Illegale Fahrt mit dem Roller führt ins Gefängnis

dzGericht

Weil ein Bergkamener ohne Führerschein einen Roller fuhr muss er ins Gefängnis. Denn das war nicht das erste Mal, dass er mit dem Gesetz in Konflikt geriet.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 03.11.2018, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war fast Mitternacht, als Polizeibeamte am 2. April auf der Landwehrstraße in Bergkamen einen Roller stoppten. Der war deutlich schneller als mit den erlaubten 25 Stundenkilometer unterwegs gewesen. Damit hätte der Fahrer eine Fahrerlaubnis vorweisen müssen. Das konnte der 25-Jährige allerdings nicht.

Fahren ohne Fahrerlaubnis lautete dementsprechend am Freitag im Amtsgericht Kamen der Vorwurf gegen den Mann. Der gab an, im Glauben gewesen zu sein, es handelte sich um eine 25er Maschine. Er habe sich den Roller bei einem Freund geliehen. Er sei dann etwa 30 Stundenkilometer gefahren. „Da ist eine Sitzbank für zwei Personen drauf, richtig?“, wollte der Richter wissen. Der Angeklagte bejahte das. Allein daran hätte der Mann erkennen müssen, dass es sich um Gefährt handelt, dessen Fahrer einen Führerschein besitzen muss. Denn ohne Fahrerlaubnis dürften ausschließlich Zweiräder mit einem Sitz geführt werden.

Der Freund des Angeklagten gab im Zeugenstand an, den Roller an seinen Vater abgegeben zu haben. Er selbst habe ihn als 25er gefahren. Deshalb sei er davon ausgegangen, dass auch sein Vater ihn mit der Leistung behalten würde. Ein Irrtum: Der Vater hatte den Roller nämlich auf 50 Stundenkilometer umgemeldet. „Das wusste ich nicht“, so der Zeuge.

Bei der Verlesung des Vorstrafenregisters des Angeklagten brauchte der Vorsitzende einen langen Atem. 14 Eintragungen hat der Kamener bislang gesammelt. Meist war er wegen Körperverletzung aufgefallen. Aber auch wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Strafvereitelung und Diebstahls war er auffällig geworden.

Dies war der Grund dafür, dass die Vertreterin der Staatsanwaltschaft 2700 Euro Geldstrafe und eine Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis von einem Jahr und sechs Monaten verlangte. Der Angeklagte nutzte das ihm zustehende letzte Wort für einen Appell an den Vorsitzenden: „Ich möchte Sie bitten Herr Richter, dass ich kein Fahrverbot bekomme. Ich habe gerade erst Arbeit gefunden.“ Ohne Fahrerlaubnis verliere er seinen Job. Mit seinem Vorstrafenregister sei es schwer, eine neue Anstellung zu bekommen. Allerdings fand er damit beim Gericht wenig Gehör. Der Angeklagte hätte die Fahrt abbrechen müssen, als er gemerkt habe, dass der Roller schneller als erlaubt fuhr, sah der Richter das Fahren ohne Fahrerlaubnis als erwiesen an. Zudem hätte ihn der Doppelsitz dazu veranlassen müssen, das Fahrzeug stehen zu lassen.

Sechs Monate Haft lautete schließlich das Urteil. Für Bewährung war aufgrund der Voreintragungen kein Platz mehr.

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