt in ein brennendes Gebäude oft so heiß, dass die Feuerwehrleute vorsichtig auf den Knien hineinkriechen müssen, um sich zu schützen. Darum sei auch die spezielle Schutzkleidung so wichtig, erläutert Bartsch.

Alle Verletzten sind gerettet

Doch zum Glück simuliert hier nur eine Nebelmaschine den Brand, sodass es kurze Zeit später heißt: Alle Verletzten sind gerettet und das Feuer ist gelöscht. Die Verletzten werden meist von Freunden und Bekannten gespielt, dieses mal sind auch Mitglieder des Kleingartenvereins dabei, unter ihnen befindet sich auch Martin Ludwig, der Vereinsvorsitzende.

Insgesamt zeigen sich Ralf Bartsch und Anja Petrat durchaus zufrieden, denn die Übung verlief nach Plan und wurde erfolgreich beendet werden. „Wir achten immer darauf, dass die Übungen trotz zusätzlicher Schwierigkeiten, zum Beispiel panische oder verrückt spielende Statisten, immer beherrschbar bleiben", sagt Bartsch. „Im Endeffekt schweißen diese Übungen uns ja auch als Team zusammen."

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