Egal ob Billiard, Darts oder Fußball - Im Kinderhaus „Balu“ kommt auch in den Sommerferien garantiert keine Langeweile auf. Die Ferienbetreuung ist während der ganzen sechs Wochen vor Ort.

von Niklas Mallitzky

Weddinghofen

, 27.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Der Sommer ist zurück. Angesichts der erneut rekordverdächtigen Temperaturen, die in der vergangenen Woche auch vor dem Ruhrgebiet nicht Halt machten, wäre er wohl besser da geblieben, wo er hergekommen ist. Auch im Kinderhaus Balu bewegt sich deshalb alles ein wenig langsamer, an Sport im Freien ist kaum zu denken.

Einige Kinder sind Stammgäste in den Ferien

Für Lena ist selbst die aktive Teilnahme an einem Brettspiel zu viel. Die Neunjährige hat an einem Tisch Platz genommen und wirkt beinahe wie hypnotisiert von dem Treiben auf dem bunten Brett. „Für mich sind es bereits die vierten Sommerferien, die ich teilweise hier verbringe“, erzählt Lena. „In diesem Jahr bin ich die ersten beiden Wochen im Balu und die letzten beiden.“ Zu ihren Lieblingsbeschäftigungen zähle eindeutig das Turnen, die Halle im ersten Stock des Kinder- und Jugendhauses eignet sich dafür natürlich besonders. Auf die kommenden zwei Wochen freut sich Lena ganz besonders, verrät sie, dann fahre sie mit ihren Eltern nach Polen.

Im Balu sind die Kinder vor und nach dem Familienurlaub gut aufgehoben

Die Wiese am Balu bietet auch schattige Plätzchen. © Marcel Drawe


Im Balu ist für maximal 30 Kinder gleichzeitig Platz

Insgesamt 60 Kinder sind im Balu für die Ferienaktion angemeldet, die die vollen sechs Wochen überdauert. „Das heißt natürlich nicht, dass alle 60 Kinder hier gemeinsam herkommen“, erklärt Thomas Haas, einer der zwei Leiter der Kinder- und Jugendstätte. Insgesamt sind es rund 30 Kinder, die hier zur gleichen Zeit spielen. „Das kann aber auch variieren. Bei 30 Kindern ist unsere maximale Kapazität erreicht, was das Personal und die Verpflegung angeht.“ Während einige der Kinder die kompletten Ferien im Balu verbringen, werden andere Kinder, sowie auch Lena, nur für einen bestimmten Zeitraum betreut.

Die Plätze waren schnell vergeben

Bereits zu Beginn des Jahres konnten Interessenten ihre Kinder anmelden, schnell waren alle Plätze vergeben. „Das liegt vor allem daran, dass in immer mehr Familien beide Elternteile Vollzeit arbeiten. Da sind Betreuungsangebote wie unseres natürlich extrem wichtig“, sagt Haas. Ab morgens um sieben Uhr sind die Türen geöffnet, um 16 Uhr schließt die Einrichtung wieder. Auch für die angemeldeten Kinder ist ein Besuch natürlich nicht verpflichtend. „Wenn die Eltern kurzfristig frei bekommen und die Zeit dann mit den Kindern verbringen wollen, ist das kein Problem. Es herrscht keine Anwesenheitspflicht.“

Entspannung im Chill-Raum

Ben hat den Chill-Raum im Keller schon ausgiebig genutzt, kein Wunder: Der ist im Keller und deswegen schön kühl. Für den Siebenjährigen ist es das erste Mal, dass er die Ferien im Balu verbringt, allerdings auch nur für einige Wochen. Nach einem Besuch bei den Großeltern geht es weiter in den Urlaub nach... nun, das weiß Tim gerade nicht so genau. Macht aber auch nichts, er freut er sich trotzdem schon mal.

Die Kinder können spielen, was sie wollen

Die Betreuer sind insgesamt zu zehnt, allerdings auf zwei Gruppen verteilt, die so die ersten und die zweiten drei Ferienwochen abdecken. Haas und sein Kollege Aurel Islinger verfolgen dabei die Strategie des Freispielens. „Natürlich setzen wir schon mal Impulse oder schlagen etwas vor“, so Haas. „Grundsätzlich können die Kinder hier aber spielen, was sie wollen.“ Früher hätten sie es auch mit AGs probiert, aber die Kinder seien dann sehr schwer für nur eine Sache zu motivieren. Auch Fußballturniere seien früher extrem wichtig gewesen, aber auch hier herrsche Flaute, so Haas.

Im Balu sind die Kinder vor und nach dem Familienurlaub gut aufgehoben

Die Spiele-Konsole steht vor allem bei den Jungen hoch im Kurs © Marcel Drawe


Fußball wird an der Konsole gespielt

Fußball an der Spielekonsole ist da schon etwas anderes, eine schnelle Runde geht da immer. Alternativ auch gerne ein Spiel zur Filmreihe „Kung Fu Panda“, bei dem Berkay (12) gerade seinen kleinen Bruder Bertug (9) übers Leder zieht. Nur noch die nächste Woche müssen die Beiden überstehen, dann geht es in den Urlaub an die Ostsee, genauer gesagt auf die Insel Fehmarn.

Oberstufenschülerinnen sammeln erste Berufserfahrung

Joelina ist 19, Lisa 18 Jahre alt. Sie gehören zum ersten Betreuerteam. Die Oberstufenschülerinnen wollen sich hier etwas ihr Taschengeld aufbessern und Erfahrungen für die spätere Berufslaufbahn sammeln. Trotz der vielen Kinder hat Joelina nur Gutes zu berichten. „Die Kinder sind sehr nett, stressig wird es nur, wenn ganz viele auf einmal ankommen. Aber Ärger gibt es kaum.“

Tabea ist 27 Jahre alt und leitet eine der zwei Akrobatikgruppen außerhalb der Ferien, auch für sie ist der Job ganz entspannt, berichtet sie: „Nur wenn es Streit unter den Kindern gibt, kann das nerven, aber das passiert selten.“ Für Victoria (21) ist es neben einem willkommenen Ferienjob auch ein Ausblick auf den späteren Beruf, sie studiert „Soziale Arbeit“. Auch sie macht nach den drei Wochen erst mal Urlaub, eine Woche wird sie in Kreta verbringen. „Da muss ich mich dann von der Hitze hier erholen.“

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