Illegales Potenzmittel unter der Ladentheke

dzProzess vor dem Amtsgericht

Ein Ladeninhaber aus Bergkamen wollte illegal ein nicht zugelassenes Potenzmittel verkaufen – und Schnaps, der aus einem Diebstahl stammte. Jetzt stand er wegen Hehlerei vor Gericht.

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 15.08.2018 / Lesedauer: 2 min

Die Ware, die sich quasi unter seiner Ladentheke befand, brachte einem Bergkamener (29) nun reichlich Ärger ein. Er stand wegen Hehlerei und Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz vor dem Amtsgericht in Kamen.

Das Angebot klang zu gut, um es auszuschlagen: Für kleines Geld konnte der Ladeninhaber ein Potenzmittel erwerben, das er dann selbst an seine Kundschaft verkaufen wollte – natürlich mit Gewinn. Und da er das Mittel selbst nahm und für wirksam erachtete, machte er sich auch keine Gedanken, ob es in Deutschland überhaupt zugelassen war. Das war es definitiv nicht. Vielmehr könnte es sich sogar um eine Fälschung gehandelt haben. Doch das blieb vor dem Amtsgericht letztlich offen.

Das Ganze kam übrigens bei einer Routinekontrolle des Zolls ans Licht – und zwar noch bevor der 29-Jährige auch nur eine Packung aus den insgesamt 23 Kartons verkaufen konnte, die er illegal erworben hatte.

Der Geschäftssinn des jungen Bergkameners ging aber noch viel weiter: Wohl wissend, dass es sich um gestohlene Ware handelte, kaufte er einem Ladendieb in fünf Fällen Hochprozentiges ab, um die Spirituosen dann selbst als normale Ware zu veräußern. Der Ladendieb wird noch in einem gesonderten Verfahren angeklagt.

Im Prozess legte der 29-Jährige die Karten sofort auf den Tisch und räumte beide Vorwürfe ein. Was den Alkohol betreffe, so betonte sein Verteidiger, habe ihm der Verkäufer – ein Junkie – einfach leid getan. Deshalb habe er sich auf das Geschäft mit den Spirituosen eingelassen. Bei dem Potenzmittel habe er sich überhaupt keine Gedanken gemacht, ob es in Deutschland zugelassen sei. Der 29-Jährige selbst versicherte: „Das wird auf jeden Fall nicht mehr vorkommen.“

Sein offenes Geständnis, ein bis dato komplett leeres Strafregister und sein vernünftiges Auftreten vor Gericht sprachen am Ende für ihn. Der Richter beließ es deshalb bei 1400 Euro Geldstrafe.

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